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Mondfinsternis

Mondfinsternis 2022: Was bei einem totalen Blutmond passiert

Licht aus: wenn der Mond verdunkelt

Dunkler Nachthimmel mit einer voranschreitenden Mondfinsternis, die den Trabanten noch nicht vollständig bedeckt, jedoch schon in einen Blutmond einfärbt.

Mondfinsternis und Blutmond sind ein besonderes Phänomen am Nachthimmel. In den frühen Morgenstunden des 16. Mai 2022 können wir es wieder beobachten. Wie es dazu kommt, dass sich der Mond verdunkelt und was der Unterschied zum Neumond ist.

Dunkler Nachthimmel mit einer voranschreitenden Mondfinsternis, die den Trabanten noch nicht vollständig bedeckt, jedoch schon in einen Blutmond einfärbt.
IciakPhotos / Envato

Bei einer Mondfinsternis taucht der Himmelskörper in einen rötlichen Schatten und wird deshalb auch Blutmond genannt.

Die Erde kreist um die Sonne und der Mond kreist um die Erde. Außerdem dreht sich die Erde um die eigene Achse. So ergeben sich die uns bekannten Zyklen: Tage, Monate, Jahre. Ist unsere Erdhälfte der Sonne zugewandt haben wir hellen Tag. Der Mond ist kaum oder gar nicht am Himmel zu erkennen. Dreht sich unser Planet weiter, wendet sich unser Erdteil vom Sonnenlicht ab. Es ist Nacht und der Mond erscheint leuchtend am dunkelblauen Himmel. Jedoch nicht, weil er selbst ein Leuchtkörper ist, sondern weil er von der Sonne angestrahlt wird und das Licht reflektiert. Innerhalb des Kreislaufs ergeben sich unterschiedliche Konstellationen und Positionen der Himmelskörper, die das Bild am Firmament verändern.

Wie eine Mondfinsternis entsteht

Während einer Mondphase nimmt der Mond vermeintlich zu und ab. So sieht es von der Erde betrachtet zumindest aus: Vom unsichtbaren Neumond bis zum kugelrunden Vollmond vergehen etwa 14 Tage. Weitere zwei Wochen verändert sich der Mond in die andere Richtung: Der pralle Vollmond verschlankt zum Neumond. Nach diesem Zyklus von etwa 29,5 Tagen richten sich weltweit kulturelle und religiöse Feiertage. Das Christentum richtet zum Beispiel das Osterfest nach dem Mond aus.

Die Planeten unseres Sonnensystems und ihre Trabanten bewegen sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. So auch die Erde und ihr Mond. Ihre Körperachsen und Umlaufbahnen sind außerdem etwas geneigt. Dadurch ergeben sich neben den gewohnten Rhythmen aus Tag und Nacht oder den Jahreszeiten auch immer wieder besondere Himmelsphänomene. Eine Finsternis findet immer dann statt, wenn Sonne, Mond und Erde exakt eine Linie bilden. Bei einer Mondfinsternis steht der Himmelskörper im Schatten unseres Planeten, sodass er das Sonnenlicht nicht in die Nacht reflektieren kann. Wir sehen ihn dunkel eingefärbt.

Darin unterscheiden sich Neumond und eine Mondfinsternis

Anders als die Erde dreht sich der Mond nicht um die eigene Achse. Während der Trabant unseren Planeten umkreist, zeigt er uns immer die gleiche Seite. Tatsächlich kennen die Menschen die Mondrückseite erst seit 1959. Russische Raumfahrer umkreisten den Mond und fotografierten die bis dahin unbekannte Rückansicht.

Auf seiner Laufbahn um die Erde und mit der Erde um die Sonne liegt auch beim Mond immer eine Kugelhälfte im Schatten. Neumond ist immer dann, wenn der Trabant uns seine Schattenseite vollständig zeigt. Dann hat der Mond eine Position zwischen Sonne und Erde. Stehen alle drei in einer Linie zueinander, wäre eine totale Sonnenfinsternis möglich. Bei Neumond befindet sich der Trabant auf der Tagseite der Erde und ist deshalb am Nachthimmel nicht zu sehen.

