Polarlichter gibt es auf beiden Erdhalbkugeln: Das Nordlicht (Aurora borealis) auf der Nordhalbkugel und das Südlicht (Aurora australis) auf der Südhalbkugel. In der Regel dehnen sie sich über mehrere hundert Kilometer aus. Die farbigen Schleier erscheinen in verschiedenen Formen.
Oft sieht man einen ruhig leuchtenden Bogen von Ost nach West. Bewegter und variabler sind die Bänder, welche nicht selten Schleifen oder Beulen zeigen und die Farbe ändern. Von Vorhängen spricht man, wenn das Polarlicht als diffuser, oft mehrfarbiger Schleier erscheint, der vom Horizont in den Himmel ragt. Besonders spektakulär sind die Corona-Polarlichter. Sternförmig strahlen sie auseinander. Wer Glück hat, bekommt auch eine schwarze Aurora zu Gesicht. Schwarze Wirbel huschen dann über den Polarlicht-Vorhang.
Die Leuchterscheinungen entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds entlang der Magnetfeldlinien in die Erdatmosphäre eindringen und dort mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen zusammenstoßen. Dadurch werden diese ionisiert, also geladen. Kurz darauf wird dieser Prozess rückgängig gemacht und dabei die überschüssige Energie als Licht ausgesandt. In welcher Farbe der Himmel leuchtet, ist davon abhängig, ob hauptsächlich Sauerstoffatome (grün und rot) oder Stickstoffatome (blau und violett) angeregt werden, und dies wiederum hängt von der Höhe ab.
Das Polarlichtoval
Heißt das, ich muss in den Norden, um ein Polarlicht zusehen? Nicht unbedingt, ab und an leuchtet auch der Himmel in Mitteleuropa. Wann wir hierzulande die Chance haben ein Polarlicht zu sehen, hängt von der Aktivität der Sonne ab. Diese durchläuft einen mehr als zehnjährigen Zyklus. Ist das Maximum erreicht – zuletzt 2013/2014 – häufen sich die Eruptionen auf der Sonne und damit auch die (meist roten) Polarlichter. 10 bis 20 Leuchterscheinungen im Jahr sind hierzulande dann möglich. Manchmal treten aber auch dazwischen Polarlichter auf – 2003 beispielsweise in Griechenland und auf den kanarischen Inseln.