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Erholsamer Schlaf auch bei 30 Grad

Foto: Envato / igbarilo

Erholsamer Schlaf auch bei 30 Grad

Die aktuelle Hitzewelle hat uns fest im Griff und sorgt deutschlandweit für Tropennächte. Das Einschlafen fällt dadurch oft schwer und der Schlaf wird unruhig. So wachen Sie dennoch erholt auf.

Was ist eine Tropennacht?

Eine Tropennacht liegt vor, wenn die Lufttemperatur in der Nacht nicht unter 20 Grad Celsius sinkt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verwendet diese Definition, um besonders warme Nächte zu klassifizieren. Solche Nächte treten in Mitteleuropa zunehmend häufiger auf, vor allem in Städten mit dichter Bebauung und wenig Grünflächen.

In Ballungsräumen wie Berlin oder Köln kann die Zahl der Tropennächte im Sommer bereits zehn oder mehr betragen. Ursache ist der urbane Hitzeinseleffekt, der durch hitzespeichernde Materialien wie Asphalt und Beton sowie durch fehlende Vegetation verstärkt wird. Messdaten des Copernicus-Programms der EU zeigen, dass die Anzahl dieser Nächte in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen hat. Dabei ist der Anstieg in Europa besonders stark.

Warum stört Hitze den Schlaf?

Für den Schlaf benötigt der menschliche Körper eine um etwa ein Grad abgesenkte Kernkörpertemperatur. Bei hohen Außentemperaturen gelingt diese Abkühlung jedoch nicht mehr ausreichend. Die Folgen sind Einschlafstörungen und häufiges Aufwachen.

Hitze belastet zudem das Herz-Kreislauf-System, da der Körper versucht, durch Schwitzen die Temperatur zu regulieren. Dies führt zu einem erhöhten Puls und kann zu unruhigem Schlaf führen. Die Schlafqualität leidet zusätzlich, weil die Tiefschlafphasen kürzer ausfallen.

Wie Sie richtig lüften

Lüften Sie morgens und abends, wenn die Außentemperatur unter der Innentemperatur liegt. Tagsüber sollten Fenster und Rollläden geschlossen bleiben, um die Hitze draußen zu halten. Diese Methode kann die Raumtemperatur um bis zu fünf Grad senken.

Stellen Sie Durchzug her, indem Sie gegenüberliegende Fenster öffnen. Ein Ventilator kann die Luftzirkulation unterstützen, wenn er nicht direkt auf den Körper gerichtet ist. Prüfen Sie die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Achten Sie darauf, dass diese nicht zu stark ansteigt, da schwüle Luft das Hitzeempfinden verstärkt.

Bettwäsche und Kleidung für warme Nächte

Wählen Sie Bettwäsche aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Seide, da diese atmungsaktiv sind und Schweiß aufnehmen. Synthetische Stoffe speichern hingegen Wärme und Feuchtigkeit, was den Schlaf stört.

Tragen Sie lockere, leichte Kleidung aus Naturmaterialien. Ein dünnes Baumwoll-T-Shirt oder ein leichtes Nachthemd sind ideal. Vermeiden Sie enge oder dicke Stoffe, die die Wärmeabgabe behindern. Auch die Matratze spielt eine Rolle: Kaltschaummatratzen speichern mehr Wärme als Taschenfederkernmatratzen und eignen sich somit weniger für heiße Nächte.

Die richtige Ernährung bei Hitze

Verzichten Sie am Abend auf schwere, fettige Speisen, da diese die Verdauung belasten und die Körpertemperatur erhöhen. Leichte Mahlzeiten mit Gemüse, Salat oder magerem Protein sind besser verträglich.

Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee, um den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen. Meiden Sie Alkohol und koffeinhaltige Getränke, da diese oft harntreibend wirken und den Schlaf stören.

Abendroutine für besseren Schlaf

Duschen Sie vor dem Schlafengehen mit lauwarmem Wasser, da dies die Körpertemperatur kurzzeitig anhebt und anschließend schneller absinken lässt. Dadurch signalisieren Sie Ihrem Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist. Gehen Sie frühzeitig ins Bett und stehen Sie morgens zur gewohnten Zeit auf, um Ihren Schlafrhythmus beizubehalten.

Notfallstrategien für schlaflose Nächte

Stehen Sie auf, wenn Sie nach 20 Minuten immer noch wachliegen, und gehen Sie in einen anderen Raum. Lesen Sie oder hören Sie beruhigende Musik, bis Sie müde werden. Vermeiden Sie Bildschirme, da das blaue Licht die Produktion des schlaffördernden Hormons Melatonin hemmt.

