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Was bedeutet eine Warnung vor extremer Hitze?

Foto: Envato / wirestock

Was bedeutet eine Warnung vor extremer Hitze?

Der Deutsche Wetterdienst hat eine Warnung vor extremer Hitze herausgegeben. Nach welchen Kriterien erfolgt diese Einstufung und was bedeutet sie für die aktuelle Wetterlage?

Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet bei Hitze zwei Warnstufen. Stufe 1 meldet starke Wärmebelastung ab einer gefühlten Temperatur von etwa 32 Grad Celsius. Stufe 2 meldet extreme Wärmebelastung ab etwa 38 Grad Celsius. Wie das Warnsystem funktioniert, wen es besonders schützen soll und was Sie beachten sollten.

Wie sieht die aktuelle Lage in Deutschland aus?

Der Deutsche Wetterdienst warnt am heutigen Dienstag nahezu landesweit vor starker, im Osten und Südosten sogar extremer Hitzebelastung. Grund hierfür ist feucht-heiße Luft, die von Süden auf der Vorderseite eines Tiefs über den Britischen Inseln nach Deutschland strömt und im Tagesverlauf auch den Norden erreicht. Dadurch steigen sowohl die Wärmebelastung als auch das Potenzial für Gewitter.

Die höchsten Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius werden vor allem im Süden und in der Mitte Deutschlands erwartet. Dazu wird es vielerorts schwül, während gleichzeitig lokal kräftige, teils unwetterartige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen drohen. Etwas erträglicher bleibt es dagegen im äußersten Norden sowie an der Küste, wo die Temperaturen spürbar niedriger liegen als im Landesinneren.

Wie funktioniert das Hitzewarnsystem des DWD?

Gestern, am 3. August 2026, gab der DWD für nahezu alle Bundesländer eine Hitzewarnung heraus. In Teilen der Mitte, des Ostens und des Südens des Landes wurde sogar die Stufe 2 – extreme Wärmebelastung – erreicht. Lediglich einzelne Regionen im Norden und Nordwesten waren von der Warnung ausgenommen.

Der Ablauf der Temperaturmessung des DWD

Der DWD misst die Lufttemperatur an seinen Stationen einheitlich in zwei Metern Höhe über dem Boden. Die Werte werden alle zehn Minuten automatisch übertragen und zusätzlich werden die Tageshöchst- und -tiefstwerte gespeichert. Um eine Verfälschung der Messung durch die Sonne zu vermeiden, ist der Sensor – in der Regel ein Widerstandsfühler aus Platin – in einer gut belüfteten Strahlungsschutzhütte aus Kunststofflamellen geschützt untergebracht.

Zudem gelten strenge Standortvorgaben: Der Messplatz muss auf kurzem Rasen liegen und Hindernisse wie Gebäude oder Bäume müssen mindestens doppelt so weit entfernt sein, wie sie hoch sind. So wird verhindert, dass Wärmestau oder Schatten die Werte verfälschen. So bleiben Messreihen über Jahrzehnte hinweg vergleichbar.

Die gefühlte Temperatur zählt

Bei seinen Hitzewarnungen berücksichtigt der DWD stets die gefühlte Temperatur. Diese berücksichtigt neben der Lufttemperatur auch die Luftfeuchtigkeit, den Wind und die Sonneneinstrahlung. Deshalb kann eine Warnung bereits bei niedrigeren Temperaturen erfolgen, als gewöhnliche Thermometer aktuell anzeigen.

Zwei Warnstufen in zwei Farben

Die erste Warnstufe des DWD ist violett und steht für eine starke Wärmebelastung. Sie wird erreicht, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag 32 Grad Celsius überschreitet. Je nach Jahreszeit kann dieser Schwellenwert variieren. Im Frühsommer kann er niedriger liegen, da sich die meisten Menschen zu dieser Zeit noch nicht an die Hitze akklimatisiert haben.

Zusätzlich berücksichtigt der DWD die nächtliche Abkühlung. Bei einer Tropennacht bleiben auch Innenräume zu warm. Dies verschlechtert die Schlafqualität und der menschliche Körper verkraftet auch die Hitze tagsüber schlechter.

Die zweite Warnstufe wird durch ein dunkles Violett repräsentiert und markiert extreme Wärmebelastung. Beide Stufen werden auf der tagesaktuellen Warnkarte des DWD angezeigt.

Ab wann spricht der DWD von extremer Hitze?

Der Deutsche Wetterdienst stuft eine Hitzelage als extreme Wärmebelastung (Stufe 2) ein, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag über 38 Grad Celsius steigt. Diese Warnstufe weist auf eine außergewöhnlich hohe Belastung für den menschlichen Körper hin. Hier können gesundheitliche Risiken auch für weniger empfindliche Personen deutlich zunehmen.

