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Woher kommt die Hitzewelle in Europa und wie lange dauert sie?

Foto: Envato / ABBPhoto

Woher kommt die Hitzewelle in Europa und wie lange dauert sie?

Seit Pfingsten glüht Europa – mit Hitzerekorden im sonst kühlen Großbritannien. Was verursacht die aktuelle Hitzewelle und wie lange müssen wir noch schwitzen?

Am 25. Mai 2026 zeigte das Thermometer am Flughafen Heathrow, der westlich von London liegt, 33,5 Grad Celsius an. Damit wurde der bisherige Mai-Rekord des Landes von 32,8 Grad Celsius aus dem Jahr 1944 übertroffen.

 In Großbritannien gab die Gesundheitsbehörde UKHSA die zweithöchste Warnstufe (amber, gelb) heraus. Die aktuelle Hitzewelle erfasst weite Teile Westeuropas und bringt Temperaturen, wie sie sonst erst im Hochsommer auftreten. Hitzewarnungen gelten bereits für Großbritannien, Spanien, Portugal und Frankreich.

Woher kommt die ungewöhnliche Hitze?

Ein stabiles Hochdruckgebiet aus Afrika liegt derzeit über Westeuropa. Es wirkt wie ein Deckel, der warme Luft aus Nordafrika in der Region festhält und verhindert, dass sie aufsteigt und abkühlt. Gleichzeitig blockiert es die Zufuhr kühlerer Atlantikluft.

Diese Wetterlage wird von Meteorologen als Heat Dome oder Hitzeglocke bezeichnet. Sie entsteht, wenn sich Hochdruckgebiete länger über einer Region festsetzen. Dadurch staut sich die warme Luft und die Temperaturen steigen über mehrere Tage hinweg an.

Normalerweise würden Wetterlagen häufiger wechseln und kühlere Luftmassen die Hitze unterbrechen. Wenn ein Hochdruckgebiet jedoch über Tage oder sogar Wochen an derselben Stelle bleibt, staut sich die Wärme. Ein Heat Dome schließt Hitze, die sich aufgebaut hat, regelrecht ein.

Warum kommt es jetzt zu einer Hitzeglocke?

Ein wichtiger Grund für die aktuelle Wetterlage ist der Jetstream. Dieser starke Windstrom befindet sich in einer Höhe von etwa 8 bis 12 Kilometern. Er treibt normalerweise den Wetterablauf an und transportiert Wetterlagen weiter. In den letzten Jahren haben Forschende jedoch beobachtet, dass die Wellen des Jetstreams teilweise größer werden und sich langsamer fortbewegen.

Dadurch können Wetterlagen blockiert werden. Hochdruckgebiete bleiben länger an einem Ort, anstatt weiterzuziehen. Wenn sich im Sommer ein Hochdruckgebiet über einer Region festsetzt, kann die heiße Luft über viele Tage oder Wochen bestehen bleiben und sich weiter aufheizen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für lang anhaltende Hitzewellen und extreme Temperaturen.

Die Rolle des Klimawandels

Studien zeigen, dass solche Hitzewellen durch den menschengemachten Klimawandel häufiger und intensiver werden. Der Klimawandel verändert die Temperaturunterschiede zwischen der Arktis und den mittleren Breiten. Dies lässt den Jetstream schwächer und wellenförmiger werden, woraufhin Wetterlagen wie Hitzeperioden länger anhalten können. Gleichzeitig erwärmt sich Europa schneller als der globale Durchschnitt. Die aktuelle Situation passt in diesen Trend.

Wie lange dauert die Hitzewelle in Europa an?

Die aktuellen Prognosen sagen hohe Temperaturen bis Ende Mai 2026 voraus. In Spanien, Portugal und Frankreich könnten die Werte lokal sogar die 40-Grad-Marke erreichen. Ab Donnerstag wird eine leichte Abkühlung erwartet.

Wie lange muss Deutschland noch schwitzen?

