Dass ein Zeuge in Deutschland bei einem Verfahren einen Schwur beziehungsweise Eid ablegen muss, ist die Ausnahme. Es liegt im Ermessen des Richters, ob dies nötig ist. In der Regel fordert er es nur bei besonders wichtigen Angaben, um Falschaussagen zu vermeiden. Allerdings sind auch Zeugen ohne Eid der Wahrheit verpflichtet.
Welche Folgen hat ein Meineid?
Schwört man in den USA wirklich noch auf die Bibel?
Was wir aus zahllosen Hollywood-Klassikern kennen, hat mit der heutigen Realität nur noch wenig zu tun. Amerikanische Filme greifen auf dieses Ritual vor allem deshalb zurück, weil es sofort wiedererkennbar ist und dramaturgisch zuverlässig funktioniert: Der Satz „Do you swear to tell the truth …?“ und die auf die Bibel gelegte Hand signalisieren dem Publikum auf Anhieb, dass hier eine Aussage unter Eid gemacht wird.
Hinzu kommt, dass das Schwören auf die Bibel in vielen US-Bundesstaaten tatsächlich lange gängige Praxis war – ein Bild, das sich dadurch tief in der Popkultur festgesetzt hat. In der gerichtlichen Praxis von heute sieht es jedoch anders aus: Viele Gerichte verzichten mittlerweile ganz auf die Bibel oder bieten von vornherein eine religionsneutrale Bekräftigung (Affirmation) an, die rechtlich genauso bindend ist wie der klassische Eid.