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Großraumbüros machen unproduktiv

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Großraumbüros machen unproduktiv

Großraumbüros schaden erwiesenermaßen der Produktivität – und das, obwohl sie immer noch voll im Trend liegen. Könnte die Zukunft eine Abkehr von den überdimensionalen offenen Bürolandschaften bringen?

Laut dem Umweltpsychologen Gary Evans von der Cornell University in Ithaca, New York, schütten Mitarbeiter in Großraumbüros doppelt so viele Stresshormone aus, als die Kollegen in einem Einzelbüro. Eine Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Forsa zeichnet ein ähnliches Bild: 60 Prozent aller Büroangestellten gaben an, Rückzugsorte am Arbeitsplatz zu vermissen.

Das Stress Research Institute in Stockholm hat darüber hinaus festgestellt, dass Arbeitnehmer im Großraumbüro doppelt so viele Krankheitstage anhäufen. Dabei galt das Großraumbüro jahrelang als der Arbeitsplatz der Zukunft. Er sollte dazu anregen, bei der Arbeit sowohl kommunikativer als auch kreativer zu sein.

Das Großraumbüro als Industrialisierung der Kopfarbeit

Der Grundstein für das Großraumbüro wurde im Jahr 1936 gelegt. Hier entwarf der US-amerikanische Architekt und Schriftsteller Frank Lloyd Wright das erste Gebäude mit Großraumbüros, in dem 250 Angestellte in einem Büro saßen.

Der Pragmatismus in den Produktionshallen der industriellen Revolution sollte auch auf Büros übertragen werden. Damals schon waren Kritiker jedoch der Meinung, dass Großraumbüros in erster Linie die Austauschbarkeit jedes einzelnen Mitarbeiters betonten.

Ab den 1960er-Jahren trat das Großraumbüro einen weltweiten Siegeszug an. In den kommenden Jahren galt es als offener, kommunikativer, sogar demokratischer als das übliche Netzwerk aus Einzelbüros – bis im 21. Jahrhundert allmählich die Stimmung umschlug.

Open Space, Open Office und Co.: der Großraumbüro-Horror weitergedacht

Das Großraumbüro der Zukunft, das mit trendigen Bezeichnungen wie „Open Space“ oder „Open Office“ bezeichnet wird, steht für kompromisslose Offenheit und maximale Flexibilität. Räumliche Begrenzungen wie Wände und Türen gibt es hier kaum noch. Firmen wie Lufthansa und Commerzbank setzen das Open Office bereits ein.

Ein zentrales Element ist die Abschaffung der festen Arbeitsplätze: Jeder Mitarbeiter kann sich von jedem Bürorechner aus einloggen – oder einen Laptop verwenden – und ist encouragiert, regelmäßig den Arbeitsplatz zu wechseln. Das wird dadurch erleichtert, dass Regale oder Rollcontainer durch die papierlose Organisation nicht mehr benötigt werden.

Ein zentrales Element ist die Abschaffung der festen Arbeitsplätze: Jeder Mitarbeiter kann sich von jedem Bürorechner aus einloggen – oder einen Laptop verwenden – und soll somit motiviert werden, regelmäßig den Arbeitsplatz zu wechseln. Das wird dadurch erleichtert, dass Regale oder Rollcontainer durch die papierlose Organisation nicht mehr benötigt werden.

Etliche Firmen, die auf Open-Space-Büros schwören, kalkulieren bei der Einrichtung weniger als einen Arbeitsplatz pro Arbeitnehmer ein. Weil praktisch immer Mitarbeiter krank sind oder Urlaub haben, geht diese Rechnung auch meistens auf.

All diese Maßnahmen sollen die Flexibilität der Open Spaces und die Kommunikation unter den Mitarbeitern fördern – und gleichzeitig Kosten sparen. Das Lärm- und Ablenkungsproblem des Großraumbüros löst das Open Office jedoch nicht. Das Gefühl, als Arbeitnehmer kaum noch als Individuum wahrgenommen zu werden, wird es höchstwahrscheinlich noch weiter verstärken.

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