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10 Fakten über Regina Ziegler

Foto: Wikimedia Commons / Superbass / CC BY-SA 4.0

10 Fakten über Regina Ziegler

Von der Produktionsassistentin zur international ausgezeichneten Unternehmerin: Regina Ziegler hat sich in einer Männerdomäne durchgesetzt und zahlreiche bekannte Filme und Serien auf den Weg gebracht. Sie starb im Alter von 82 Jahren.

1. Regina Ziegler starb mit 82 Jahren in Berlin

Die deutsche Film- und Fernsehbranche trauert um Regina Ziegler. Die Produzentin ist am 1. November 2026 in Berlin gestorben. Ihre Tochter Tanja Ziegler und ihre Produktionsfirma bestätigten den Tod. Ziegler wurde 82 Jahre alt.

Bis zuletzt blieb sie beruflich aktiv. So besuchte sie noch im Oktober 2026 die Frankfurter Buchmesse und eine Filmpremiere in Berlin. In einem Interview hatte sie zuvor angekündigt, bis zu ihrem 100. Geburtstag weiter Filme produzieren zu wollen. Ihre Karriere umfasste mehr als fünf Jahrzehnte. In dieser Zeit entstanden über 500 Produktionen für Kino und Fernsehen unter ihrer Verantwortung.

2. Ziegler gründete ihre Produktionsfirma mit 60 Mark

Regina Ziegler wurde am 8. März 1944 in Quedlinburg geboren. Sie wuchs im niedersächsischen Obernkirchen auf. Ihre Mutter arbeitete als Journalistin und nahm sie schon früh mit ins Kino. Auf diese Weise wurde ihr Interesse am Film geweckt.

Zunächst schlug Ziegler jedoch einen anderen Berufsweg ein. 1964 zog sie nach Berlin, um Jura zu studieren. Das Studium brach sie nach kurzer Zeit ab. Stattdessen arbeitete sie beim Sender Freies Berlin (SFB).

Der entscheidende Schritt folgte am 27. April 1973, als sie im Alter von 29 Jahren ihre eigene Filmproduktionsfirma gründete. Nach eigenen Angaben besaß sie damals lediglich über 60 D-Mark Startkapital. Das Geld für ihre ersten Projekte musste sie sich anderweitig beschaffen. Die Gründung fiel in eine Zeit, in der die deutsche Filmbranche von Männern dominiert wurde. Ziegler musste sich als Unternehmerin gegen etablierte Strukturen behaupten.

3. Zieglers erster Film gewann einen Bundesfilmpreis

Der erste Spielfilm ihrer Produktionsfirma hieß „Ich dachte, ich wäre tot“. Regie führte Wolf Gremm, den sie während ihrer Arbeit beim Sender Freies Berlin kennengelernt hatte. Das Projekt war riskant. Ziegler musste die Finanzierung organisieren und die Verantwortung für die Produktion übernehmen.

Der Film wurde mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Damit gelang ihr bereits zum Einstieg eine Anerkennung, die in der Branche Gewicht hatte.

Auch privat fanden Ziegler und Gremm zusammen. 1977 heirateten die beiden. Über Jahrzehnte prägte ihre Zusammenarbeit einen Teil ihrer beruflichen Laufbahn. Gremm starb 2015 an Krebs.

4. Ziegler arbeitete mit Rainer Werner Fassbinder und anderen Größen

Ziegler strebte die Zusammenarbeit mit bekannten Regisseuren und Schauspielern an. Dazu gehörten Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff und Ulrich Schamoni. Auch mit Corinna Harfouch und Götz George arbeitete sie zusammen.

Ein Beispiel ist der Film „Kamikaze 1989” aus dem Jahr 1982, in dem Fassbinder die Hauptrolle spielte. In „Solo für Klarinette“ standen Corinna Harfouch und Götz George vor der Kamera.

Ziegler unterstützte außerdem anspruchsvolle Literaturverfilmungen. Dazu gehörten „Fabian” nach dem Roman von Erich Kästner und „Nach Mitternacht” nach dem Werk von Irmgard Keun.

Diese Auswahl zeigt eine wichtige Facette ihrer Arbeit. Sie produzierte Unterhaltung für ein breites Publikum und gab zugleich Stoffen mit gesellschaftlichem oder literarischem Anspruch Raum.

