weltderwunder.tv

INHALTE

FOLGEN SIE WELT DER WUNDER

Popkultur

Warum missbrauchen so viele Musiker Drogen?

Der Tod lauert im Hotelzimmer

Warum missbrauchen so viele Musiker Drogen: Ein Schlagzeuger bei einem Auftritt

Von Kurt Cobain bis Taylor Hawkins: Das Dasein als Musiker und der Hang zu harten Drogen scheinen Hand in Hand zu gehen. Liegt es nur am allseits bekannten Motto „Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll“ oder steckt mehr hinter dem Drogenproblem der Musikszene?

Warum missbrauchen so viele Musiker Drogen: Ein Schlagzeuger bei einem Auftritt
twenty20photos/Envato

Musiker sein ist in vielen Bereichen anspruchsvoll – und oft erscheinen Drogen zuerst wie die Lösung aller Probleme.

1. Drogen als Mittel gegen Lampenfieber: der Fall Taylor Hawkins

Profimusiker sein gehört zu den härtesten Berufen. Auch Musiker, die seit Jahrzehnten professionell auf der Bühne stehen, können immer noch an schwerem Lampenfieber leiden. Ein tragisches Beispiel war Foo-Fighters-Schlagzeuger Oliver Taylor Hawkins. Er wurde am 25. März 2022 mit Spuren von Heroin, Marihuana und Antidepressiva im Blut tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden.

Hawkins litt bekanntermaßen an schrecklichem Lampenfieber vor jedem Auftritt – und versuchte, dieses regelmäßig mit weichen und harten Drogen zu bekämpfen.

2. Drogen als Mittel gegen Monotonie auf Tournee: Dave Gahan, Keith Moon und Co.

Auch Tourneen gehören zum Beruf von Profimusikern. Allerdings werden Profis im Showgeschäft hier mit einer komplett anderen Realität konfrontiert, als auf der Bühne oder bei den Aufnahmen im Studio. Nur wenige Musiker schaffen es, im Tourbus oder im Hotelzimmer kreativ zu sein. Genauso schwierig ist es, das endlose Pendeln von Bühne zu Bühne und von Stadt zu Stadt als Inspiration für neues Material zu nutzen. Auch jeden Abend die gleichen Songs spielen zu müssen, empfinden vor allem Musiker am Beginn ihrer Karriere als belastend.

Weil auf diese Weise schnell Frust und Zwistigkeiten zwischen Bandmitgliedern entstehen können, ist die Versuchung groß, mithilfe von Drogen die Monotonie auf Tour zu überbrücken. Dave Gahan, Sänger von Depeche Mode, gibt offen zu, dass seine Heroinsucht auf Tournee begann. Zu den skurrilsten Auswüchsen von Drogenmissbrauch auf Tournee gehört fraglos der Auftritt von The Who am 20. November 1973. Hier ließ sich der exzentrische Schlagzeuger Keith Moon ein Betäubungsmittel für Pferde verabreichen.

3. Drogen zur Verbesserung der Leistung auf der Bühne: Charlie Parker, Miles Davis und Co.

Wer als Profi anspruchsvolle Musik spielt, möchte, dass bei jedem Auftritt jeder einzelne Ton sitzt. Da aber auch Musiker nur Menschen sind, kann ein solcher Wunsch praktisch nicht in Erfüllung gehen. Manche sensiblen Talente können damit umgehen – andere nicht.

Die von musikalischen Höchstleistungen angetriebene Jazz-Szene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte ein massives Drogenproblem. Zahlreiche bekannte Musiker spielten praktisch jeden Auftritt unter Heroin-Einfluss. Die angeblich positiven Einflüsse der Droge auf ihr Spiel erkauften sich jedoch viele von ihnen mit desaströsen Auswirkungen auf ihre Gesundheit und einen vorzeitigen Tod. Beispiele dafür sind etwa Legenden wie Charlie Parker, Miles Davis und Chet Baker.

4. Drogen als Hilfe zum Umgang mit dem Ruhm: Kurt Cobain, Amy Winehouse und Co.

Nach dem Aufstieg zum Star kommt oft alles ganz anders als gedacht und die lange ersehnte Profi-Karriere sorgt für Frust und Tristesse. Wer es zum bekannten Musiker bringt, darf sich nicht immer musikalisch so ausleben, wie er möchte. Wer einen weltweiten Hit hat, wird oft jahrelang mit ihm in Verbindung gebracht und muss ihn jeden Abend spielen – ob ihm danach ist, oder nicht.

Wer sich musikalisch weiterentwickeln möchte, stößt oft auf das Unverständnis der Kritiker. Und wer seinen Fans kaum noch aus dem Weg gehen kann, hat oft kaum noch Privatsphäre. Für sensible Künstlernaturen ist das Tortur – und führt häufig zur Flucht in den Drogenmissbrauch. Stars wie Kurt Cobain, Roy Black und Amy Winehouse gehören zu den bekanntesten Beispielen.

5. Drogen als Mittel für mehr Kreativität: Lennon, McCartney und Co.

Viele Songwriter kennen folgenden Spruch in verschiedenen Abwandlungen: Für das erste Album hat man 20 Jahre Zeit. Für das zweite nicht mal zwei. Kreativität lässt sich nicht erzwingen. Und ohne Musenkuss gutes neues Material zu schaffen, gelingt nur entweder hartgesottenen Profis oder absoluten Ausnahmegenies. Vor allem für junge Musiker können Schreibblockaden verheerend sein.

Die Idee, dass Bewusstseinserweiterung durch Drogen kreativer macht, ist beinahe so alt wie die Geschichte der Kreativität selbst. Die legendären Beatles machen heutzutage keinen Hehl daraus, dass manche ihrer Songs von Drogen inspiriert worden sind. Allerdings kam die erfolgreichste Band aller Zeiten für den Großteil ihrer Diskographie von 13 Alben ohne bewusstseinserweiternde Substanzen aus. Wer spürt, dass er ohne Drogeneinfluss nicht mehr kreativ sein kann, sollte daher ein paar Dinge überdenken.

Abonniere unseren Newsletter

Schön, dass du uns gefunden hast. Du möchtest weitere Nachrichten aus der Welt der Wunder? Dann trag‘ dich hier ein:

Abonniere unseren Newsletter

Schön, dass du uns gefunden hast. Du möchtest weitere Nachrichten aus der Welt der Wunder? Dann trag‘ dich hier ein: