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Wie funktioniert ein Mikrochip für Hunde und Katzen?

Foto: Envato / sedrik2007

Wie funktioniert ein Chip für Hunde und Katzen?

Die EU will eine die Chip-Pflicht für Hunde und Katzen einführen – unter anderem, um den illegalen Tierhandel einzudämmen. Doch welche Technik steckt in implantierten Chips für Tiere?

Welche Technik steckt in einem Mikrochip für Haustiere?

Ein Mikrochip für Haustiere, auch Transponder genannt, ist ein winziges elektronisches Bauteil, das aus zwei Hauptkomponenten besteht: einem Computerchip und einer Antenne. Der Chip selbst ist ein Schaltkreis, der eine einzigartige, unveränderliche Identifikationsnummer speichert, die einer Seriennummer ähnelt. Diese 15-stellige Nummer wird vom Hersteller einprogrammiert.

Die integrierte Antenne dient dazu, Signale zu empfangen und zu senden. Sowohl der Chip als auch die Antenne sind in einer biokompatiblen Hülle aus Glas oder speziellem Kunststoff eingeschlossen. Diese ist mit dem Gewebe des Tieres verträglich und löst in der Regel keine Abstoßungsreaktionen aus. Die gesamte Apparatur ist mit einer Länge von etwa 11–13 mm und einem Durchmesser von 2 mm nur wenig größer als ein Reiskorn und wiegt nur wenige Milligramm.

Wichtig ist, dass der Chip keine GPS-Daten oder Bewegungsprofile speichert – er dient ausschließlich der Identifikation und kann nicht zur Ortung verwendet werden.

Wie wird der Chip implantiert?

Die Implantation erfolgt schmerzfrei mittels einer sterilen Spritze im Nackenbereich, da die Haut dort locker und gut zugänglich ist. Der Chip bleibt dort lebenslang, ohne dass eine neue Batterie oder Wartung nötig wäre. Der Chip speichert die Informationen, ohne dafür eine eigene Energiequelle zu benötigen. Er wird erst durch ein externes Signal aktiviert.

Sind Chips für Haustiere sicher?

Chips für Hunde und Katzen gelten als sichere und schonende Maßnahme. Allergische Reaktionen gelten als äußerst selten.

Da der Mikrochip für Hunde und Katzen weder eine Batterie noch bewegliche Teile enthält, gibt es auch kein Risiko von austretenden Materialien oder chemischen Reaktionen im Körper. Mittlerweile gilt als erwiesen, dass Tiere den Chip nach der Implantation nicht spüren und er ihren Alltag in keiner Weise beeinträchtigt.

Ein häufiger Einwand ist die Sorge, dass der Chip im Körper wandern oder zu Beschwerden führen könnte. Tatsächlich wird der Chip jedoch nach der Implantation von einer dünnen Bindegewebsschicht umhüllt, die ihn an Ort und Stelle fixiert. Eine Wanderung durch den Körper ist somit praktisch ausgeschlossen.

In den seltensten Fällen kann es zu einer lokalen Schwellung oder leichten Reizung an der Einstichstelle kommen. Diese klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab.

Welche Vorteile hat es, mein Tier chippen zu lassen?

Studien zeigen, dass gechipte Tiere deutlich häufiger zu ihren Besitzern zurückkehren. In Deutschland ist die Kennzeichnungspflicht für Hunde in vielen Bundesländern gesetzlich bereits vorgeschrieben. Für Katzen gibt es keine bundesweite Pflicht, aber viele Gemeinden empfehlen das Chippen.

Zudem helfen Mikrochips für Tiere bei der Bekämpfung von Tierdiebstahl. Durch die eindeutige Identifikation können gestohlene Tiere ihrem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden.

Wie wird der Chip ausgelesen?

Das Auslesen eines Mikrochips ist ein schneller und schmerzfreier Vorgang, der von Tierarztpraxen, Tierheimen und Tierschutzorganisationen durchgeführt werden kann. Zunächst wird ein Handlesegerät, auch RFID-Scanner genannt, in einem Abstand von etwa 5 bis 15 Zentimetern über den Körper des Tieres geführt. Typischerweise erfolgt dies im Nackenbereich, da sich der Mikrochip oft dort befindet. Das Gerät sendet ein niederfrequentes Radiosignal (in der Regel 125–134 kHz) aus, wodurch die Antenne im Chip aktiviert wird.

Hierdurch wird der Chip kurz mit Energie versorgt und sendet seine 15-stellige, einzigartige Identifikationsnummer zurück an das Lesegerät. Diese Nummer erscheint auf dem Display des Scanners. Der gesamte Prozess dauert nur wenige Sekunden und erfordert keine Berührung oder Fixierung des Tieres. Selbst bei ängstlichen oder unruhigen Tieren ist das Auslesen problemlos möglich.

Von der Chip-Nummer zum Besitzer

Sobald die Identifikationsnummer ausgelesen wurde, muss sie mit den Daten in einer zentralen Tierdatenbank abgeglichen werden. In Deutschland sind TASSO e. V. und Findefix die bekanntesten und am weitesten verbreiteten Anbieter, die eine kostenlose Registrierung des Chips ermöglichen. Diese Datenbanken sind oft auch länderübergreifend vernetzt, sodass ein in Deutschland registrierter Chip im Ausland ausgelesen und zugeordnet werden kann.

