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Ukraine-Krieg

Ukraine-Krieg: Wie lange gibt es noch genug Gas, Öl und Kohle?

Wann gehen Deutschland Gas, Öl und Kohle aus?

Ein Erdölspeicher - Lieferstopp Russlands: Wann gehen uns Gas, Erdöl und Kohle aus?

Russland ist ein wichtiger Lieferant von Erdgas, Erdöl und Steinkohle. Nachdem der Westen auf die Ukraine-Krise mit Sanktionen gegen Russland reagiert hat, ist ein Lieferstopp abzusehen. Wie lange würden die fossilen Brennstoffe in Deutschland reichen?

Ein Erdölspeicher - Lieferstopp Russlands: Wann gehen uns Gas, Erdöl und Kohle aus?
leungchopan/Envato

Reichen die deutschen Erdgasreserven für einen Ernstfall?

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) gibt es in Deutschland 47 Untertage-Gasspeicher an 33 verschiedenen Standorten – unter anderem bei Berlin, München, Bremen, Hannover und Nürnberg. Diese können insgesamt knapp 24 Milliarden Kubikmeter Gas speichern. Das ist rund ein Viertel der in Deutschland im Jahr 2020 verbrauchten Menge Erdgas. Deutschland hat somit die viertgrößten Kapazitäten zur Speicherung von Erdgas weltweit.

Nachrichtenmedien berichten, dass die Speicher aktuell (Stand: 3. März 2022) unter 42 Prozent gefüllt sind. Zudem gehört der deutschlandweit größte Speicher bei der niedersächsischen Gemeinde Rehden einer Tochter des russischen Erdgasunternehmens Gazprom. Dieser Erdgasspeicher ist laut Handelsblatt jedoch gerade einmal 4,12 Prozent belegt.

Corona-Krise auch an schwindenden Erdgasreserven schuld

Rückblickend wirken diese Zahlen jedoch wie eine logisches Resultat des kriselnden Energiemarkts des Jahres 2021. Die allmähliche Erholung der Wirtschaft von der Corona-Krise kombiniert mit einem ungewöhnlich kalten Frühling sorgte für einen enormen Energiebedarf. Erneuerbare Energien stießen hierbei an ihre Grenzen.

Grüne Energie allein reichte nicht aus

Um diese Lücke zu schließen, stieg die Nachfrage nach russischem Erdgas und Erdöl. Resultat waren rapide steigende Gas- und Ölpreise und sich leerende lokale Speicheranlagen. Ein Lieferstopp seitens Russland käme somit zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

So sieht es mit Erdöl aus

Der Erdölbevorratungsverband hat ein wachsames Auge darauf, dass Deutschland auch in Krisenzeiten das Erdöl nicht ausgeht. Der Umfang der bundesweiten Erdölreserven ist dabei im Erdölbevorratungsgesetz gesetzlich geregelt. Er orientiert sich „nach der durchschnittlich in 90 Tagen in die Bundesrepublik Deutschland eingeführten Menge an Erdöl und Erdölerzeugnissen.“

Mit Erdölerzeugnissen sind dabei Erdölderivate wie Rohbenzin und Paraffinöl gemeint. Momentan (Stand 3. März 2022) verwaltet der Erdölbevorratungsverband 24 Millionen Tonnen Erdöl und Erdölderivate. Gemäß Statista verbrauchte Deutschland im Jahr 2020 ganze 96,2 Millionen Tonnen Erdöl.

Auch auf dem Kohlesektor könnte es eng werden

Laut Statista beliefen sich die deutschen Kohlereserven im Jahr 2020 auf 35,9 Millionen Tonnen. 2021 hat Russland an Deutschland noch rund 18,5 Millionen Tonnen Steinkohle geliefert. Die deutschen Kohlereserven sind jedoch im Gegensatz zu den Ölreserven nicht staatlich geregelt.

Vergangene Woche plädierte der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen), dafür, das zu ändern. Auch, um die Abhängigkeit von Russland auf dem Kohlesektor zu beenden. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) stellte angesichts der schwierigen energiepolitischen Lage den für 2030 geplanten Kohleausstieg infrage.

Das sagt die Bundesregierung

Die Bundesregierung beurteilt die Energieversorgung nach Medienberichten hierzulande vorerst als sicher. Auch bei einem kompletten Lieferstopp durch Russland sei die Versorgung durch die bundesweiten Erdgasreserven bis zum Sommer gesichert. Bei Bedarf könne Deutschland kurzfristig Flüssiggas hinzukaufen.

Voraussetzung für den positiven Ausblick sei jedoch, dass sich die Temperaturen in den kommenden Monaten im üblichen Rahmen bewegen. Käme es zu einer längeren Kältewelle, gilt die genannte Prognose nicht mehr.

Laut der Initiative Energien Speichern (INES) – dies ist der Verband der deutschen Gas- und Wasserstoffspeicher-Betreiber – reichen die Reserven in Deutschland derzeit für rund 75 Milliarden Kilowattstunden.

Die Preise für Öl, Gas und Benzin sind bereits angestiegen

Öl, Aluminium und Nickel wurden infolge des Konflikts zwischen Russland und Ukraine bereits teurer. Weil die Ölpreise die Benzinpreise direkt beeinflussen, folgte auch hier eine extreme Preissteigerung. Laut ADAC haben sowohl Super E10 als auch Diesel Ende Februar Höchstwerte erreicht und sich um rund 22 Cent je Liter verteuert.

Zudem wurde Gas aus Europa an den Rohstoffmärkten um mehr als zehn Prozent teurer. Darüber hinaus stieg der Preis für ein Barrel der Rohölsorte Brent um mehr als zwei US-Dollar auf 97,63 US-Dollar und erreichte den höchsten Stand seit 2014. Ein Barrel des Konkurrenten WTI wurde um 3,60 US-Dollar teurer und erreichte 94,67 US-Dollar.

Vorerst kein Lieferstopp: Russland liefert trotz allem weiterhin Gas

Trotz aller Sanktionen will Russland weiter Gas durch die Ukraine nach Europa liefern. Auch nach Deutschland – obwohl die deutsche Regierung auch das Genehmigungsverfahren für die russische Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 gestoppt hat. Davon unabhängig will die deutsche Regierung die Abhängigkeit von den Gaslieferungen Russlands so schnell wie möglich beenden. Ein Lichtblick: Laut Medienberichten wollen die USA bei Bedarf Notfall-Gaslieferungen nach Europa in Erwägung ziehen.

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