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Verblüffende Fakten über die Wikinger

Fakten über die Wikinger

Mörder und Plünderer, die ihre Gegner in Angst und Schrecken versetzten? Die Allgemeinheit reduziert die Wikinger oftmals auf dieses Bild. Zu Unrecht: Wer sich genauer mit ihnen beschäftigt, entdeckt ungeahnte Seiten jenseits der Klischees von barbarischen Kriegsmaschinen.
  • Filmszene “Northmen – A Vicing Saga”, Ascot Elite

    Waren die Wikinger eher mordlüsterne Piraten oder geschäftstüchtige Händler? Diese Frage spiegelt sich in den Erklärungsversuchen über die Wortherkunft. Tatsächlich ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt, von was sich das Wort Wikinger ableitet. Die einen glauben, dass der Begriff auf das Wort „wig“ zurückgeht, was so viel bedeutet wie „Handelsplatz“. Eine andere Theorie vermutet den Ursprung im altnordischen Begriff „vikingr“ – auf Deutsch: „Seeräuber“. Plausibel sind beide Ansätze, denn sowohl Beutezüge als auch Handelsaktivitäten sind historisch belegt.

  • Imago/Imagoimagebroker

    Das Wikingerland auf der Landkarte zu suchen, wäre aussichtslos. Die Nordvölker, die man unter dem Oberbegriff Wikinger kennt, stammten aus den heutigen skandinavischen Ländern Norwegen, Dänemark und Schweden. Sie formten lose Bündnisse, um ab dem 9. Jahrhundert auf Beutezüge in Mittel- und Südeuropa zu gehen oder neue Siedlungen zu gründen. Unter anderem besiedelten sie Island und Grönland sowie die Nord- und Ostseeküsten und errichteten Reiche in Skandinavien, England, Irland, Frankreich und Russland. Die Ära der Wikinger klang ab dem 11. Jahrhundert langsam aus.

  • Bild: Wikingerschiffsmuseum Roskilde / Werner Karrasch

    Zu viele Wikinger auf zu wenig Raum – da blieb nur eine Lösung: Sie mussten expandieren. Und dabei gehörten brutale Raubzüge nicht zur einzigen Strategie: Die Wikinger waren gute Geschäftsleute. Sie bewiesen ihre logistische Kompetenz, indem sie ein dichtes Handelsnetz errichteten und Geschäftsbeziehungen von Europa bis in den Orient, nach China und Amerika unterhielten. Neben Bernstein, Rentierhorn, Walrosselfenbein und Fellen exportierten die nordischen Seefahrer als wichtigstes Handelsgut Sklaven, die sie während ihrer Beutezüge gefangen nahmen. Im Gegenzug importierten sie die Luxusartikel der damaligen Zeit: Seide, Brokat, Weißwein, blaue Wollstoffe und Edelmetalle.

  • EntertainmentPictures/Imago

    Zunächst hatten die Wikinger ihre eigenen Götter, die Asen. Hauptgott der nordischen Mythologie war Odin, Schöpfer der Welt und der ersten Menschen. Der Wohnort der Asen war im Glauben der Wikinger eine riesige Burg aus zwölf Palästen, erbaut aus Gold und Edelsteinen und umgeben von unbezwingbaren Mauern. Einer der größten Säle in Odins Götterburg war Walhalla, wo sich der Sage nach alle Krieger versammelten, die im Kampf gefallen waren. Die Asen galten als sterblich, doch hielten sie sich nach Ansicht der Wikinger durch den Verzehr von Äpfeln von Idun, der Göttin der Unsterblichkeit, jung. Durch ihre Reiselust kamen die Wikinger später mit dem Christentum in Kontakt. Als vom Papst entsandte Missionare die Heiligtümer der heidnischen Götter vor den Augen der Wikinger zerstörten, und sie feststellten, dass Odin keine Rache nahm, traten sie zum christlichen Glauben über.

  • Imago/Imagebroker

    Die Nordmänner liebten es, rauschende Feste zu feiern: In solchen Momenten floss das Bier in Strömen und auch der Honigwein Met fand reichlich Abnehmer. Was heute der Sangria-Eimer auf Mallorca ist, war für die Wikinger das Trinkhorn. Da sich die Hörner nicht auf dem Tisch abstellen ließen, mussten sie „notgedrungen“ stets leergetrunken werden. Dazu ging das Trinkhorn von Mann zu Mann um den Tisch, bis es leer war – um dann schnell wieder aufgefüllt zu werden…

  • Imago/Nordpol

    Um sich die Langeweile zu vertreiben, erzählten sich die Nordmänner gern Geschichten, gaben sich Rätsel auf oder vergnügten sich bei Brett- und Würfelspielen. Auch sportliche Wettkämpfe sorgten für Unterhaltung: Fußball gab es damals noch nicht, doch begeisterten sich die Nordvölker für Wintersportarten wie Schlittschuh- oder Skifahren. Im Frühling veranstalteten sie Wettschwimmen, im Sommer Wettbewerbe im Kugelstoßen, Schwertkampf und im Bogenschießen.

  • RussianLook/Imago

    Das Bild von den Wikingern als brandschatzende Barbaren legt nahe, dass diese auch in Sachen Frauenrechte zurückgebliebene Machos waren. Doch das Gegenteil war der Fall. Zwar kümmerte sich die Frau klassisch um Hausarbeit und Kindererziehung, während der Mann für den Unterhalt der Familie und handwerkliche Arbeiten zuständig war. Doch war die Frau ihrem Partner gleichgestellt. So gesehen waren die Wikinger also nicht nur Pioniere der Seefahrt, sondern auch der Emanzipation. In Sachen Eherecht waren sie für damalige Verhältnisse ebenfalls bemerkenswert modern: Schlug oder betrog ein Mann seine Frau oder konnte er nicht für den Unterhalt aufkommen, hatte die Wikingerin das Recht, die Scheidung einzureichen.

