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Alkoholsucht

Schluss mit Party: Albtraum Alkoholismus

Schluss mit Party: Albtraum Alkoholismus

Ein Bierchen am Feierabend, eine Flasche Champagner auf das neue Jahr, drei Kurze auf Sabines Geburtstag: Wann hört der Spaß beim Trinken auf und wie entkommt man dem Teufelskreis Alkoholismus? Eine neue Pille verspricht Abhilfe.
  • Alkohol

    Imago/Westend61

    Ein Glas Wein am Abend oder ein Bierchen mit Freunden in der Kneipe: Für viele ist Feiern und Trinken eine entspannende Abwechslung zum stressigen Arbeitsalltag. 105,5 Liter Bier, 20,4 Liter Wein, 5,4 Liter Spirituosen und 4,1 Liter Schaumwein konsumiert der Deutsche durchschnittlich im Jahr. Mit den Risiken, die der Alkohol-Konsum mit sich bringt, will sich kaum einer beschäftigen. Bis es für manchen zu spät ist und die Dauer-Party zum Albtraum wird. Welt der Wunder klärt darüber auf, wer Gefahr läuft, krank zu werden, ab welcher Menge Alkohol ungesund wird, wie sich Alkoholmissbrauch sichtbar macht und stellt ein neues Medikament vor, das die krankhafte Lust auf Alkohol verringert.

  • Alkoholkonsum

    Imago/Westend61

    Im Jahr 2012 betrug der Pro-Kopf-Konsum an alkoholischen Getränken in Deutschland 135,4 Liter, was 9,5 Liter reinem Alkohol entspricht. 96,4 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren trinken Alkohol, wie aus dem „Jahrbuch Sucht 2014“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen hervorgeht. Demnach missbrauchen 1,61 Millionen Deutsche Alkohol und riskieren eine dauerhafte Alkoholabhängigkeit. Rund 1,77 Millionen Männer und Frauen sind bereits alkoholabhängig. Jährlich gehen etwa 74.000 Todesfälle auf riskanten Alkoholkonsum oder auf den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak zurück.

  • Alkoholabhängigkeit

    Imago/Westend61

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Abhängigkeit als „einen seelischen, eventuell auch körperlichen Zustand, der dadurch charakterisiert ist, dass ein dringendes Verlangen oder unbezwingbares Bedürfnis besteht, sich die entsprechende Substanz fortgesetzt und periodisch zuzuführen“. Alkoholabhängigkeit ist eine anerkannte Krankheit, das macht auch die zunehmende Abkehr von der Bezeichnung Alkoholismus deutlich. Die Erkrankung geht dennoch mit vielen Tabus einher: Die betroffenen Menschen schämen sich und versuchen, ihre Abhängigkeit geheim zu halten. Das liegt oft daran, dass die Krankheit noch immer oft als Willens- oder Charakterschwäche gewertet wird.

  • Sucht

    imago/SvenEllger

    Männer, die täglich mindestens 60 Gramm reinen Alkohol trinken und Frauen, die täglich mehr als 40 Gramm Alkohol trinken, gelten als hochgradig gefährdet, abhängig zu werden. 0,2 Liter Wein oder ein Glas Bier beinhalten jeweils rund 20 Gramm reinen Alkohol.

  • Tablette

    imago/MCPhoto

    Ein neuer Wirkstoff verspricht nun den Durchbruch bei der Bekämpfung von riskantem Alkoholkonsum. Seit Herbst 2014 das Arzneimittel Selincro in Deutschland, das auf neuartige Weise hilft. Der Wirkstoff Nalmefen reduziert die verstärkende Wirkung von Alkohol auf das Belohnungssystem im Gehirn, dessen Aktivität bei Alkoholabhängigen verändert ist. Dadurch verringert er das Verlangen, Alkohol zu trinken. Die Tablette eignet sich vor allem bei erwachsenen Alkoholabhängigen, die keine körperlichen Entzugssymptome haben und bei denen keine sofortige Entgiftung erforderlich ist.

