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Gasversorgung: Hier wird in Deutschland Gas gespeichert

Foto: Envato / leungchopan

Gasversorgung: Hier wird in Deutschland Gas gespeichert

Nord Stream 1: Geschlossen wegen Wartungsarbeiten. Droht Deutschland ein kalter Winter? Hier wird im Land das Gas gespeichert:

Geschlossen wegen Wartungsarbeiten. Seit Montag, 11. Juli 2022, fließt kein Gas mehr durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland. Eine große Sorge ist: Nutzt Russland die Wartungsarbeiten als Vorwand, um die Gaslieferung in die Bundesrepublik komplett einzustellen?

Zehn Tage sollen die Wartungsarbeiten an der Pipeline Nord Stream 1 andauern. Das ist keinesfalls ungewöhnlich für derlei geplante Vorhaben. Außerdem ist es günstig, die jährliche Inspektion in den Sommermonaten durchzuführen – aufgrund hoher Temperaturen ist der Gasverbrauch erheblich niedriger als in der kalten Jahreszeit. Ein Sprecher der Nord Stream AG bestätigte, dass am 11. Juli seit 6 Uhr morgens der Gasfluss heruntergefahren werde.

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig einen Bericht zur Energielage der Nation. Dort steht auch: Es werde trotz der Wartungsarbeiten weiter Gas eingespeichert. Das ist gut so. Denn bis zum 1. Dezember sollen die Gasspeicher zu 90 Prozent gefüllt sein. Das jedenfalls haben sich die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur zum Ziel gesetzt. Erst dann könne gesagt werden, dass Deutschland gut durch den Winter kommt.

Lagebericht Gas von der Bundesnetzagentur (11. Juli 2022)

  • Die Gasversorgung in Deutschland ist im Moment stabil. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist weiter gewährleistet.
  • Am 11. Juli 2022 liegen die Füllstände in Deutschland bei 64,4 Prozent.
  • Der Füllstand des Speichers Rehden in Niedersachsen beträgt 26,86 Prozent.
  • Seit 27. Juni wird der Gasspeicher in Wolfersberg (Bayern) befüllt.
  • Die Gasflusslage ist stabil, die Netzbetreiber haben keine Störungen gemeldet.
  • Die Großhandelspreise sind spürbar gestiegen und haben sich auf ein höheres Niveau eingependelt.
  • Unternehmen und private Verbraucher müssen sich auf deutlich steigende Gaspreise einstellen.

Wahrscheinlichkeit einer Versorgungslücke gesunken

Was passiert, wenn das durchaus ehrgeizige 90-Prozent-Ziel nicht erreicht wird? Die aktuell erreichten Füllstände reichen vermutlich nicht aus, um Bevölkerung und Wirtschaftsunternehmen in zuletzt gewohntem Maß mit Gas zu versorgen.

Obwohl: Die Wahrscheinlichkeit einer Versorgungslücke mit Gas sei in den vergangenen drei Monaten deutlich gesunken. Das erklären mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute übereinstimmend. 1000 Kombinationen aus 26 Faktoren wurden durchgerechnet und so unterschiedliche Szenarien simuliert. Fließt auch nach den beendeten Wartungsarbeiten an Nord Stream 1 kein Gas mehr nach Deutschland droht eine Gaslücke zwischen 157.600 und 23.800 Gigawattstunden.

Deutschland zählt zu weltweit größten Speichernationen

Es heißt also weiter: speichern, speichern, speichern. Deutschland gehört mit seinen 25 Speicherbetreibern und mehr als 40 Gasspeichern zu den weltweit größten Speichernationen. Mehr als 90 Prozent der deutschen und ein Viertel der EU-Gasspeicherkapazitäten werden durch die INES (Initiative Energie speichern) repräsentiert. Das ist ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher.

Die Lage der Gasspeicher hat meist geologische Ursachen. Auch wirtschaftliche Überlegungen fließen bei der Wahl nach einem geeigneten Standort mit ein. Die INES gibt an, dass sich die Standorte „meist in der Nähe von Verbrauchszentren oder an wichtigen Koppel- und Grenzübergangspunkten des deutschen Fernleitungssystems“ befinden.

Hier wird in Deutschland das Gas gespeichert

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