Nach Eingabe der Chip-Nummer in die Datenbank werden die hinterlegten Besitzerkontaktdaten (Name, Adresse, Telefonnummer, ggf. E-Mail-Adresse) angezeigt. Tierheime oder Tierärzte können dann direkt mit dem Halter Kontakt aufnehmen, um die Rückführung des Tieres zu organisieren. Wichtig ist, dass die Daten im Register immer aktuell gehalten werden, beispielsweise bei einem Umzug oder Besitzerwechsel, damit der Chip seine Funktion als zuverlässiges Identifikationsmittel erfüllen kann.

Was passiert, wenn ich meine Daten nicht aktualisiere?

Mikrochips für Hunde und Katzen erfüllen ihren Zweck nur mit aktuellen Daten in der Datenbank. Ein Umzug oder eine neue Telefonnummer müssen daher umgehend gemeldet werden. Andernfalls kann der Besitzer nicht kontaktiert werden.

Gibt es Alternativen zum Chippen?

Eine gängige Alternative ist die Tätowierung. Sie wird jedoch immer seltener verwendet, da sie mit der Zeit verblassen kann. Auch Halsbänder mit Gravur sind möglich, diese können jedoch verloren gehen oder entfernt werden. Der Mikrochip gilt als die sicherste und zuverlässigste Methode. In einigen Ländern wird zusätzlich ein Ohrenstempel verwendet. Dieser ist jedoch nicht so weit verbreitet wie der Mikrochip.

Was kostet das Chippen?

Die Kosten für die Implantation liegen zwischen 30 und 60 Euro. Die Registrierung in der Datenbank ist oft kostenlos. Im Vergleich zu den Vorteilen ist der Preis gering.

Was passiert, wenn mein Haustier nicht gechippt ist?

Viele Bundesländer (u. a. Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen) verlangen eine Mikrochip-Kennzeichnung für Hunde. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 500 Euro, in Einzelfällen auch mehr. Einige Städte (z. B. Düsseldorf) sehen zudem eine Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen vor.

Kann der Chip meines Haustiers heimlich ausgelesen werden?

Grundsätzlich kann jede Person mit einem passenden Lesegerät einen Mikrochip für Hunde oder Katzen auslesen, ohne dass das Tier oder sein Besitzer es bemerken. Die meisten Chips arbeiten nach den ISO-Standards 11784 und 11785 und nutzen eine Frequenz, die von vielen handelsüblichen RFID-Scannern erfasst werden kann. Da der Chip keine aktive Verbindung aufbaut, sondern nur auf ein externes Signal reagiert, reicht es aus, das Lesegerät in die Nähe des Tieres zu halten.

Dabei wird allerdings nur die 15-stellige Identifikationsnummer ausgelesen. Diese ist jedoch nutzlos, solange sie nicht mit einer Datenbank abgeglichen wird. Um die Besitzerdaten zu erhalten, muss die ausgelesene Nummer manuell in der Datenbank abgefragt werden, was in der Regel nur Tierärzten, Tierheimen oder autorisierten Tierschutzorganisationen gestattet ist.

Definitionen und Begriffserklärungen

Mikrochip für Hunde und Katzen

Ein Implantat, das unter die Haut von Tieren gesetzt wird. Es speichert eine einzigartige Identifikationsnummer, die über ein Lesegerät ausgelesen werden kann. Diese Nummer ist in einer zentralen Datenbank mit den Kontaktdaten des Besitzers verknüpft. Das Implantat ist passiv und besitzt somit keine eigene Energiequelle.

Haustierregister

Eine zentrale Plattform, in der die Identifikationsnummern von Mikrochips mit den Kontaktdaten der Besitzer hinterlegt sind. In Deutschland sind TASSO und Findefix die bekanntesten Anbieter. Die Daten können vom Besitzer jederzeit aktualisiert werden.

Mikrochip-Lesegerät

Ein Gerät, das ein Radiosignal aussendet, um den Mikrochip unter der Haut eines Tieres zu aktivieren. Der Chip sendet dann seine Identifikationsnummer zurück, die auf dem Display des Lesegeräts angezeigt wird.

Häufig gestellte Fragen zu Chips für Hunde und Katzen

Was ist ein Mikrochip für Haustiere? 

Ein winziges Implantat, das eine einzigartige Identifikationsnummer speichert, um verlorene Tiere ihren Besitzern zuzuordnen.

Ist die Implantation eines Mikrochips schmerzhaft?

Die Implantation ist schmerzarm und erfordert keine Narkose. Die meisten Tiere spüren kaum etwas.

Kann der Chip den Standort meines Haustiers anzeigen? 

Der Chip speichert nur eine Identifikationsnummer. Für die Ortung sind zusätzliche Geräte wie GPS-Halsbänder nötig.

Ist ein Chip für alle Haustiere Pflicht? 

In Deutschland ist die Kennzeichnungspflicht für Hunde in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben. Für Katzen gibt es keine bundesweite Pflicht, aber viele Gemeinden empfehlen das Chippen.

Wie oft muss der Chip gewartet werden? 

Der Mikrochip funktioniert ein Leben lang ohne Wartung. Er besitzt keine Batterie, die gewechselt werden muss.

Kann der Mikrochip entfernt oder manipuliert werden? 

Der Chip ist unter der Haut implantiert. Manipulationen sind daher extrem selten und technisch aufwendig.

Was kostet es, mein Tier chippen zu lassen?

Die Kosten liegen zwischen 30 und 60 Euro. Die Registrierung in der Datenbank ist oft kostenlos.

Was tun, wenn mein Haustier bereits gechippt ist, aber ich die Daten nicht kenne? 

Tierärzte oder Tierschutzvereine können den Chip auslesen. Über die Identifikationsnummer können die Daten aus der zuständigen Datenbank aufgerufen werden.

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