Die aktuelle Hitzewelle in Deutschland soll noch bis 26. Mai anhalten, wobei besonders im Süden und Westen weiterhin Temperaturen zwischen 26 und 33 Grad erwartet werden. Die hohen Temperaturen bleiben voraussichtlich bis Monatsende bestehen.

Werden Hitzewellen im Frühling zur Regel?

Zahlreiche Klimamodelle deuten darauf hin, dass frühe und intensive Hitzewellen in Zukunft zur neuen Normalität werden könnten. Die aktuelle Situation gibt einen Vorgeschmack auf die kommenden Jahrzehnte. Besonders betroffen sind Südeuropa und der Mittelmeerraum.

33,5 Grad in London als Warnsignal: Europa im Klimawandel

Solche Temperaturen im Mai galten in Europa bislang als äußerst selten. Sie zeigen, dass sich das Klima bereits deutlich verändert hat. Während Hitzewellen früher vor allem im Juli oder August auftraten, verschieben sie sich nun zunehmend in den Frühling. Die Zahl der Hitzetage hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Die aktuelle Hitzewelle ist ein weiteres Beispiel für diese Entwicklung.

Anpassungsmaßnahmen wie Hitzeaktionspläne werden dadurch immer wichtiger. Gleichzeitig muss der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert werden, um die Erderwärmung zu begrenzen. Beide Ansätze sind dringend notwendig, um die Folgen für Mensch und Umwelt abzumildern.

Definitionen und Begriffserklärungen

Hitzewelle

Als Hitzewelle bezeichnet man einen Zeitraum mit ungewöhnlich hohen Temperaturen, der mindestens drei Tage andauert. Die Temperaturen übersteigen dabei die normalen Klimabedingungen einer Region deutlich. In Deutschland gelten laut dem Deutschen Wetterdienst Temperaturen über 28 Grad an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen als Kriterium.

Heat Dome (Hitzeglocke)

Ein stabiles Hochdruckgebiet, das warme Luft wie eine Glocke über einer Region festhält. Es führt zu anhaltender Hitze und Trockenheit. Die Luft sinkt ab, erwärmt sich dabei und blockiert kühlere Luftmassen.

Jetstream

Der Jetstream ist ein starker Wind in der oberen Atmosphäre, der das Wetter in den mittleren Breiten steuert. Seine Veränderung durch den Klimawandel kann Extremwetter wie Hitzewellen oder Kälteeinbrüche begünstigen.

Häufig gestellte Fragen zur Hitzewelle in Europa

Wie lange dauert die aktuelle Hitzewelle in Europa an?

Voraussichtlich bis Ende Mai 2026, mit leichter Abkühlung ab Donnerstag.

Warum ist es in Europa so heiß?

Eine Hitzeglocke aus Afrika blockiert kühle Atlantikluft und hält warme Luft über Westeuropa fest.

Was ist eine Hitzewelle?

Eine mindestens dreitägige Periode mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen für die jeweilige Region und Jahreszeit.

Wird die Hitzewelle noch stärker?

Nein, der Höhepunkt ist erreicht. Die Temperaturen bleiben jedoch bis Monatsende hoch, besonders in Spanien, Frankreich und Großbritannien.

Ist die aktuelle Hitzewelle ein Zeichen für den Klimawandel?

Solche frühen und intensiven Hitzewellen werden durch den Klimawandel wahrscheinlicher. Studien zeigen eine Zunahme von Extremwetterereignissen.

Wie schütze ich mich vor der Hitze?

Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag, meiden Sie direkte Sonne in den heißesten Stunden und halten Sie Räume durch Verdunkelung und Lüftung in den kühlen Morgenstunden angenehm.

Welche Länder sind am stärksten betroffen?

Spanien, Portugal, Frankreich und Großbritannien erleben die höchsten Temperaturen. In Spanien wurden bereits knapp 38 Grad gemessen.

Wann kommt die nächste Abkühlung?

Ab 28. Mai 2026 sinken die Temperaturen voraussichtlich um wenige Grad, besonders in Nordwesteuropa.

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