Eine Darstellung von der Konstellation Mond und Erde bei Neumond zur Unterscheidung zur Mondfinsternis.
goinyk / Envato

Bei Neumond ist die Schattenseite des Mondes zur Erde gewandt.

Bei einem Vollmond ist die Schattenseite des Mondes von uns abgewandt und wir sehen den gesamten, leuchtenden Kreis am Himmel. Die Erde hat dann eine Position zwischen Sonne und Mond. Bild sterben drei in dieser Konstellation Eine Linie, wirft die Erde einen Schatten auf den Himmelskörper und wir sehen eine Mondfinsternis.

Der Neumond findet einmal im Monat als Teil des Mondzyklus statt. Für eine Mondfinsternis hingegen müssen Erde, Sonne und der Trabant in einer Vollmondnacht in einer bestimmten Konstellation stehen. Aufgrund der Neigungswinkel in denen Mond und Erde ihre Kreise ziehen, sind die Schatten für eine Mondfinsternis selten sichtbar.

Warum ist der Blutmond rot?

Eine Mondfinsternis ist nicht so finster wie sie klingt. Während beim Neumond tatsächlich kein Lichtkörper den Nachthimmel erhellt, taucht eine Mondfinsternis den Trabanten in einen Schatten. Dabei kann die Erde nicht die gesamte Strahlkraft der Sonne vom Mond abschirmen. Der Erdtrabant ist deshalb am Nachthimmel sichtbar, erscheint jedoch rötlich eingefärbt. Deshalb wird das Phänomen auch Blutmond genannt.

Sonnenlicht bündelt mehrere Lichtfarben, sodass es unter normalen Umständen weiß auftritt. Wird es gebrochen, beispielsweise bei einem Regenbogen, können wir mit den bloßen Augen das Farbspektrum von Blau bis Rot erkennen. Steht bei einer Mondfinsternis die Erde zwischen Sonne und Mond bricht das Sonnenlicht an der Erdatmosphäre. Die kurzwelligeren Lichtstrahlen Blau und Grün werden ins All abgeleitet. Das langwellige rote Licht hingegen wird auf den Mond gelenkt und reflektiert. Daher erscheint der Mond bei einer Finsternis rötlich.

Mondfinsternis 2022: Wann sehen wir die nächsten Blutmonde?

Ereignisse wie Mondfinsternisse oder ein Verdunkeln der Sonne sind gar nicht so selten. Durch die ständige Rotation und Bewegung der Planeten in unserem Sonnensystem kommen totale oder partielle Überschneidungen immer wieder vor. Allerdings sind sie niemals auf der gesamten Welt sichtbar. Ein Blutmond befindet sich von unserem Standort betrachtet dann beispielsweise unterhalb des Horizonts. Ebenso wie die Sonne am Tag wandert auch der Mond am Firmament: Er geht auf und unter. Je nachdem zu welchem ​​Zeitpunkt die Konstellation für eine Mondfinsternis eintritt, ist sie nur sehr kurz oder nur im Ansatz zu erkennen. Ebenso können Wolken, Bäume oder hohe Gebäude die Sicht auf das Himmelsphänomen versperren.

Die nächste totale Mondfinsternis findet in den frühen Morgenstunden des 16. Mai 2022 statt. Gegen 4:30 Uhr am Morgen wird der Mond so in den Schatten der Erde eintreten, dass er sich langsam verfärbt. Zwei totale Blutmonde erwarten uns 2025: Am 14. März und am 7. September 2025 wird sich der Mond unter anderem über Deutschland verdunkeln. Jeweils am 28. Oktober 2023 und am 18. September 2024 wird außerdem eine partielle Mondfinsternis zu sehen sein.