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Schwangerschaft lässt das Gehirn schrumpfen

Foto: Envato / nd3000

Schwangerschaft lässt das Gehirn schrumpfen

Eine Schwangerschaft verändert das Gehirn – das hat eine Studie der Universität Barcelona ergeben. Und was noch erstaunlicher ist: Das Gehirn wird dabei kleiner.

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Schwangerschaft lässt das Gehirn schrumpfen

Schwangerschaft führt zu hormonellen Anpassungen und körperlichen Anpassungen

Während einer Schwangerschaft verändert sich der weibliche Körper grundlegend: Die Gelenke im Becken der Frau lockern sich, das heranwachsende Baby drückt die Organe im Bauch der Mutter zur Seite. Dabei werden Schwangerschaftshormone ausgeschüttet, die als Nebenwirkungen unter anderem Übelkeit, Müdigkeit und Rückenschmerzen verursachen.

Während der Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel der Frau um das Zehn- bis Fünfzehnfache. Das gilt auch für das Hormon Progesteron, das die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vorbereitet.

Auch die neuronalen Auswirkungen der Schwangerschaft sind vielfältig

Erst seit wenigen Jahren ist jedoch bekannt, dass eine Schwangerschaft auch Auswirkungen auf das weibliche Gehirn hat. Das hat eine Studie der Universität Barcelona ergeben. Dafür haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Magnetresonanzbilder von 25 Erstgebärenden vor und nach der Schwangerschaft untersucht.

Die Forscher vermuten, dass die Abläufe im Gehirn bei Schwangeren eine möglichst große emotionale Bindung zum Kind herstellen sollen. Während bestimme kognitive Fähigkeiten heruntergefahren werden, sind gleichzeitig Regionen, die Emotionen auslösen und verarbeiten, deutlich aktiver. Dementsprechend kann es auch zu großen Veränderungen in Hirnarealen kommen, die die soziale Kognition betreffen.

Das Großhirn verliert an Gehirnzellen

Unter anderem in den Arealen des präfrontalen und des temporalen Cortex, die sich im Großhirn befinden, ging die graue Hirnsubstanz zurück. Hier wurde bei den schwangeren Frauen insgesamt ein gesunkenes Hirnvolumen festgestellt. Eine spätere Untersuchung der Frauen zeigte, dass die Veränderungen über längere Zeit anhielten und auch zwei Jahre nach der Geburt des Kindes noch bestanden.

Sind Schwangere wie Pubertierende?

Abschließend zogen die Forscher einen Vergleich zur Pubertät. Auch diese Lebensphase geht mit starken Veränderungen des Hormonhaushalts einher und auch hier sind neue Vernetzungen im Gehirn die Folge. Generell gelten die körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft jedoch als komplexer als während der Pubertät.

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