Wie erfasst ein Fitness-Tracker Ihre Bewegungen?
Ein Fitness-Tracker erfasst körperliche Aktivitäten mithilfe verschiedener Sensoren, vor allem durch einen integrierten Beschleunigungssensor. Dieser Sensor erkennt Bewegungen des Körpers in unterschiedliche Richtungen und wandelt sie in Daten um.
Anhand bestimmter Bewegungsmuster kann das Gerät feststellen, ob eine Person geht, läuft oder sich anderweitig bewegt. Die aufgezeichneten Daten werden anschließend von einer Software analysiert, um Informationen über unsere Aktivität zu gewinnen.
Auf Grundlage dieser Messungen berechnet der Fitness-Tracker unter anderem die Anzahl der Schritte sowie die zurückgelegte Strecke. Dabei spielen die Intensität, Dauer und Häufigkeit der Bewegungen eine wichtige Rolle. Viele Geräte berücksichtigen zusätzlich persönliche Angaben wie Körpergröße, Gewicht oder Schrittlänge, um möglichst genaue Ergebnisse zu liefern.
Die Genauigkeit der Messwerte hängt jedoch von mehreren Faktoren ab, beispielsweise von der Qualität der Sensoren, der richtigen Kalibrierung und davon, wie der Fitness-Tracker getragen wird. Die gängigsten Fitness-Tracker sind dafür ausgelegt, am Handgelenk getragen zu werden. Die gesammelten Daten werden in der Regel in einer Begleit-App für Smartphones angezeigt.
Welche Sensoren stecken in einem Fitness-Tracker?
Moderne Fitness-Tracker kombinieren mehrere Sensoren, um verschiedene Daten zu erfassen:
Herzfrequenzsensor
Dieser misst Ihren Puls mittels Lichtreflexion. Dazu leuchten grüne LEDs auf Ihre Haut, und ein Sensor erfasst, wie viel Licht zurückgeworfen wird. Diese Methode wird als Photoplethysmographie (PPG) bezeichnet. Mithilfe dieser Methode wird der Blutfluss und somit der Puls berechnet. Grünes Licht ist für diese Technik ideal, da sich bei jedem Herzschlag das Blutvolumen im Handgelenk erhöht. Daher wird grünes Licht eher absorbiert als reflektiert.
Schlaf-Tracker
Schlaf-Tracker erkennen anhand Ihrer Bewegungen und Ihrer Herzfrequenz, wann Sie schlafen. Wenn Sie sich über einen längeren Zeitraum kaum oder gar nicht bewegen, deutet dies auf einen Schlafzustand hin. Ein qualitativ hochwertiger Schlaf-Tracker kann zwischen leichtem Schlaf, Tiefschlaf und REM-Phasen unterscheiden.
Ermöglichen Fitness-Tracker wirklich einen gesünderen Lebensstil?
Fitness-Tracker können tatsächlich zu einem gesünderen Alltag beitragen. Dies setzt jedoch voraus, sich regelmäßig und aktiv mit den erfassten Daten auseinanderzusetzen. Nur wer sich die Zeit dafür nimmt, kann nützliche Einblicke gewinnen und erkennen, welche Auswirkungen welche Aktivitäten auf das eigene Wohlbefinden haben.
Was können Fitness-Tracker noch?
Stressmanagement
Viele Tracker messen Ihre Herzfrequenzvariabilität (HRV). Diese gibt Aufschluss über Ihr Stresslevel. Viele Apps schlagen in solchen Fällen Atemübungen vor, die beim Entspannen helfen.
GPS und Standortdaten
Einige Tracker nutzen das GPS Ihres Smartphones, um Ihre Laufrouten aufzuzeichnen. Auf diese Weise erhalten Sie einen Überblick, wie weit und wie schnell Sie gelaufen sind. Hierdurch ist es auch möglich, Ihre Leistung beim Laufen auf derselben Route an unterschiedlichen Tagen zu vergleichen.
Messung des Sauerstoffgehalts im Blut
Auch hier kommt die Photoplethysmographie-Technik zum Einsatz. Dabei leuchten LEDs (meist rot und infrarot) durch die Haut am Handgelenk und ein Sensor misst, wie viel Licht durch das pulsierende Blut absorbiert wird. Da sauerstoffreiches und sauerstoffarmes Blut Licht unterschiedlich stark absorbieren, kann der Tracker daraus den ungefähren Sauerstoffanteil berechnen. Die Messung ist nicht so genau wie eine Untersuchung durch Krankenhauspersonal, eignet sich aber gut zur Orientierung im Alltag und beim Sport.
Fitness-Tracker und Datenschutz: Wer sieht meine Daten?
Die von Fitness-Trackern erfassten Daten – etwa Schritte, Herzfrequenz oder Schlafverhalten – werden häufig mit einer App auf dem Smartphone synchronisiert und anschließend in der Cloud des jeweiligen Herstellers gespeichert. Dort werden sie verarbeitet, um Funktionen wie Auswertungen, Trainingspläne oder Gesundheitsstatistiken bereitzustellen. Je nach Anbieter können diese Daten auch für Produktverbesserungen oder Analysen weiterverarbeitet werden.
