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Sparkassen-Kontosperrung? Vorsicht vor neuen Fake-Mails

Foto: Envato / sedrik2007

Sparkassen-Kontosperrung? Vorsicht vor neuen Fake-Mails

Aktuell warnen etliche Technikportale vor E-Mails, die eine Sperrung des Online-Bankings androhen. Dahinter steckt ein Betrugsversuch speziell für Kundinnen und Kunden der Sparkasse.

Was steckt hinter der aktuellen Betrugsmasche?

Kriminelle verschicken derzeit E-Mails, die echten Mail-Nachrichten der Sparkasse nachempfunden sind. Zahlreiche der Nachrichten behaupten, eine „routinemäßige Prüfung“ oder ein Sicherheitsupdate mache eine Bestätigung der Kontodaten notwendig. Ein roter Button mit der Aufschrift „Konto aktualisieren“ oder „Jetzt freischalten“ führt zu einer nachgebauten Webseite, die der der Sparkasse ähnelt.

Die gefälschte Seite fragt Zugangsdaten wie Anmeldename, PIN, Bankleitzahl oder BIC ab. Wer diese Angaben einträgt, übergibt seine Bankdaten direkt an die Absender der E-Mail. Diese Mail-Masche taucht in mehreren Varianten auf, teils mit konkreten Fristen wie dem 22. Juli. Die Verbraucherzentrale warnte parallel vor einer ähnlichen Variante mit einem angeblich ablaufenden chipTAN-Verfahren als Vorwand.

Fake-Anrufe von angeblichen Mitarbeitern der Sparkasse

Nach Angaben des Computer-Notfallteams der Sparkassen-Finanzgruppe folgt auf derartige betrügerische E-Mails häufig ein Anruf, bei dem sich die Täter als Mitarbeiter der Sparkasse ausgeben. Sie versuchen, das Opfer dazu zu bringen, eine Transaktion per TAN freizugeben oder ein fremdes Gerät für den Banking-Zugang zu registrieren. Kommen Sie diesen Forderungen auf keinen Fall nach.

Woran erkennen Sie eine gefälschte Sparkassen-Mail?

Diese vier Warnsignale sind typisch für betrügerische E-Mails:

Unseriöse E-Mail-Adresse des Absenders: Statt einer offiziellen E-Mail-Adresse der Sparkasse taucht eine externe Adresse auf. Diese stammt häufig von einem öffentlichen E-Mail-Anbieter wie Google Mail (Gmail) oder dem Microsoft-Dienst Outlook. Auch andere externe Adressen sind möglich. Prüfen Sie die E-Mail-Adresse daher genau, bevor Sie weiterlesen.

Unseriöse Anrede: Echte Nachrichten der Sparkasse verwenden den in Ihren Kundendaten hinterlegten Namen als Anrede. Da Absender von Phishing-Mails keinen Zugriff auf diese Daten haben, verwenden sie eine allgemeine Formulierung wie „Sehr geehrter Kunde“.

Unseriöser Zeitdruck: In betrügerischen Mails werden Maßnahmen wie Kontosperren oder Strafzahlungen angedroht und eine kurze Frist genannt. Solche Zeitvorgaben sind bei echten Kreditinstituten jedoch praktisch unmöglich.

Abfrage von Kundendaten für eine angebliche Kontoverifizierung oder ein angebliches Konto-Update: Banken fordern ihre Kunden niemals per E-Mail-Link dazu auf, vertrauliche Zugangsdaten zu bestätigen. Offizielle E-Mails Ihrer Sparkasse werden Sie bestenfalls zum Einloggen in das Online-Banking-Portal auffordern.

Quelle: YouTube / KreissparkasseKoeln

Wie schützen Sie sich vor solchen Angriffen?

Seien Sie bei E-Mails, SMS oder Nachrichten mit Bezug zu Ihrem Bankkonto besonders aufmerksam. Prüfen Sie genau, ob der Absender tatsächlich von Ihrer Bank stammt, und achten Sie auf ungewöhnliche Formulierungen oder auffällige Internetadressen. Klicken Sie niemals voreilig auf Links oder Anhänge in solchen Nachrichten.

Rufen Sie stattdessen die Internetseite Ihrer Bank selbst über die bekannte Webadresse auf oder nutzen Sie die offizielle Banking-App. Geben Sie Zugangsdaten, TANs oder andere sensible Informationen niemals über Links aus Nachrichten ein. Wenn Ihnen eine Mitteilung verdächtig erscheint, kontaktieren Sie Ihre Bank direkt und vergewissern Sie sich, ob die Nachricht tatsächlich echt ist. Überprüfen Sie zudem regelmäßig die aktuellen Sicherheitswarnungen der Sparkasse.

Sie haben bereits geklickt: Was tun?

Wenn Sie nur auf den Link geklickt, aber keine Daten eingegeben haben, reicht es meist, die Seite sofort zu schließen. Rufen Sie danach Ihr Online-Banking über die bekannte App oder eine selbst eingegebene Adresse auf, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist.

Haben Sie bereits Zugangsdaten, eine TAN oder eine App-Freigabe übermittelt, handeln Sie zügig. Informieren Sie Ihre Sparkasse über die offiziellen Kontaktwege, lassen Sie den Online-Banking-Zugang sperren und prüfen Sie Ihr Konto auf unbekannte Buchungen. Die verdächtige Mail sollten Sie anschließend an Ihre Sparkasse weiterleiten.

Warum sind kriminelle Absender von Fake-Mails so schwer zu fassen?

Viele Kriminelle, die auf die Phishing-Masche setzen, agieren international. Sie nutzen gefälschte Absenderadressen und Server in verschiedenen Ländern, um ihre Spuren zu verwischen. Häufig werden die Nachrichten zudem über automatisierte Systeme in großer Zahl versendet. