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Schlafattacken aus heiterem Himmel: Was tun bei Narkolepsie?

Foto: Envato / Simbiothy

Schlafattacken aus heiterem Himmel: Was tun bei Narkolepsie?

Für ihre Umwelt scheinen sie Schlafmützen zu sein – dabei sind sie krank: Etwa 40.000 Menschen in Deutschland leiden an Narkolepsie. Von einem auf den anderen Moment verschwimmt die Welt vor ihren Augen und sie werden von extremer Müdigkeit überwältigt.

Doch damit nicht genug: Immer wieder brechen Narkolepsie-Patienten zusammen wie vom Blitz getroffen. Wirklichkeit und Traum verschwimmen, die Betroffenen sind gefangen in einer Welt aus Halluzinationen und Alpträumen. Wie kommt es zu dieser merkwürdigen Krankheit? Und was können Betroffene dagegen tun?

Was ist Narkolepsie?

Narkolepsie ist eine relativ seltene neurologische Krankheit. Sie steht für einen plötzlich einsetzenden Schlafdrang, meist zu den unpassendsten Zeiten. Als Ursache wird ein Defekt im Hypothalamus vermutet, der Kommandozentrale des Gehirns. Ein Indiz sind Fälle von Patienten, bei denen sich nach einer Verletzung des Hypothalamus Narkolepsie einstellte.

Im Hypothalamus wird normalerweise das Weck-Hormon Orexin produziert, das unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Forscher haben herausgefunden, dass Narkoleptiker zu wenige dieser Weck-Hormone produzieren.

Der Orexin-Mangel führt dazu, dass das Gehirn Schlaf- und Wachzustand durcheinanderbringt. Es kommt zu Einschlafattacken, die der Betroffene nicht kontrollieren kann. Auch der Nachtschlaf ist für die Betroffenen oft nicht erholsam. Hier kann es bei Narkolepsie-Patienten zu Wachanfällen mit Bewegungsunfähigkeit und traumähnlichen Zuständen mit bedrohlichen Sinnestäuschungen kommen.

Ist Narkolepsie das Resultat einer Fehlfunktion im Immunsystem?

Die Wissenschaft vermutet inzwischen, dass Narkolepsie eine Autoimmunerkrankung ist. Es besteht die Möglichkeit, dass ein fehlgeleiteter Angriff des körpereigenen Immunsystems die Zellen im Hypothalamus zerstört, die Orexin produzieren.

Woher diese Überreaktion des Immunsystems kommt, ist bislang nicht bekannt. Mögliche Ursachen sind, dass einerseits genetische Faktoren eine Rolle spielen, andererseits auch Umweltfaktoren oder entzündliche Erkrankungen.

Narkolepsie Typ 1 und Narkolepsie Typ 2

Narkolepsie Typ 1 gilt als die verbreitetste Variante. Hier führen zusätzlich starke Gefühlsregungen zur Kataplexie – einem Anfall von Muskelversagen wie dem Erschlaffen der Muskulatur im Gesicht oder sogar des kompletten Körpers. Die Ursache ist der Mangel eines Nervenbotenstoffs im Nervenwasser in den Hohlräumen des Gehirns. Narkolepsie Typ 2 verläuft ohne diese Symptome, fungiert jedoch in vielen Fällen als Vorstadium von Narkolepsie Typ 1.

Narkolepsie ist unheilbar

Narkolepsie wird oft erst spät erkannt. Bis zur richtigen Diagnose vergehen bei vielen Betroffenen Jahre. Auch wird vermutet, dass nach wie vor die Dunkelziffer von Narkolepsie-Patienten hoch ist. Heilen lässt sich die Krankheit zwar nicht – Medikamente können aber helfen, Betroffenen das Leben leichter zu machen.

Mit einer entsprechenden Medikation kann die Häufigkeit eingedämmt werden, mit der die Symptome auftreten und etwa der Nachtschlaf verbessert werden. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Ausprägung der Krankheit ist es wichtig, für jeden Patienten eine individuelle Behandlungsstrategie zu erarbeiten. Neben der medikamentösen Behandlung sind verhaltenstherapeutische Maßnahmen und die Aufklärung des sozialen Umfelds unabdingbar – damit der Betroffene nicht bloß als träge abgestempelt wird.

Narkolepsie als Nebenwirkung des Pandemrix-Impfstoffs

Zudem sind Fälle einer Narkolepsie als Nebenwirkung einer Impfung mit dem Impfstoff Pandemrix bekannt, der gegen Schweinegrippe verabreicht wird. In 90 Prozent der Fälle bestand bei den Betroffenen dafür jedoch eine genetische Grundlage.

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