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Ameisen-Invasion über Superkolonien: die große Drüsenameise

Foto: Envato / Studio_OMG

Ameisen-Invasion über Superkolonien: die große Drüsenameise

Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) breitet sich auch in Deutschland aus. Sie verdrängt einheimische Arten und kann ganze Plätze und Gärten überrennen. Warum sie so schwer zu bekämpfen ist.

Warum gilt die Große Drüsenameise als potenzial invasiv?

Invasive Arten verdrängen heimische Tiere und Pflanzen. Die große Drüsenameise konkurriert mit einheimischen Ameisen um Nahrung und Lebensraum. Sie ist aggressiver und vermehrt sich schneller. Dies führt zu einem Rückgang der Artenvielfalt.

Zudem kann die Große Drüsenameise erhebliche Schäden an Gebäuden und wichtiger Infrastruktur verursachen. So untergräbt sie beispielsweise Bürgersteige und Gartenmauern und nistet sich sogar in Stromkästen ein. Hinzu kommt ihr großer Verbrauch an von Blattläusen produziertem Honigtau. Dadurch entstehen große Ansammlungen von Blattläusen an Zierpflanzen.

Vor allem durch ihre riesigen „Superkolonien“ mit Millionen von Tieren steht die Art in Deutschland auf der nationalen Beobachtungsliste. 2009 wurde sie erstmals auf dem Gelände einer Baumschule in Ingelheim am Rhein entdeckt. Vermutlich gelangte die aus dem Mittelmeerraum stammende Art mit importierten Großgehölzen wie Palmen oder Olivenbäumen nach Deutschland.

Wie erkennen Sie die Große Drüsenameise?

Der für Ameisen typische Knoten zwischen Vorder- und Hinterleib ist bei der Großen Drüsenameise kaum sichtbar. Er ist flach ausgebildet und wird vom Hinterleib verdeckt. Typisch für die Art sind ebenso Sand- oder Erdauswürfe an den Nesteingängen sowie breite, mehrspurige Ameisenstraßen. Heimische ähnliche Arten wie die Schwarze Wegameise bilden dagegen meist nur einspurige Wege.

Auffällig ist zudem, dass Arbeiterinnen unterschiedlicher Größen gleichzeitig auftreten können. Bei Störungen reagieren die Tiere mit einem schnellen Massenauslauf vieler Arbeiterinnen und zeigen ein aggressives Verteidigungsverhalten. Die Ameisen sind vollständig schwarz gefärbt. Sie verströmen bei Reizung oder Zerdrücken einen charakteristischen Geruch. Dieser wird oft als zitronig, ranzig oder nach Aceton riechend beschrieben.

Wo tritt die Große Drüsenameise in Deutschland auf?

Besonders betroffen sind Baden-Württemberg, Hessen und Bayern. Die Art bevorzugt warme, trockene, vom Menschen geprägte Regionen. Somit kommt die Große Drüsenameise in Siedlungsbereichen, Gärten, an Weg- und Straßenrändern, auf Friedhöfen, in Parks und auf Parkplätzen vor. Sie ist daher eine der Arten, die vom menschengemachten Klimawandel profitiert.

Ameisen-Invasion über Superkolonien: die große Drüsenameise
Foto: Wikimedia Commons / Arnstein Staverløkk / CC BY-SA 4.0

Schadet die Große Drüsenameise auch dem Menschen?

Die Große Drüsenameise gilt als aggressiv und beißt auch Menschen. Anstelle von Ameisensäure versprüht sie ein stärker wirkendes Sekret. Betroffene berichten von unangenehm juckenden Bissen. Eine konkrete Gesundheitsgefahr besteht jedoch nicht. Problematisch wird sie vor allem aufgrund ihrer großen Kolonien. In befallenen Gebieten sind Terrassen, Wege und Gärten oft regelrecht von Ameisen übersät.

Dank „Superkolonien“ breitet sich die Große Drüsenameise rasend schnell aus

Die Verbreitungsstrategie der Großen Drüsenameise gilt als besonders problematisch. Junge Königinnen gründen überwiegend in der Nähe ihrer alten Kolonien neue Nester. Dabei errichten die Ameisen ein Netzwerk aus vielen miteinander verbundenen Kolonien mit mehreren Königinnen. Diese verbundenen Kolonien kooperieren zudem miteinander. Es kommt sogar vor, dass Arbeiterinnen ihre Brut (Larven, Puppen und Eier) zwischen einzelnen vernetzten Kolonien transportieren. Es reicht also nicht aus, nur ein einzelnes Nest zu bekämpfen.

Diese invasive Strategie führt zu einer schnellen, flächendeckenden Ausbreitung. Experten sprechen daher von Superkolonien. Die Große Drüsenameise stammt wahrscheinlich aus Afrika und wurde von dort aus nach Südeuropa eingeschleppt.