  • Alkoholabhängigkeit

    iStock/ KatarzynaBialasiewicz

    Das Medikament Selincro ist zugelassen zur Reduktion des Alkoholkonsums bei Abhängigen, deren Alkoholkonsum sich auf mindestens hohem Risikoniveau befindet - das heißt mehr als 60 Gramm reiner Alkohol pro Tag bei Männern und 40 Gramm bei Frauen. Das entspricht 0,4 Liter Wein bei Frauen und 0,6 Liter Wein bei Männern. Studien haben die Wirkung von Nalmefen bestätigt: Nach sechs Monaten Behandlung waren die "starken Trinktage" von 23 auf neun Tage pro Monat gesunken und der Gesamt-Alkoholkonsum von 102 auf 40 Gramm pro Tag - also jeweils um mehr als 50 Prozent. Nach einem Jahr hatten sich die "starken Trinktage" um 64 Prozent von 19 auf sieben Tage pro Monat und der Gesamt-Alkoholkonsum um 67 Prozent von 100 auf 33 Gramm pro Tag reduziert.

  • Geschlechter

    imago/Westend61

    Heutzutage trinken Männer zwar immer noch deutlich mehr Alkohol, jedoch greifen auch Frauen immer häufiger zur Flasche. Während Männer oft durch das gemeinschaftliche Trinken aus Geselligkeit in die Sucht abrutschen, missbrauchen alkoholabhängige Frauen den Alkohol eher, um mit psychischen Problemen fertig zu werden. Auf zwei alkoholkranke Männer kommt eine abhängige Frau. Alleinstehende sind im Übrigen besonders gefährdet.

  • Missbrauch

    imago/Westend61

    Im Vorfeld zur Abhängigkeit entwickelt sich – meist schleichend – ein Alkoholmissbrauch, der sich an verschiedenen Symptomen zeigt. Das ist zum einen die Unfähigkeit, das Trinken zu reduzieren oder damit aufzuhören. Des Weiteren vernachlässigen Menschen, die missbräuchlich Alkohol konsumieren, nach und nach berufliche und soziale Pflichten. Diese Phase dauert mindestens einen Monat an.

  • Abhängigkeit

    iStock/petdcat

    Wer über einen periodischen Missbrauch hinaus dauerhaft unkontrolliert Alkohol konsumiert, gilt als abhängig. Die Sucht äußert sich zunächst in einem Zwang, trinken zu müssen und in der Unfähigkeit, die Menge zu steuern. Hinzu kommen Entzugserscheinungen. Der Alkohol nimmt einen wesentlichen Platz im Leben des Abhängigen ein, andere Vergnügen treten in den Hintergrund, bis er schon am frühen Morgen mit dem Trinken beginnt.

  • Sucht

    imago/imagebroker

    Es gibt verschiedene Typen und Grade des Alkoholkonsums. Der Alphatrinker gilt als „Konflikttrinker“ oder „Erleichterungstrinker“: Alkohol dient ihm der Entspannung, um gelegentlich Stress abzubauen. Er kann meist jederzeit mit Trinken aufhören.

  • Trinker

    iStock/nyul

    Der Beta-Trinker oder „Gelegenheitstrinker“: Er trinkt meist aus sozialen Gründen, bei Partys, mit Freunden oder Kollegen. Nicht selten werden daraus regelmäßige Gewohnheiten, die in Einzelfällen zur Alkoholabhängigkeit führen können.

  • Zwang

    iStock/MarcBerthold

    Der Gamma-Trinker: Er ist süchtig, trinkt häufig und viel aus einem inneren Zwang heraus. Er kann seinen Konsum über einen längeren Zeitraum nicht mehr kontrollieren. Selbst kleine Mengen Alkohol im Essen können bei ihm ein unstillbares Verlangen auslösen.

