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Freitag der 13.

Aberglaube

Freitag, der 13.: Bringt der Tag doch Unglück?

Vorsicht vor dem Hundehaufen

Freitag der 13.: Eine Billiardkugel mit der Zahl 13

Freitag, 13. Januar 2012: Vor der Küste Italiens rammt das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ einen Felsen, mindestens 30 Menschen sterben. Das Datum, so heißt es, bringe Unglück. Was ist dran an dem Aberglauben?

Freitag der 13.: Eine Billiardkugel mit der Zahl 13
twenty20photos/Envato

Wussten Sie schon, dass es sogar einen wissenschaftlichen Namen für die Angst vor dem bekannten Unglückstag gibt?

Und wieder ist Freitag, der 13. Vielen Menschen läuft allein beim Gedanken daran ein Schauer über den Rücken. Denn das Datum symbolisiert Unglück. Manche fürchten diesen Tag so sehr, dass sie wichtige Termine absagen oder sich gar nicht aus dem Haus trauen. Diese krankhafte Angst hat sogar einen wissenschaftlichen Namen: Paraskavedekatriaphobie. Doch was ist dran an diesem vermeintlichen Unglückstag?

Maximal dreimal im Jahr ist ein Freitag der 13. möglich

2022 erleben wir den Freitag, den 13. nur einmal. 2019 fand er zweimal statt: im September und im Dezember. Im Jahr 2015 gab es sogar drei dieser angeblichen Unglückstage. Eine seltene Häufung: Nur in Schaltjahren, die mit einem Sonntag starten, oder in regulären Jahren, die an einem Donnerstag beginnen, ist so etwas möglich.

Einige Menschen fürchten die Zahl 13 inzwischen so sehr, dass es in manchen Hotels keine Zimmer mit dieser Nummer gibt, in Hochhäusern das 13. Stockwerk fehlt oder Flugzeuge ohne Reihe 13 starten. Doch warum hat dieser Tag im Volksglauben einen derart schlechten Ruf?

Die 13 als „Dutzend des Teufels“

Fest steht: Bis heute gilt die Zahl 13 als Unglückszahl. Die 13 ist eine Primzahl und nur durch die Eins und sich selbst teilbar. Das verleiht ihr bereits eine besondere Stellung im Zahlensystem. Außerdem steht die 13 über der 12, die im Christentum die göttliche Vollkommenheit und auch die jahreszeitliche Ordnung repräsentiert: Es gibt 12 Apostel, 12 Monate und 12 Gegenstände pro Dutzend. Die 13 brachte diese Ordnung durcheinander und wurde deshalb auch im Volksmund als das „Dutzend des Teufels“ bezeichnet.

Die jüdische Kabbala kennt die Zahl 13 ebenfalls. Sie ist die Summe aller bösen Geister. Kein Wunder, dass im Volksglauben „der Dreizehnte“ ein Synonym für den Teufel ist. Zumal der 13. Gast beim letzten Abendmahl von Jesus Christus der Verräter Judas war. Neben allem Aberglauben gibt es einige Absonderlichkeiten rund um die Zahl 13, die weit in unser alltägliches Leben hineinreichen, für die es aber nur zum Teil eine rationale Erklärung gibt. Ein Beispiel: Entgegen jeder mathematischen Wahrscheinlichkeit ist die 13 die mit Abstand am seltensten gezogene Zahl bei der deutschen Lotto-Ziehung 6 aus 49.

Religiöser Unglückstag

Der schlechte Ruf des Freitags hat ebenfalls einen religiösen Ursprung. An einem Freitag wurde Christus ans Kreuz genagelt und auch Adam und Eva sollen an einem Freitag die verbotenen Früchte vom Baum der Erkenntnis gekostet haben. Diese Ereignisse führten dazu, dass Kinder, die an einem Freitag geboren wurden, als Unglückskinder galten. Und begannen ein Jahr oder ein Monat mit einem Freitag, konnten diese nur Unglück bringen.

An einem Freitag, den 13. verbinden sich also gleich zwei Unheilsbringer – eine Kombination, die vielen Menschen Angst macht. Eine Untersuchung der Kaufmännischen Krankenkasse hat ergeben, dass an einem Freitag, den 13. drei- bis fünfmal mehr Arbeitnehmer krankgeschrieben sind als im Durchschnitt.

Der Unglückstag von gestern bis heute

Freitag, der 13. im Oktober 1307: In ganz Westeuropa gellen die Schreie von Tempelrittern aus den Folterkammern der Inquisition. Papst Klemens V hatte dem Druck des französischen Königs Philipp IV nachgegeben und sie wegen Häresie, Blasphemie und Unzucht exkommuniziert.

Die führenden Persönlichkeiten der Tempelritter wurden festgenommen und ihr Vermögen wurde beschlagnahmt. Der mächtigste Ritterorden der Geschichte wurde fünf Jahre später offiziell aufgelöst.

Berühmt ist auch der „Black Friday“ vom 25. Oktober 1929: Der Zusammenbruch der New Yorker Börse stürzte zahlreiche Menschen in Armut.

Schnell entwickelte sich Freitag, der 13. zu einem unerschöpflichen Thema für die Medien. Er stand Pate für Horrorfilmtitel und Gruselgeschichten. Auch Hacker haben ein besonderes Faible für das Unglücksdatum: Freitag, der 13. ist ein beliebter Termin für die Aktivierung von Computerviren, die sich bereits im System eingenistet haben.

Laut Statistik ein ganz normaler Tag

Letztlich hat aber die Auswertung von Unfalldaten ergeben, dass sich an einem Freitag, den 13. nicht mehr Verkehrsunfälle mit schwerem Sachschaden ereignen als an anderen Tagen. Auch das Statistische Bundesamt konnte keine konkrete Zunahme der Unfallzahlen feststellen.

Nicht jedes Land kennt Freitag den 13. als Unglückstag

Andere Länder, andere Unglückstage: In Spanien, Griechenland und Lateinamerika (außer Brasilien) sind Dienstage, die auf den 13. fallen, gefürchtet. Und die Italiener ängstigen sich vor Freitag, den 17. Völlig aus dem Rahmen fällt der asiatische Raum: Hier gilt die 4 als Unglückszahl, da sie etwa in China, Japan, Südkorea und Vietnam ähnlich ausgesprochen wird wie das Wort für Tod.

Dass es trotzdem immer wieder zu schweren Unfällen am Freitag, den 13. kommt, dürfte also tatsächlich Zufall sein – oder durch selektive Wahrnehmung entstehen. An anderen Tagen bringen wir die Katastrophe einfach nicht mit dem Datum in Verbindung. Viele Psychologen erklären das Phänomen auch als selbsterfüllende Prophezeiung – weil wir uns vor einem Unfall fürchten, verursachen wir ihn. Das ist ein Beweis dafür, wie mächtig Aberglaube und Einbildung auch heute noch sein können.