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Höhenkrankheit: Wie gefährlich die Bergkrankheit ist und wie man vorbeugt

Foto: Envato / Westend61

Höhenkrankheit: Wie gefährlich die Bergkrankheit ist und wie man vorbeugt

Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit: Extrem-Bergsteigende und -Kletternde kennen die Höhenkrankheit. Doch auch für Reisende, die im Urlaub höhere Gebiete besuchen, kann sie zur tödlichen Gefahr werden.

Salar de Uyuni in Bolivien ist die größte Salzwüste der Welt. Wer sie bestaunen möchte, die Anden in Peru besucht oder auf das höchstgelegene Plateau der Welt nach Tibet reist, sollte sich langsam an die Höhe gewöhnen.

Die schmerzhaften Symptome der Höhenkrankheit

Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit, Desinteresse, Leistungsabfall, Schlaflosigkeit oder Müdigkeit sind erste Symptome der akuten Höhenkrankheit (high altitude illness, kurz: HAI). Zum Problem wird sie ab etwa 2300 Metern über dem Meeresspiegel. Doch nicht immer bleibt es bei diesen eher harmlosen Beschwerden. Starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Atemnot, Sehstörungen, Husten, Bewusstseinsstörung und Bewusstlosigkeit sind ebenfalls mögliche Folgen. Im schlimmsten Fall sammelt sich Flüssigkeit in Lunge oder Gehirn an. Diese sogenannten Ödeme können zum Tod führen.

Die Höhenkrankheit umfasst drei Krankheitsbilder:

  • Die akute Höhenkrankheit (acute mountain sickness, AMS). Dies ist die häufigste Form und trifft vor allem junge und leistungsfähige Bergsteigende: Schwindel, Übelkeit und Antriebslosigkeit sind häufige Symptome.
  • Das höhenbedingte Lungenödem (high altitude pulmonary edema, HAPE). Es entwickelt sich zwei bis fünf Tage nach einem raschen Aufstieg über 3000 Meter und geht mit Atemnot sowie Druckgefühl auf der Brust einher.
  • Das höhenbedingte Hirnödem (high altitude cerebral edema, HACE). Als wichtigstes Warnsignal für ein Hirnödem gelten Gang- und Standunsicherheiten; zudem Halluzinationen, Erbrechen sowie neurologische Ausfälle.

Die Höhenkrankheit ist eine Anpassungsstörung

Grund für die Erkrankung sind die für unseren Körper ungewohnten Bedingungen in der Höhe. Der Luftdruck sinkt, weshalb unsere Lungen weniger Sauerstoff aufnehmen können. Daran müssen wir uns erst anpassen. Bei der Höhenkrankheit handelt es sich also um eine Anpassungsstörung des Körpers. Dabei ist es irrelevant, wie fit eine Person ist – die Höhenkrankheit kann jeden treffen. Allerdings steigt das Risiko für jene, die bereits daran erkrankten. Insbesondere, wenn ein  Höhenlungenödem, festgestellt wurde.

Die einzige Möglichkeit, der Anpassungsstörung vorzubeugen, ist Akklimatisation. Urlauberinnen und Urlauber sollten sich langsam an die Höhe gewöhnen und ihre Reise dementsprechend planen. Expertinnen und Experten empfehlen ab 2000 Metern Höhe nur etwa 500 Höhenmeter pro Tag zu absolvieren. Wer Tagesausflüge in höhere Gebiete plant und sich dann wieder unterhalb der 2000 Meter aufhält, hat außerdem gute Aussichten auf eine symptomfreie Wanderung.

Was gegen die Symptome der Höhenkrankheit hilft

Medikamente bekämpfen zwar nicht die Ursache, aber kurzfristig die schlimmsten Symptome der Höhenkrankheit. Bei leichten Beschwerden hilft es, ausreichend – aber nicht übermäßig – Flüssigkeit zu sich zu nehmen und ein gut bekömmliches, leichtes Gericht zu essen. Außerdem ist Ruhe wichtig. Der Körper benötigt Zeit, um sich an die Umstände zu gewöhnen. Das bedeutet zudem: Erst weiter aufsteigen, wenn die Beschwerden gänzlich abgeklungen sind. Im Notfall müssen Betroffene sofort absteigen, eine Sauerstoffmaske anlegen oder in eine Druckkammer, um ernste gesundheitliche Folgen zu verhindern.

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