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Schmelzende Giganten: Die Gletscher der Erde

Foto: Envato / Galyna_Andrushko

Schmelzende Giganten: die Gletscher der Erde

Gletscher sind die größten Süßwasserspeicher der Welt. Sie bewegen sich, formen die Landschaft, wachsen – und schrumpfen aber auch. Die Klimaerwärmung beschleunigt das große Schmelzen und die Riesen aus Eis verschwinden mit zunehmender Geschwindigkeit.

Die Gletscher der Erde, das sind gigantische Kolosse aus Eis, gewachsen über viele tausend Jahre. Sie haben ihre Umgebung entscheidend geformt und sind Zeitzeugen der Erdgeschichte: Aktuell bedecken Gletscher etwa zehn Prozent aller Landflächen unseres Planeten – das entspricht 15 Millionen Quadratkilometer eisiger Naturgewalt.

Während der letzten Kaltzeit waren sogar 32 Prozent der Erdoberfläche von Gletschereis bedeckt. Doch die durch den Klimawandel bedingte Erderwärmung bringt ein Abschmelzen der Eiskappen und Gletscher mit – und trägt so zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Ist es durch die zunehmenden Temperaturen nur noch eine Frage der Zeit, bis die Giganten aus Eis verschwunden sind?

Kolosse in Bewegung

Für viele Flusssysteme sind Gletscher bedeutende Wasserlieferanten. Sie haben entscheidenden Einfluss auf das globale Klima. In der Landschaft hinterlassen sie tiefe Spuren – denn Gletscher bewegen sich: Sie gleiten und fließen. Durch den Druck des Eises entsteht auf der Unterseite ein wässriger Film, auf dem die Eiskolosse sich vorwärts schieben.

So gestalten Gletscher die Erdoberfläche seit Jahrtausenden. Nichts kann sich ihrer Kraft widersetzen. Ganze Felsblöcke können sie transportieren. Eingeschlossenes Gestein wirkt dabei wie Schmirgelpapier. In ihrem Inneren sind nicht nur Geröll und Staub, sondern auch tierische und pflanzliche Überreste eingeschlossen. Zur Erforschung der Erd- und Klimageschichte entnehmen Wissenschaftler Eisbohrkerne und analysieren die enthaltenen Strukturen.

Massive Auswirkungen auf Umwelt und Mensch

Weltweit ist ein Sterben der Gletscher feststellbar – trotz unterschiedlichen geographischen Bedingungen in vergleichbarem Ausmaß. In den Alpen gibt es heute noch etwa 5000 Gletscher. Berechnungen von Glaziologen lassen vermuten, dass ihre Zahl sich innerhalb der nächsten 20 Jahre halbieren dürfte. Was für die Alpen gilt, gilt mit wenigen Einschränkungen weltweit. Die Trinkwasserversorgung zahlreicher Bergregionen ist abhängig vom Wasser der Gletscher. Ihr Sterben hätte massive Folgen für Ökosysteme, Artenvielfalt, Mensch und Wirtschaft – und würde das Leben auf der Erde entscheidend beeinflussen.

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