5. Mehr als 500 Produktionen entstanden unter Zieglers Federführung

Mit (nach eigenen Angaben) mehr als 500 produzierten Filmen und Serien zählt Regina Ziegler zu den erfolgreichsten Produzentinnen Deutschlands. Zu den Produktionen zählen Kinofilme, Fernsehfilme, Dokumentationen und Serien.

Einige Produktionen erreichten ein großes Publikum. Andere richteten sich an ein anspruchsvolleres Publikum oder behandelten politische und historische Themen. Diese Bandbreite war Teil ihres Geschäftsmodells.

Zu den bekannten Produktionen zählen „Weissensee“, „Die große Flatter“, „Der Mann mit dem Fagott“ und „Ich war noch niemals in New York“. Auch die ZDF-Reihen „Kommissarin Heller” und „Lena Lorenz” gehörten zum Portfolio.

6. Zieglers Produktionen schafften es bis zur Oscar-Nominierung

Auch international fand die Arbeit der Produzentin Anerkennung. Zwei ihrer Produktionen, „Fabian” und „The Dutch Master”, erhielten Oscar-Nominierungen.

Bereits 1980 gewann sie mit „Malou” den Jurypreis beim Filmfestival in Cannes. Für den Dokumentarfilm „November Days” erhielt sie 1990 den Adolf-Grimme-Preis.

2006 widmete das Museum of Modern Art in New York ihr eine eigene Retrospektive. Eine solche Werkschau zeigt, dass ihre Produktionen auch außerhalb Deutschlands wahrgenommen wurden.

Ziegler arbeitete somit über den deutschen Fernsehmarkt hinaus. Ihre Filme erreichten internationale Festivals und kulturelle Institutionen.

7. Zieglers Tochter war eng in ihr Unternehmen eingebunden

Regina Ziegler führte ihre Produktionsfirma später gemeinsam mit ihrer Tochter Tanja. Diese stieg Anfang der 2000er-Jahre in das Unternehmen ein. Ab dem Jahr 2000 arbeiteten beide an der Weiterentwicklung des Familienbetriebs.

Ihre Zusammenarbeit ging über eine reine Nachfolgeregelung hinaus. Mutter und Tochter teilten sich die unternehmerische Verantwortung. Damit schuf Ziegler die Grundlage dafür, dass ihr Unternehmen auch nach ihrem Tod weitergeführt werden kann.

Auch außerhalb der Filmproduktion engagierten sich beide gemeinsam. So betrieben sie seit 2011 das Berliner Programmkino Filmkunst 66 und unterstützten damit die Präsentation von Kinofilmen jenseits des großen Mainstream-Angebots.

8. „Weissensee“ wurde zu einem von Zieglers großen Fernseherfolgen

Mit der ARD-Serie „Weissensee“ schuf Ziegler eine der bekanntesten deutschen Fernsehserien seiner späteren Karriere. Die Familiengeschichte, die im Jahr 1980 in der DDR spielt, erzählt von zwei Familien, deren Lebenswege durch die politischen Verhältnisse miteinander verbunden sind.

Die Serie verbindet private Konflikte mit der Geschichte der DDR. Dabei geht es um Überwachung, Anpassung, Widerstand und die Macht der Staatssicherheit. Die erste Staffel wurde 2010 ausgestrahlt und mit dem Deutschen Fernsehpreis als beste Serie ausgezeichnet.

Auch mit anderen Fernsehproduktionen erreichte Ziegler ein großes Publikum. Dazu gehören „Familie Bundschuh“, „Kommissarin Heller“ und „Lena Lorenz“. Damit prägte sie über Jahre das deutsche Fernsehprogramm.

9. Ziegler erhielt den Deutschen Filmpreis, den Emmy und mehr

Die Liste ihrer Auszeichnungen reicht von deutschen Filmpreisen bis zu internationalen Ehrungen. Dazu gehören der Deutsche Filmpreis, der Adolf-Grimme-Preis und der International Emmy Award.

1999 erhielt sie den Grimme-Preis für ihr Lebenswerk. 2016 folgte der Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie, der auch Ehren-Lola genannt wird. 2018 wurde sie mit dem Carl Laemmle Produzentenpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Im Jahr 2024 erhielt sie außerdem den Deutschen Gründerpreis für ihr Lebenswerk. Mit dieser Auszeichnung wurde auch ihre unternehmerische Leistung gewürdigt. Ziegler hatte ein unabhängiges Produktionsunternehmen aufgebaut und über Jahrzehnte erfolgreich geführt.

