Frage der Woche

Wer ist Murphy und warum hat er ein eigenes Gesetz?

Immer wenn wir es besonders eilig haben, stehen wir plötzlich im Stau oder in einer langsamen Kassenschlage. Was verbirgt sich hinter Murphys Gesetz?

Murphys Gesetz

© istock/kzenon

„Was auch immer schief gehen kann, wird schief gehen“ ist eine gekürzte Version der Lebensweisheit, die von dem US-amerikanischen Air-Force Ingenieur Edward A. Murphy 1949 ins Leben gerufen wurde. In seiner ganzen Pracht heißt Murphys Gesetz eigentlich: „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonst irgendwelche unerwünschten Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genauso machen.“

Der Grundstein allen Übels

Aufgekommen ist diese Weisheit im Zusammenhang mit einem fehlgeschlagenen Experiment. Hierbei gab es eine richtige und eine falsche Möglichkeit, Sensoren an Testpersonen anzubringen, um herauszufinden, welche Beschleunigung der menschliche Körper aushalten kann. Und – wie sollte es anders sein – das Experiment ging schief, da die Sensoren natürlich genau falsch angebracht wurden. Was schon damals passierte, wiederfährt uns heutzutage immer wieder: Aus einer Auswahl an verschiedener Möglichkeiten wählen wir ständig die Unvorteilhafteste. Aber wieso geschieht das so oft? Und vor allem, wieso immer uns?

Unsere Ich-bezogene Wahrnehmung ist Schuld

Grund dafür ist unsere subjektive und selektive Wahrnehmung: Unerfreuliche Ereignisse brennen sich deutlicher in unser Gedächtnis ein als positive. Wenn wir selektiert wahrnehmen, wählt unser Gehirn also vermehrt die negativen Erinnerungen aus und wir vergessen, was zuvor Gutes geschehen ist. Zudem sind wir dabei oftmals sehr Ich-bezogen: Wenn wir also an der Supermarktkasse länger anstehen als andere, sind wir fest davon überzeugt, dass so etwas immer nur uns passiert. Sobald wir wieder etwas länger warten müssen, vergessen wir dabei jedoch, dass wir an anderen Tagen auch mal in der schnellen Supermarktschlange gestanden haben.

Wie können wir Murphys Gesetz umgehen? Positiv denken. Unglückliche Umstände passieren ohnehin von Zeit zu Zeit und vor allem jedem von uns. Wenn wir denen aber weniger Beachtung schenken und uns öfter erfreuliche Ereignisse ins Gedächtnis rufen, können wir Murphy ein Schnippchen schlagen.

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