Kann die Große Drüsenameise auch in Wohnungen vordringen?

Die Ameisen können über kleinste Öffnungen in Gebäude eindringen und sich entlang von Kabel- und Rohrdurchführungen, Lichtschächten sowie Installationskanälen ausbreiten. Besonders gefährdet sind Elektroinstallationen, da Ameisen in Verteilerkästen oder Kabelkanäle eindringen und Störungen verursachen können. Es gibt bereits einige Berichte von Internetausfällen aufgrund eines Befalls mit der Großen Drüsenameise.

Quelle: YouTube.com / stadtkehl3261

Wie schützen Sie Ihren Garten und Ihr Haus vor der Großen Drüsenameise?

Dichten Sie Risse, Fugen und Spalten an Gebäuden ab und kontrollieren Sie mögliche Zugänge wie etwa Kabel- und Rohrdurchführungen. Entfernen Sie im Garten potenzielle Nistplätze wie lose Pflasterplatten, Holzreste oder abgestorbene Pflanzenreste. Überprüfen Sie regelmäßig Ameisenstraßen und Nestbereiche.

Bewahren Sie Lebensmittel und Tierfutter stets verschlossen auf und beseitigen Sie alle möglichen Nahrungsquellen wie offene Abfälle und überreife Früchte. Ein Befall mit der Großen Drüsenameise lässt sich im Anfangsstadium deutlich leichter eindämmen als eine bereits weit ausgebreitete Superkolonie.

Wie werden Sie die Große Drüsenameise los?

Aufgrund der Verbreitungsstrategie der Großen Drüsenameise wird dringend davon abgeraten, die Bekämpfung selbst in die Hand zu nehmen. Einige Bundesländer fordern dazu auf, Sichtungen der Großen Drüsenameise auf speziellen Plattformen wie der Tapinoma-Meldeplattform zu melden. Informieren Sie sich zudem bei Ihrer örtlichen Naturschutzbehörde und koordinieren Sie die Bekämpfung mit dieser. So tragen Sie dazu bei, die Ausbreitung der Art zu dokumentieren und zu bekämpfen.

Die bisher größte Superkolonie

Die bislang größte entdeckte Superkolonie der Großen Drüsenameise befand sich in Slowenien: Eine Kolonie der Großen Drüsenameise besiedelte dort bis 2019 etwa zwei Hektar eines Friedhofsgeländes und angrenzender Bereiche. In Deutschland wurde im selben Jahr eine Superkolonie mit einer Größe von einem Hektar in Langenfeld im Rheinland festgestellt.

Definitionen und Begriffserklärungen

Große Drüsenameise

Die große Drüsenameise ist eine potenziell invasive Ameisenart, die aus Südeuropa nach Deutschland eingeschleppt wurde. Sie errichtet Kolonien aus einem weitverzweigten Netzwerk aus miteinander verbundenen Nestern (Superkolonien). In Deutschland breitet sie sich seit 2009 aus

Invasive Art

Eine invasive Art ist eine Tier- oder Pflanzenart, die durch den Menschen in ein Gebiet eingeschleppt wurde, in dem sie auf natürliche Weise nicht vorkommt. Sie verbreitet sich dort schnell und verdrängt heimische Arten. Invasive Arten können Ökosysteme schädigen und wirtschaftliche Schäden verursachen.

Häufig gestellte Fragen zur Großen Drüsenameise

Was ist die Große Drüsenameise?

Eine invasive Ameisenart aus Südeuropa, die in Deutschland heimische Arten verdrängt.

Wie erkennt man die Große Drüsenameise? 

Ihr Körper ist komplett schwarz. Arbeiterinnen erreichen eine Länge von 2 bis 5 Millimetern. Arbeiterinnen unterschiedlicher Größen können gleichzeitig auftreten.

Ist die Große Drüsenameise gefährlich für den Menschen? 

Ihr Biss kann einen langanhaltenden Juckreiz verursachen. Eine direkte Gesundheitsgefahr besteht nicht.

Wo nistet die Große Drüsenameise? 

Die Große Drüsenameise nistet bevorzugt in warmen, trockenen Bereichen wie unter Gehwegplatten, Terrassen, Steinen, Mauern oder in Bodenfugen.

Darf man die Große Drüsenameise bekämpfen?

Ja, in Deutschland gilt die Art als potenziell invasiv. Allerdings wird empfohlen, den Befall bei der örtlichen Naturschutzbehörde zu melden und die Bekämpfung mit ihr zu koordinieren.

Wie verhindern Sie einen Befall mit der Großen Drüsenameise? 

Dichten Sie Ritzen und Spalten ab und entfernen Sie potenzielle Neststandorte wie morsches Holz oder Laubhaufen.

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