Grundsätzlich betonen die meisten Hersteller, dass Nutzerinnen und Nutzer die Kontrolle über ihre Daten behalten. In den App-Einstellungen lässt sich in der Regel festlegen, welche Informationen gespeichert oder an Dritte weitergegeben werden dürfen. Dennoch ist umstritten, wie datensparsam gängige Fitness-Tracker wirklich sind – vor allem, weil bei den meisten Herstellern Daten in die USA übertragen werden. Fitness-Tracker ohne Cloud-Integration sind aktuell eine Seltenheit. Einige Geräte von Garmin und Withings können so konfiguriert werden, dass sie ohne Übertragung von Daten in die Cloud auskommen.
Die Grenzen der Technik von Fitness-Trackern
Fitness-Tracker sind zwar hilfreiche Begleiter im Alltag, allerdings sind ihre Messwerte oft nicht exakt. Insbesondere die Schrittzählung kann je nach Gerät, Trageweise oder Bewegungsart um bis zu zehn Prozent abweichen. Das liegt daran, dass bestimmte Bewegungen durch Bewegungssensoren falsch interpretiert oder gar nicht erst erfasst werden.
Auch andere Funktionen, wie etwa die Schlafanalyse, basieren nicht auf direkten medizinischen Messungen. Sie beruhen vielmehr auf einer Kombination aus Bewegungsdaten und Herzfrequenzmessungen, die mithilfe von Algorithmen weiterverarbeitet werden. Diese ergibt lediglich Wahrscheinlichkeiten für die verschiedenen Schlafphasen. Dadurch entstehen zwar hilfreiche, aber dennoch nur geschätzte Werte. Falls Sie den Eindruck haben, dass die Auswertungen Ihres Fitness-Trackers auf mögliche gesundheitliche Probleme hindeuten, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Was kann das Fitbit Air?
Googles erster Fitness-Tracker seit drei Jahren setzt vor allem auf ein einfaches Design. Es besitzt weder ein Display noch Knöpfe oder Schalter. Dadurch ist es leichter und unauffälliger als viele Konkurrenzprodukte.
Google gibt an, sich vor allem auf die inneren Features zu konzentrieren. Hierzu gehören das Tracking von Gesundheits- und Fitnessdaten wie Schrittzahl, Herzfrequenz und Schlafqualität sowie eine automatische Trainingserkennung. Außerdem benötigt das Fitbit Air im Gegensatz zu etlichen Konkurrenten kein kostenpflichtiges Abo, um funktionsfähig zu sein. Die Akkulaufzeit soll etwa eine Woche betragen. Dazu kommen Wasserfestigkeit bis 50 Meter und austauschbare Armbänder sowie ein günstiger Preis. Aktuell kann der Fitness-Tracker für 99 Euro vorbestellt werden.
Ebenso wird die Verbindung mit Googles neuer Gesundheitsplattform „Google Health” beworben. Das Fitbit Air soll KI-gestützte Auswertungen und personalisierte Gesundheitstipps liefern, ohne Nutzerinnen und Nutzer mit zu vielen Funktionen zu überladen. Google positioniert das Gerät als einfache Alternative zu komplexen Smartwatches. Ob dies gelingt, wird sich zeigen.
Quelle: YouTube / madebygoogle
Definitionen und Begriffserklärungen
Beschleunigungssensor
Ein Beschleunigungssensor misst die Bewegungsgeschwindigkeit eines Objekts. In einem Fitness-Tracker erkennt dieser Ihre Bewegungen und übersetzt sie in Schritte oder andere Aktivitäten. Auf diese Weise wird Ihre körperliche Aktivität gemessen.
Photoplethysmographie (PPG)
PPG ist eine Methode zur Messung der Herzfrequenz. Dabei wird Licht auf die Haut gestrahlt und die entstehende Reflexion gibt Aufschluss über den Blutfluss. Diese Technik kommt in vielen Fitness-Trackern zum Einsatz.
Herzfrequenzvariabilität (HRV)
Die Herzfrequenzvariabilität beschreibt die Zeitabstände zwischen den Herzschlägen. Eine hohe HRV deutet auf einen entspannten Zustand hin. Eine niedrige HRV kann auf Stress oder Überlastung hindeuten.
Häufig gestellte Fragen zu Fitness-Trackern
Was misst ein Fitness-Tracker?
Daten wie Schrittzahl, Herzfrequenz, Schlafqualität, Stresslevel und Aktivitäten wie Laufen oder Radfahren.
Wie funktioniert die Schrittzählung?
Ein Beschleunigungssensor im Fitness-Tracker erkennt Bewegungen und rechnet diese in Schritte um.
Kann ein Fitness-Tracker meine Gesundheit verbessern?
Ja, indem er Ihnen Einblicke in Ihre Aktivitäten und Schlafmuster gibt und Sie zu mehr Bewegung motiviert.
Brauche ich ein Smartphone, um einen Fitness-Tracker zu verwenden?
Die meisten Fitness-Tracker benötigen ein Smartphone, um die gemessenen Daten zu synchronisieren und auszuwerten.
Wie lange hält der Akku eines Fitness-Trackers?
Der Akku hält je nach Modell und Nutzung zwischen 3 und 14 Tage. Bei intensiver Nutzung mit aktiviertem Standort kann die Akkulaufzeit kürzer sein.
Sind Fitness-Tracker wasserdicht?
Viele Modelle sind wasserdicht und können beim Schwimmen oder Duschen getragen werden. Die genaue Wasserfestigkeit variiert jedoch je nach Modell.
Wie genau ist die Herzfrequenzmessung eines Fitness-Trackers?
Die Messung ist für den Alltag ausreichend genau, ermöglicht jedoch keine medizinischen Diagnosen. Für präzise Werte sollten Sie ein spezialisiertes Blutdruckmessgerät verwenden.