  • Imago_Imagebroker

    Die Wikinger waren zwar ein reiselustiges Volk, doch machten sie es sich auch gern Zuhause gemütlich. Insbesondere in den Wintermonaten legten sie darauf großen Wert. Voll im Trend lag damals Design im Natur-Stil: War kein Wald in der Nähe, baute man kleine Steinhäuser. Doch bevorzugt bauten die geschickten Handwerker Langhäuser aus Holz. Die Dächer bedeckten sie mit Birkenrinde, um Regenwasser abzuhalten. Auch die frühe Wärmedämmung ging auf ihr Konto – und das lange bevor sich irgendjemand Gedanken über hohe Heizkosten machte: Grassoden auf den Dächern erwiesen sich als effektive Isolierung, wenn es galt, so viel Wärme wie möglich im dem trauten Heim zu behalten. In der Haupthalle des Hauses brannte offenes Feuer, das nicht nur Licht und Wärme spendete, sondern auch als offene Küche fungierte. An den Seiten der Halle standen breite, erhöhte Bänke, auf denen die Familienmitglieder saßen und schliefen.

  • Filmszene “Northmen – A Vicing Saga”, Ascot Elite

    Fashion Victims auf der Suche nach der Modefarbe des Sommers waren die Wikinger nicht. Stattdessen trugen sie Funktionskleidung. Die Männer bevorzugten grobe Wollhosen und darüber ein Oberhemd, das bis zu den Knien reichte. Ein Gürtel hielt nicht nur die Kleidung zusammen, an ihm wurden auch Messer, Werkzeuge oder Waffen befestigt. Die Frauen trugen lange Kleider aus Wolle, darüber ein Oberteil mit Schürze, das mit einer Brosche befestigt war. Statt Wintermänteln wurden Kleider, Stiefel und Mützen zum Schutz gegen die Kälte mit Seehundfell oder Bärenpelz benäht. Nur die wohlhabendsten Wikinger konnten sich Kleidung aus teuren Materialien, wie Leinen und Seide, leisten.

  • Imago/Imagebroker

    Auf dem Ackerland pflanzten die Wikinger Kohl, Erbsen, Bohnen und Zwiebeln an. Zudem schätzten sie wildwachsenden Knoblauch. Salz gewannen sie aus abgekochtem Meerwasser, Brot wurde aus Erbsenmehl gebacken. Aus Kuh- und Ziegenmilch stellten die Wikinger Butter und Käse her. Fleisch kam entweder dank des eigenen Zuchtviehs auf den Tisch oder von der Jagd. Beliebte Wildgerichte waren Rentiere und Schneehasen. Fischgerichte aus dem Meer und den Flüssen standen ebenfalls oft auf der Speisekarte. Kühlschränke gab es natürlich noch nicht. Deshalb konservierten die Frauen Fleisch und Fisch mit Salz und Gewürzen.

  • Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker

    Die Wikinger verwendeten ihre eigene Schrift. Die einzelnen „Buchstaben“ waren Runen, einfache Zeichen, die vornehmlich aus der Kombination gerader Linien zusammengesetzt und mit scharfen Gegenständen in Holz, Knochen, Metall oder Stein geritzt wurden. Die Runen waren für die Nordvölker allerdings mehr als reine Schriftzeichen: Ihnen wurde auch magische und heilende Wirkung nachgesagt. Den auf dem Foto abgebildeten großen Runenstein kann man übrigens noch bis zum 4. Januar 2015 hautnah erleben – in der Ausstellung „Die Wikinger“ im Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte.

  • Imago/Nordpol

    Lebten die Wikinger in einer Diktatur, Monarchie oder Demokratie? Zwar gab es auch eine Art Häuptling (später war es ein König), doch entspricht die politische Organisation der Dorfgemeinschaft am ehesten unserer Vorstellung eines demokratischen Systems. An Stelle von Bundestag, Bundesrat und Gericht gab es allerdings nur eine Institution: das sogenannte „Thing“. Hier wurde Streit geschlichtet, Recht gesprochen und über die wichtigen Belange der Allgemeinheit entschieden. Zugelassen zu diesen Volks- und Gerichtsversammlungen waren alle freien Männer – ein äußerst basisdemokratischer Ansatz also. In Island beispielsweise tagte vor über 1.000 Jahren das „Thingvellir“, welches als eines der ältesten Parlamente der Welt gilt.

  • WHH_1 -®SG

    Im „Wikinger Museum Haithabu“ im schleswig-holsteinischen Busdorf n kann man in die Welt der Wikinger eintauchen – fast so, als wäre man mit der Zeitmaschine angereist. Das historische Freigelände mit sieben authentischen Wikingerhäusern macht die Vergangenheit des stolzen Volkes quicklebendig.

Mörder und Plünderer, die ihre Gegner in Angst und Schrecken versetzten? Die Allgemeinheit reduziert die Wikinger oftmals auf dieses Bild. Zu Unrecht: Wer sich genauer mit ihnen beschäftigt, entdeckt ungeahnte Seiten jenseits der Klischees von barbarischen Kriegsmaschinen.

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