  • Alkoholpegel

    iStock/RichLegg

    Der Delta-Trinker, „Spiegeltrinker“ oder „Gewohnheitstrinker“: Er trinkt regelmäßig zu viel, verliert dabei aber nicht die Kontrolle über sich. Er kann nicht ohne Alkohol, weil erste Entzugserscheinungen drohen. Für seine gute Laune braucht er einen gewissen Alkohol-Spiegel.

  • Säufer

    iStock/AND-ONE

    Der Epsilon-Trinker, „episodische Trinker“ oder „Quartalsäufer“: Er kann wochenlang abstinent sein, übertreibt aber dann mit regelrechten Alkohol-Exzessen, die schwere körperliche und soziale Folgen nach sich ziehen.

  • Folgen

    iStock/princigalli

    Aus dem krankhaften Alkoholkonsum ergeben sich Folgen auf mehreren Ebenen. Neben seelischen Symptomen und psychosozialen Auswirkungen, werden die körperlichen Kurz- und Langzeitschäden oft verharmlost. Schnell zunehmend und immer deutlicher zeigen sich die Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs auf das Seelenheil des Betroffenen. Nervosität, Unruhe, Stimmungsschwankungen, Aggressivität, Fahrigkeit, Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Schwitzen, Minderwertigkeitsgefühle, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwäche, Interesselosigkeit oder Überempfindlichkeit sind solche Begleiterscheinungen, die das Leben zunehmend schwer machen.

  • Probleme

    iStock/KatarzynaBialasiewicz

    Das größte Problem sind in der Regel die sozialen Folgen der Alkoholkrankheit: Abhängige vernachlässigen Familie und Beruf, verhalten sich merkwürdig oder aggressiv bis kriminell. Sie sind nicht mehr in der Lage, Versprechen und Zusagen einzuhalten und ziehen sich zunehmend zurück - auch, um ihre Sucht zu verbergen. Hinzu kommt, dass Süchtige ihre Situation oft nicht einsehen und die Schuld bei anderen suchen. Ein geringes Selbstwertgefühl wird dann nicht selten durch großspuriges Auftreten ausgeglichen. Auch die Hygiene leidet unter zunehmendem Alkoholkonsum.

  • Körper

    imago/INSADCO

    Ehe es zu langfristigen Schäden kommt, macht sich starker Alkoholmissbrauch und Abhängigkeit in einer Vielzahl von physischen Krankheitssymptomen bemerkbar. Appetitstörungen, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Müdigkeit, starkes Schwitzen, Herzstechen, Kreislaufstörungen, Entzündungen, Potenzstörungen, ein aufgedunsenes Gesicht, Sehstörungen, Blutergüsse, Bronchitis, Zahnschäden und Zittern sind nur einige der körperlichen Auswüchse der Alkoholkrankheit.

  • Schäden

    iStock/yanyong

    Langfristig zerstört erhöhter Alkoholkonsum innere Organe, allen voran die Leber und die Gehirnfunktionalität. Erkrankungen wie Leberzirrhose, Alkoholepilepsie, Alkoholdemenz, Störungen des Gefäßsystems und Stoffwechsels, Schleimhäute, Speiseröhre, Magen-Darm oder Gallenblase neigen verstärkt zu Entzündungen und die intellektuelle Leistungsfähigkeit kann dauerhaften Schaden nehmen.

  • Entgiftung

    iStock/alexsokolov

    Für die einen ist es besser, sofort mit dem Trinken aufzuhören, für die anderen hilft eine gezielte Reduktion der Alkoholmenge. Ja nach Lebensumstände und Charakter gibt es verschiedene Wege. Hilfe findet man zunächst beim Hausarzt oder Facharzt und bei diversen Beratungseinrichtungen. Nach einer Entgiftungsphase, stehen Zielsetzungen, Gespräche und Rückfallprophylaxe auf dem Therapie-Plan.

Ein Bierchen am Feierabend, eine Flasche Champagner auf das neue Jahr, drei Kurze auf Sabines Geburtstag: Wann hört der Spaß beim Trinken auf und wie entkommt man dem Teufelskreis Alkoholismus? Kann eine neue Pille helfen?

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