Kühlen Sie Ihre Handgelenke oder Füße mit einem feuchten Tuch, da dies die Körpertemperatur senkt. Eine Wärmflasche mit kaltem Wasser im Bett kann ebenfalls helfen, die Hitze erträglicher zu machen.

Weshalb warme Getränke bei Hitze die bessere Wahl sein können

Warme Getränke fördern die Durchblutung der Haut und regen somit das Schwitzen an. Der Verdunstungseffekt, der durch den Schweiß entsteht, kühlt den Körper effizienter ab als die Aufnahme kalter Flüssigkeiten. Zwar können kalte Getränke kurzfristig erfrischen, sie verengen jedoch die Blutgefäße und hemmen die Schweißproduktion. Dadurch wird die natürliche Wärmeregulation des Körpers behindert.

Dennoch kommt es auf die Situation an: Bei extremer Hitze oder nach starker körperlicher Anstrengung sind lauwarme bis kühle Getränke (ca. 10 – 15 Grad Celsius) am wirksamsten. Sie kühlen moderat und halten gleichzeitig die körpereigene Schweißabgabe aufrecht.

Sind Klimaanlagen die Zukunft für Europa?

Angesichts immer häufigerer und stärkerer Hitzewellen werden Klimaanlagen auch in Europa immer wichtiger. Herkömmliche Klimasysteme bergen jedoch Risiken: Sie treiben den Strombedarf in die Höhe und verwenden Kältemittel, die das Klima zusätzlich belasten. Ohne nachhaltige Ansätze könnte ihr Einsatz den Klimawandel weiter beschleunigen.

Umweltfreundliche Klimaanlagen hingegen setzen auf effiziente Wärmepumpen, die mit Ökostrom betrieben werden und sowohl heizen als auch kühlen können. Auch Kältemittel mit extrem niedrigem Treibhauspotenzial wie Propan (R-290) oder CO₂, gewinnen zunehmend an Verbreitung. Noch nachhaltiger sind solare Kühlsysteme, die mit Photovoltaik betrieben werden, sowie Verdunstungskühler, die ohne chemische Kältemittel auskommen und insbesondere in trockenen Regionen effektiv sind. Entscheidend ist, dass diese Systeme mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, um ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

Erklärungen und Begriffsdefinitionen

Tropennacht

Eine Tropennacht liegt vor, wenn die Lufttemperatur in der Nacht nicht unter 20 Grad Celsius sinkt. Diese Definition wird vom Deutschen Wetterdienst verwendet. Tropennächte treten vermehrt in urbanen Gebieten auf, wo der Hitzeinseleffekt die Abkühlung behindert.

Schlafhygiene

Schlafhygiene umfasst Gewohnheiten und Umgebungsbedingungen, die einen erholsamen Schlaf fördern. Dazu gehören regelmäßige Schlafenszeiten, eine optimale Raumtemperatur und der Verzicht auf stimulierende Substanzen wie Koffein oder Alkohol vor dem Schlafengehen.

Thermoregulation

Thermoregulation bezeichnet die Fähigkeit des Körpers, seine Kerntemperatur konstant zu halten. Bei Hitze gibt der Körper Wärme durch Schwitzen und erweiterte Blutgefäße ab. Störungen dieses Prozesses können zu Schlafproblemen führen.

Häufige Fragen zu Schlaf bei Hitze

Was ist eine Tropennacht?

Eine Nacht, in der die Lufttemperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt.

Wie lüftet man bei Hitze richtig?

Morgens und abends lüften, tagsüber Fenster und Rollläden geschlossen halten.

Welche Bettwäsche ist bei Hitze ideal?

Atmungsaktive Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder auch Seide.

Sollte man bei Hitze mit oder ohne Decke schlafen?

Verwenden Sie eine leichte Decke aus Baumwolle oder Seide. Sie schützt vor Zugluft und verhindert, dass der Körper zu stark auskühlt, falls die Temperatur nachts doch sinkt.

Wie kann man die Raumtemperatur ohne Klimaanlage senken?

Lüften Sie morgens und abends, verdunkeln Sie tagsüber die Räume und nutzen Sie Ventilatoren, um die Luftzirkulation zu fördern. Feuchte Tücher vor dem Fenster können die Luft leicht abkühlen.

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