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Ernährung

Abgespeckt – Welchen Sinn Diäten machen

Abgespeckt - Welchen Sinn Diäten machen

Ob Models oder Barbiepuppen: Schlank bis zur Magersucht gilt oft als schön. Nicht umsonst machen 75 Prozent aller Frauen irgendwann eine Diät. Doch langfristigen Erfolg kann keine Methode garantieren. Im Gegenteil: Falsches Abnehmen macht krank.
  • Frau misst ihren Bauch

    Imago/CHROMORANGE

    Eine Scheibe Knäckebrot, ein Löffelchen fettreduzierter Streichkäse und drei Radieschen: Die Vorschläge, wie Mann oder Frau angeblich am schnellsten und effektivsten abnehmen, sind nicht mehr zu zählen. Denn der Kampf gegen die Pfunde ist ein gutes Geschäft: 170 Millionen Euro geben allein die Bundesbürger jährlich für ihren Traum aus, schlank zu werden – und zu bleiben. Doch nicht jede angepriesene Methode garantiert langfristigen Erfolg und manche haben sogar gefährliche Nebenwirkungen. Schuld am Diätenwahn ist ein Schönheitsideal, das von magersüchtigen Models und Schauspielerinnen verkörpert wird und alles andere als gut für unsere Gesundheit ist.

  • Frau beim Stretching

    Imago/McPhoto

    Barbiepuppen prägen schon im Kinderzimmer unser Schönheitsideal: Beine bis zum Himmel, Wespentaille, himmelblaue Augen und lange blonde Haare. Ihr männliches Pendant heißt Ken, hat kein Gramm Fett und ist durchtrainiert. Auch im späteren Leben werden wir überall mit solchen absurden Idealvorstellungen konfrontiert – Hochglanzmagazine, Plakatwände und natürlich das Fernsehen präsentieren uns durchtrainierte oder untergewichtige Körper, die oft genug noch vom Schönheitschirurgen korrigiert wurden.

  • Das britische Model Twiggy

    Imago/United Archives

    Kein Wunder, dass sich unter solchen Umständen selbst Normalgewichtige in den gefährlichen Diät-Strudel zu stürzen. Übrigens entstand der Schlankheitswahn, wie wir ihn heute kennen, in den 60er Jahren. Bestes Beispiel: Das extrem dünne britische Model Twiggy diente damals Zeitschriften und Forschern als Vorbild für das Idealgewicht. Früher war das noch anders: In Zeiten der Nahrungsmittelknappheit galt ein fülliges Erscheinungsbild als Schönheitsideal, dem konnten aber natürlich nur Menschen nachkommen, die sich einen Nahrungsvorrat für Notfälle leisten konnten. Die vielleicht berühmtesten Verkörperungen dieses Ideals sind die sinnlich-fülligen Frauengestalten des Barock-Malers Peter Paul Rubens.

  • Gefesselte Hände auf Teller

    Imago/Westend61

    Heute dagegen ist Essen zumindest in den Industrieländern überall im Übermaß verfügbar. Als schön und erfolgreich gilt heutzutage, wer sich selbst unter Kontrolle hat und möglichst ewig jung aussieht. Unzählige Diät- und Fitnessprogramme versprechen, den Wunsch nach dem angeblichen Traumkörper zu erfüllen – zumindest wirtschaftlich mit gutem Erfolg: Denn 75 Prozent aller Frauen machen in ihrem Leben eine Diät. Und immerhin jeder fünfte Mann hat mindestens schon drei davon hinter sich. Tendenz steigend.

  • Frau mit Kopf zwischen den Knien

    Imago/Westend61

    Allerdings gibt es bis jetzt keine einzige Diät, die wirklich langfristigen Erfolg garantieren kann. Im Gegenteil: Bei nicht wenigen Methoden und Programmen kann es zu gefährlichen Nebenwirkungen wie Nährstoffmangel, verminderter Fruchtbarkeit sowie Kreislauf- und Herzrhythmusstörungen kommen.

  • Burger und Waage

    Imago/Westend61

    Ein grundsätzliches Problem beim Abspecken ist der so genannte Jojo-Effekt: 95 Prozent aller Abspecker nehmen nach der Diät wieder zu. Denn, wenn wir nichts oder nur wenig essen, startet unser Körper ein Notprogramm und beginnt, zu sparen, wo er nur kann. Wird ihm dann wieder normale Nahrung zugeführt, traut er dem Frieden nicht so recht und sammelt besonders eifrig Fettvorräte, um für das nächste Mal vorbereitet zu sein. Gerade Crash-Diäten machen also nicht schlank und gesund, sondern eher dick und krank.

  • Frau greift nach Schokolade

    Imago/blickwinkel

    Wer schon mehrfach eine Diät gemacht hat, leidet dazu öfter an Heißhungerattacken als zuvor. Das Problem dabei: Bis der Körper merkt, dass er satt ist, dauert es etwa 20 Minuten. Bei Heißhunger haben wir jedoch bis dahin viel zu große Portionen verschlungen – viel mehr als der Körper eigentlich braucht.

  • Frau auf Waage

    Imago/Westend61

    Auch wenn fast jeder zweite Deutsche mittlerweile übergewichtig ist: Als krankhaft muss man das bei den meisten nicht einstufen. Außerdem ist leichtes Übergewicht letztlich gesünder als ständige Gewichtsschwankungen.

  • Frau in Küche

    Imago/Westend61

    Ein paar Tipps zum Schluss: Legen Sie Wert auf regelmäßige Essenszeiten und einen hübsch gedeckten Tisch! Essen Sie, worauf Sie wirklich Appetit haben und nehmen Sie sich dafür genug Zeit! Gepaart mit 30 Minuten Bewegung täglich haben Sie ihr Gewicht dann schnell im Griff. Dann darf es auch mal der Burger mit Pommes oder das Stück Sahnetorte sein. Ganz ohne Reue.

Ob Models oder Barbiepuppen: Schlank bis zur Magersucht gilt oft als schön. Nicht umsonst machen 75 Prozent aller Frauen irgendwann eine Diät. Doch langfristigen Erfolg kann keine Methode garantieren. Im Gegenteil: Falsches Abnehmen macht krank.

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