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Kontaktlinsen führen zu Mikroplastik im Blut

Foto: Envato / Rimidolove

Kontaktlinsen führen zu Mikroplastik im Blut

Wissenschaftler haben entdeckt, dass Mikroplastik sogar durch das Tragen von Kontaktlinsen in unser Blut gelangt. Allerdings besteht das Risiko nur unter bestimmten Bedingungen.

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Kontaktlinsen führen zu Mikroplastik im Blut

Mikroplastik ist so klein, dass es unbemerkt ins Blut gelangt

Mikroplastik sind winzige Kunststoffpartikel mit einer Größe von bis zu fünf Millimetern. Sie gelangen auf vielen Wegen auch in den menschlichen Körper. Schätzungen zufolge gelangen jährlich 3,2 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Erst im vergangenen Jahr wiesen Forscher erstmals Mikroplastik im menschlichen Blut nach.

Wissenschaftler der Nanjing University in China haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass auch beim Tragen von Kontaktlinsen Mikroplastik über die Augen ins Blut gelangen kann. Allerdings scheint dies nur bei starker Sonneneinstrahlung der Fall zu sein.

Um das tägliche Tragen von Kontaktlinsen zu simulieren, wurden diese in Wasser gelegt und nach 10 Stunden mit Wasser gereinigt. Ein Teil der Linsen wurde ebenfalls zehn Stunden lang mit Sonnenlicht bestrahlt, ein anderer Teil blieb unbestrahlt. Mit einer neu entwickelten Technologie nahmen die Wissenschaftler Mikrofotos des Wassers auf. Damit konnte der Mikroplastikgehalt des Wassers nach der Reinigung gemessen werden.

Kontaktlinsen geben bei Sonneneinstrahlung mehr Mikroplastik ab als belastete Lebensmittel oder verschmutzte Luft

Die Analyse ergab, dass Kunststofflinsen bei einer Tragezeit von zehn Stunden pro Tag bis zu 90.000 Mikroplastikpartikel pro Jahr freisetzen. Diese gelangen über das Auge in den Körper.

Zum Vergleich: Eine frühere Studie der American Chemical Society aus dem Jahr 2019 ergab, dass Erwachsene und Kinder in den USA jährlich zwischen 74.000 und 121.000 dieser Partikel mit der Nahrung und durch Luftverschmutzung aufnehmen. Zu den am stärksten mit Mikroplastik belasteten Lebensmitteln gehören Fisch, Meeresfrüchte und Getränke aus PET-Flaschen.

Eine weitere Erkenntnis der Forscher: Am meisten Mikroplastik setzten Kontaktlinsen frei, die für eine geringere Tragedauer ausgelegt waren, wie etwa Tageslinsen.

Das Ausmaß der Gesundheitsgefahren durch Mikroplastik ist noch unklar – erhöhte Krebsgefahr ist möglich

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Mikroplastik auf den Menschen sind noch nicht vollständig geklärt. Studien deuten darauf hin, dass die Partikel die Blut-Hirn-Schranke überwinden, zum Zelltod von Abwehrzellen im Gehirn führen und die Zellmembran destabilisieren können. Andere Studien zeigen, dass Mikroplastik Mechanismen auslösen kann, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind. Die Autoren der Studie raten deshalb davon ab, bei starker Sonneneinstrahlung Kontaktlinsen zu tragen.

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