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Warum klingt unsere Stimme aufgenommen anders: ein professionelles Mikrofon

Foto: Envato / leszekglasner

Warum klingt die eigene Stimme aufgenommen so anders?

Quäkig, schrill, fast fremd: Hören wir eine Aufnahme unserer Stimme, erkennen wir sie oft kaum wieder. Warum klingt unsere Stimme aufgenommen ganz anders?

Hören wir unsere Stimme aus einem Lautsprecher, klingt sie anders, als wir es gewohnt sind. Der Grund: Es fehlt etwas.

Dass unsere eigene Stimme auf einer Sprachnachricht oder Sprachnotiz anders klingt, liegt nicht etwa an schlechtem Equipment. Auch Radio- und Fernsehmoderatoren kennen den Unterschied zwischen dem alltäglichen Klang ihrer Stimme und einer Aufnahme. Allerdings haben sie sich als Profis inzwischen daran gewöhnt.

Was wir von unserer Stimme hören, besteht aus zwei Komponenten

Schallwellen setzen sich beim Sprechen durch die Luft fort und werden von unseren Ohren in Klang umgewandelt. So nehmen wir die Stimmen anderer Menschen wahr. Wenn wir selbst sprechen, hören wir den Klang unserer Stimme jedoch aus zwei gleichzeitig erklingenden Quellen.

Zum einen hören wir die Schallwellen, die in unser Trommelfell gelangen. Zum anderen bringt unsere Stimme gleichzeitig die Knochen in unserem Kopf zum Vibrieren. Diese Vibrationen werden durch den Kiefer direkt an unser Trommelfell weitergeleitet. Dieses Phänomen nennt sich Knochenleitung.

Die Kombination aus den Schallwellen und dem Knochenschall ergibt den Klang, den wir selbst von unserer Stimme gewohnt sind. Durch den Knochenschall angereichert klingt unsere Stimme voller und ein wenig tiefer – wie mit einem natürlichen Halleffekt angereichert.

Fehlt eine der Komponenten, wird der Klang für uns ungewohnt

Hören wir unsere Stimme allerdings aus einer anderen Quelle – wie etwa aus einem  Lautsprecher –, kommen nur die durch die Luft übertragenen Schallwellen in unserem Ohr an. Der Knochenschall, den wir üblicherweise zusätzlich hören, fehlt dagegen. Dadurch klingt unsere Stimme so ungewohnt.

So klingen wir für Freunde, Bekannte und Kollegen

Unsere Mitmenschen dagegen hören in einem solchen Fall nur, was sie immer hören. Unsere Stimme klingt für sie vollkommen normal – auch wenn sie diese auf einer Aufnahme hören. Schließlich kommt der Knochenschall, den wir in unserem Kopf hören, bei ihnen nicht an. Sie kennen unsere Stimme gar nicht anders.

Tipps für angehende Sprachprofis

  • Machen Sie regelmäßig Aufnahmen Ihrer Stimme und hören Sie diese genau an. Das sorgt für einen Gewöhnungseffekt und für mehr Akzeptanz für Ihre wahre Stimme.
  • Machen Sie sich ein differenziertes Bild, was Sie an Ihrer Stimme mögen und was nicht. Arbeiten Sie an den Stärken Ihrer Stimme und versuchen Sie, ihre Schwächen zu minimieren.
  • Kein Aufnahmegerät oder Smartphone zur Hand? Legen Sie die Hände zwischen Kieferknochen und Ohren an den Kopf. Auf diese Weise können Sie den Knochenschall größtenteils ausblenden und Ihre wahre Stimme hören.
  • Sie möchten nur den Knochenschall hören? Halten Sie beide Ohren zu, summen Sie oder sprechen Sie leise.
  • Atmen Sie beim Sprechen in den Bauch. Das lässt Ihre Stimme auch ohne die Hilfe des Knochenschalls voller klingen.
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