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Einfach erfolgreich: Flow-Formel in Yale entdeckt

Foto: Envato / evablanco

Einfach erfolgreich: Flow-Formel in Yale entdeckt

Im Flow ist alles leichter. Geraten wir in so einen Flow-Zustand, scheinen sich die To-dos wie von selbst zu erledigen. Ein Punkt nach dem anderen kann abgehakt werden und dennoch haben wir Energie für weitere Aufgaben auf der Tagesordnung.
  • Forschende an der Uinversität Yale haben eine mathemathische Formel für den Flow erarbeitet.
  • Im Flow-Zustand scheint sich Arbeit fast von selbst zu erledigen. Wir sind dann sehr effizient.
  • Können wir den Flow-Zustand bewusst hervorrufen, ist das in vielen Bereichen hilfreich.

Dieser Zustand, in dem alles wie von selbst läuft, ist sehr subjektiv. Hausarbeit oder Sport, beruflich oder privat, Tag oder Nacht: Der Flow überkommt uns überraschend. So glaubte man bisher. Denn Forschende der Universität Yale wollen herausgefunden haben, unter welchen Umständen wir in den Flow geraten. Ryan Carlson, Paul Stillman und David Melnikoff, früher im Fachbereich Psychologie in Yale und jetzt an der Northeastern University tätig, entwickelten die Informationstheorie des Flow. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse Ende April 2022 im Fachmagazin „Nature Communications“.

Mathematische Formel für den Flow

Der Ansatz der drei Wissenschaftler basiert auf dem Konzept der gegenseitigen Information – eine wichtige Kerngröße der mathematischen Informationstheorie zur Datenübertragung. Vereinfacht gesagt: Es geht darum, wie zum Beispiel Reize übermittelt werden, was die Reize auslöst und welche Reaktionen das in uns hervorruft. Mathematisch ausgedrückt: Flow ist eine positive Funktion von I (M; E). „Unsere Theorie besagt: Je informativer ein Mittel ist, desto größer wird der Flow“, erklärt David Melnikoff. „Die Formel ist eine Möglichkeit, mathematisch genau zu quantifizieren, wie informativ ein bestimmtes Mittel ist.“

So verwirrend das in der Theorie klingen mag, so einfach kann es in der Praxis sein: Um in den Flow zu geraten, müssen wir zunächst ein realistisches Ziel definieren, das wir erreichen möchten. Außerdem benötigen wir ein realistisches Mittel oder Werkzeug, mit dem wir das gesetzte Ziel erreichen. Dann ist ein Flow-Zustand bereits vorprogrammiert.

Erfolgsrezept ganz einfach: das Ziel vor Augen

Ein Beispiel: Großputz in den eigenen vier Wänden. Das definierte Ziel, auf das wir hinarbeiten: eine saubere und aufgeräumte Umgebung. Wir sehen uns bereits in einem aufgeräumten Wohnzimmer oder in der sauberen Badewanne liegen. Mittel und Werkzeug für unser Ziel sind wir selbst und Putzutensilien. Sobald wir beginnen, werden kleine Teilerfolge für das große Ziel erkennbar: erste saubere Ecken und Oberflächen. Der sichtbare Fortschritt motiviert uns, weiterzumachen und so geht der Hausputz fast von selbst.

In ähnlicher Weise lässt sich die die Formel auf andere Bereiche anwenden: Sport, lästige Aufgaben bei der Arbeit oder andere Verpflichtungen. Sehen wir das Endergebnis als positives Ziel, ist der Weg dorthin nicht mehr so beschwerlich. „Diese Prinzipien, die dem Flow zugrunde liegen, mögen unbewusst sein, aber sie sind nicht zufällig – und sie funktionieren innerhalb eines biologischen Systems, das mathematisch beschrieben werden kann“, sagte Melnikoff.

Obwohl die Forschenden der Yale Universität das Erfolgsrezept in einer mathematischen Formel ausdrücken können – neu ist die Herangehensweise nicht. Ziele und Lebensträume zu visualisieren, wird in Coachings und manchen Therapieformen angewendet. Die Rede ist dann oft von der Kraft der Gedanken.

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