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Darmkrebs-Risiko steigt durch Fertiggerichte

Foto: Envato

Darmkrebs-Risiko steigt durch Fertiggerichte

Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöht sich durch den regelmäßigen Konsum von Fertiggerichten. Doch nur ein Geschlecht scheint das zu betreffen, so eine aktuelle Studie.

Eine Tiefkühlpizza in der Mittagspause, ein Softdrink zum Meeting und abends auf dem Sofa noch eine Tüte Chips. Leider hat vieles, was gut schmeckt, einen Haken für unsere Gesundheit. Besonders industriell hochverarbeitete Lebensmittel, die fertig zum Verzehr aus der Tüte oder Dose kommen, enthalten viele Zusatz- und Aromastoffe. Kurz gefasst: Je länger ein Produkt haltbar ist, desto umfangreicher ist die Zutatenliste und desto ungesünder ist es.

Fertigprodukte steigern Darmkrebs-Risiko bei Männern

Ein Forscherteam der Tufts University in Boston hat jetzt herausgefunden, dass der Konsum derartiger Fertigprodukte das Risiko an Darmkrebs zu erkranken um fast 30 Prozent erhöht.

An drei Langzeitstudien über mehr als 25 Jahre waren 46.000 männliche und 160.000 weibliche Probanden beteiligt. Anhand von Fragebögen wurden alle vier Jahre die Ernährungsgewohnheiten der Studienteilnehmer dokumentiert. 

Süchtig nach Milchreis, Würstchen & Tiefkühl-Lasagne

Fertigprodukte enthalten vor allem Zucker, Salz und Fette. Für unseren Geschmackssinn sind sie eine echte Gaumenfreunde, doch sie überlisten auch das Gehirn. Denn normalerweise reguliert das Sättigungshormon Leptin unsere Nahrungsaufnahme und gibt rechtzeitig das Signal satt zu sein.

Doch durch die prozessierten Lebensmittel werden im Körper vermehrt die Glückshormone Dopamin und Endorphin freigesetzt, die das Sättigungshormon Leptin und das Stoffwechselhormon Insulin unterdrücken. Und so verlangt das Belohnungszentrum im Gehirn immer wieder nach diesen Glücksgefühlen und verstärkt den Wunsch nach zu Convenience Food zu greifen.

So ungesund sind industriell verarbeitete Lebensmittel

Fertigprodukte enthalten viele Kalorien und kaum Nährstoffe, Ballaststoffe und Vitamine. Diese Zusammensetzung beeinflusst ungünstig das Mikrobiom im Darm und erhöht dadurch das Risiko für Fettleibigkeit und Krebs, so die Hauptforschende der Studie Lu Wang. 

Während der gesamten Studiendauer konnten die Forschenden 3216 Fälle von Darmkrebs dokumentieren. Was ausfällig war: Männer, die sehr viele Fertigprodukte zu sich nahmen, wiesen ein fast 30 Prozent höheres Risiko auf an Darmkrebs zu erkranken, als diejenigen, die gar keine oder nur selten industriell hochverarbeitete Lebensmittel zu sich nahmen. Bei Frauen wurde dieser Zusammenhang nicht festgestellt, weshalb es dazu kam, war jedoch unklar.

Die gute Nachricht: 50-70 Prozent aller Darmkrebs-Tumore können durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung verhindert werden.

Was kommt auf den Speiseplan – und was nicht?

Verzichten Sie auf industriell verzehrfertige Lebensmittel auf Fleisch-, Geflügel- oder Fischbasis. Hierzu zählen unter anderem Würstchen, Speck, Schinken und Fischfrikadellen. Auch Instantgerichte wie Tütensuppen, Instant-Nudeln und Instantsüßspeisen wie Milchreis und Pudding, Lasagne und Pizza aus der Tiefkühltruhe, abgepacktes Brot, Marmelade, eingelegtes Gemüse, ungekühlte Komplettmahlzeiten, fertiges Salatdressing, Käse und Sahne-Ersatz sollten nur selten gegessen werden. 

Bei Getränken betrifft dies Soda, Getränke auf Fruchtbasis und zuckerhaltige Getränke auf Milchbasis.

Gestalten Sie Ihren Speiseplan stattdessen mit frischem Obst und Gemüse, Fleisch vom Metzger, Milchprodukten, Nüssen, Kartoffeln und Haferflocken. 

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