Die Ehrungen spiegeln zwei Seiten ihrer Karriere wider: Sie war eine Produzentin mit Gespür für Filmstoffe und zugleich eine Unternehmerin, die wirtschaftliche Verantwortung übernahm.

10. Der Name von Zieglers Autobiografie ist Programm

2017 veröffentlichte Regina Ziegler in Zusammenarbeit mit der Autorin Andrea Stoll ihre Autobiografie „Geht nicht, gibt’s nicht. Mein filmreifes Leben“. Der Titel beschreibt eine Haltung, die sich durch ihre berufliche Laufbahn zog. Sie setzte auf eigene Ideen und war bereit, dafür finanzielle Risiken einzugehen.

In Interviews sprach sie offen über die Schwierigkeiten bei der Finanzierung ihrer Filme. Auch Schulden und wirtschaftliche Rückschläge gehörten zu ihrer Laufbahn.

Noch im Jahr 2026 dachte sie an neue Projekte. Ihr Wunsch, bis zu ihrem 100. Geburtstag weiterzuproduzieren, machte deutlich, wie sehr sie ihren Beruf als Lebensaufgabe verstand.

Mit Regina Ziegler verliert die deutsche Filmbranche eine Produzentin, die über fünf Jahrzehnte hinweg Projekte ermöglicht hat. Ihr Einfluss lässt sich an den mehr als 500 Produktionen messen. Er zeigt sich auch darin, dass sie Frauen den Weg in einer lange männlich geprägten Branche ebnete.

Begriffserklärungen und Definitionen rund um Regina Ziegler

Filmproduzentin

Eine Filmproduzentin organisiert und finanziert Filmprojekte. Sie trägt die Verantwortung für die wirtschaftlichen Aspekte eines Projekts und begleitet es von der Planung bis zur Fertigstellung.

Produktionsfirma

Eine Produktionsfirma entwickelt, finanziert und realisiert Filme und Fernsehserien. Dafür arbeitet sie mit Regisseuren, Schauspielern, Sendern und weiteren Dienstleistern zusammen.

Grimme-Preis

Der Adolf-Grimme-Preis ist eine Auszeichnung für herausragende Fernsehproduktionen. Er ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für Qualität im deutschen Fernsehen. Benannt wurde er nach dem ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks, Adolf Grimme (1889–1963).

Drei Kurzantworten rund um Regina Ziegler

Wer war Regina Ziegler?

Regina Ziegler (1944–2026) war eine deutsche Film- und Fernsehproduzentin. Sie gründete 1973 ihre eigene Produktionsfirma, für die sie mehr als 500 Produktionen realisierte.

Welche bekannten Filme und Serien produzierte Regina Ziegler?

Zu ihren bekanntesten Produktionen gehören „Weissensee“, „Fabian“, „Kamikaze 1989“, „Der Mann mit dem Fagott“ sowie „Ich war noch niemals in New York“.

Welche Auszeichnungen erhielt Regina Ziegler?

Sie erhielt unter anderem den Deutschen Filmpreis, den Grimme-Preis, den International Emmy sowie den Carl Laemmle Produzentenpreis. Im Jahr 2016 wurde sie mit der Ehren-Lola für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Häufig gestellte Fragen zu Regina Ziegler

Wann ist Regina Ziegler gestorben?

Regina Ziegler ist am 1. November 2026 im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben.

Wie viele Filme produzierte Regina Ziegler?

Unter ihrer Leitung wurden mehr als 500 Film- und Fernsehproduktionen realisiert.

War Regina Ziegler mit einem Regisseur verheiratet?

Ziegler war mit dem Regisseur Wolf Gremm verheiratet. Beide arbeiteten auch beruflich zusammen. Gremm starb im Jahr 2015.

Wer führt die Produktionsfirma Ziegler Film weiter?

Bereits seit dem Jahr 2000 war ihre Tochter Tanja Ziegler in das Unternehmen eingebunden. Gemeinsam mit ihrer Mutter führte sie die Firma.

Welche Serie machte Regina Ziegler besonders bekannt?

Zu ihren bekannten Fernsehproduktionen gehört die ARD‑Serie „Weißensee“. Auch die Serien „Kommissarin Heller“ und „Lena Lorenz“ zählen zu ihren erfolgreichen Produktionen.

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