Für wen ist Hitze am gefährlichsten?

Ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit Vorerkrankungen zählen zur Hauptrisikogruppe. Der DWD und das hessische Gesundheitsministerium haben bereits 2004 ein eigenes Hitzewarnsystem entwickelt, um Pflegeheime und Kliniken frühzeitig zu informieren.

Auch Menschen, die im Freien arbeiten, sind besonders betroffen. Ein Hitzschlag kann bereits nach wenigen Stunden starker Hitzeeinwirkung im Freien auftreten. Dies kann insbesondere bei hohen Temperaturen, direkter Sonneneinstrahlung, körperlicher Anstrengung und unzureichender Flüssigkeitszufuhr der Fall sein.

Was empfiehlt der DWD bei einer Hitzewarnung?

Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und verlegen Sie körperliche Aktivitäten im Freien in die frühen Morgenstunden. Trinken Sie regelmäßig und tragen Sie leichte Kleidung aus Baumwolle oder Leinen. Verzehren Sie bevorzugt leichte Mahlzeiten. Verzichten Sie möglichst auf Alkohol. Lüften Sie Ihre Wohnung in den kühleren Morgen- und Abendstunden und schützen Sie Räume tagsüber vor Sonneneinstrahlung.

Ist das Hitzewarnsystem des DWD in Zeiten des Klimawandels noch ausreichend?

Das zweistufige Warnsystem des DWD bietet eine klare Orientierung. Allerdings fällt diese insgesamt eher oberflächlich aus. Die Warnungen gelten flächendeckend für ganze Regionen und Landkreise. Je nach Umgebung und Wohnlage – und sogar je nach Bausubstanz der Wohnräume – kann sich die tatsächliche Hitzebelastung jedoch stark unterscheiden. Eine Umfrage des ZDF-Politbarometers zeigt, dass ein Großteil der Befragten bestehende Hitzeschutzmaßnahmen in Deutschland generell für unzureichend hält.

Definitionen und Begriffserklärungen

Gefühlte Temperatur

Ein Wert, der neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung einbezieht. Er beschreibt, wie heiß sich die Luft für den menschlichen Körper tatsächlich anfühlt.

Starke Wärmebelastung (Stufe 1)

Warnstufe des DWD ab einer gefühlten Temperatur von rund 32 Grad, besonders wenn sich Innenräume nachts kaum abkühlen.

Extreme Wärmebelastung (Stufe 2)

Höchste Hitze-Warnstufe des DWD, ausgelöst ab einer gefühlten Temperatur von etwa 38 Grad. Sie geht mit erhöhter Gefahr für Hitzschlag und Kreislaufprobleme einher.

Häufig gestellte Fragen rund um Warnungen vor extremer Hitze

Ab welcher Temperatur warnt der DWD vor extremer Hitze?

Der DWD warnt ab einer gefühlten Temperatur von etwa 38 Grad vor extremer Wärmebelastung, der höchsten Hitze-Warnstufe.

Welche Farbe zeigt eine extreme Hitzewarnung an?

Extreme Wärmebelastung erscheint auf der DWD-Warnkarte in dunklem Violett, starke Wärmebelastung in hellem Violett.

Was sollten Sie bei einer Hitzewarnung tun?

Meiden Sie direkte Sonne, trinken Sie ausreichend, tragen Sie leichte Kleidung und verlegen Sie Aktivitäten im Freien in die Morgenstunden.

Wie viele Hitze-Warnstufen gibt es beim DWD?

Der DWD unterscheidet zwei Stufen: starke und extreme Wärmebelastung.

Was ist der Unterschied zwischen starker und extremer Wärmebelastung?

Starke Wärmebelastung beginnt bei rund 32 Grad gefühlter Temperatur, extreme Wärmebelastung bei rund 38 Grad.

Wo finden Sie die aktuelle Hitzewarnung für Ihre Region?

Die aktuelle Warnkarte stellt der DWD unter dwd.de bereit, gegliedert nach Bundesländern und Landkreisen.

Welche Symptome deuten auf einen Hitzschlag hin?

Heiße, trockene Haut, Kopfschmerzen, Schwindel, starker Durst, Verwirrtheit und im schweren Fall Bewusstlosigkeit gelten als Warnzeichen.

Wer gehört bei Hitze zur Risikogruppe?

Ältere Menschen, Kleinkinder, Personen mit Vorerkrankungen sowie Menschen, die im Freien arbeiten, tragen ein erhöhtes Risiko.

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