Frage der Woche

Kann man im Schlaf lernen?

Nachts im Schlaf verarbeiten wir Sinnesreize, die wir tagsüber aufgenommen und gespeichert haben. Aber kann unser Gehirn während der Nachtruhe auch neues Wissen abspeichern?

Junge schläft über Büchern ein

© iStock/shadrin_andrey

Schlaf trägt wesentlich zur Gedächtnisbildung bei und ist für bestimmte, sehr elementare Formen der Gedächtnisbildung absolut notwendig. Damit neue Informationen langfristig abgespeichert werden können, müssen sich die entsprechenden Gedächtnisspuren erst festigen. Die unterschiedlichen Schlafstadien scheinen die Gedächtnisbildung in verschiedenen Hirnregionen zu beeinflussen.

Wer gut schläft, lernt besser

Das menschliche Gehirn verarbeitet Sinneseindrücke besonders gut, die kurz vor dem Schlafengehen aufgenommen wurden. Schlaftiefe und Lernerfolg gehen dabei offenbar Hand in Hand. Studien zeigten: Je tiefer der Schlaf, desto bessere Lernerfolge waren festzustellen. Aber können wir während des Schlafens auch neue Informationen aufnehmen, zum Beispiel eine Sprache durch das Abspielen einer Tonaufnahme lernen?

Leider gibt es dafür keine Anhaltspunkte. Allerdings konnten Forscher zeigen, dass unser Gehirn in der Lage ist, während des Schlafens Geräusche aufzunehmen und zu verarbeiten. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte wichtigen Lernstoff besser tagsüber im aktiven Wachzustand verarbeiten. Über Nacht festigen sich dann die neuen Informationen und können am nächsten Tag wieder abgerufen werden. Diese Methode ist ganz bestimmt effektiver als das berühmte Vokabelheft unterm Kopfkissen.

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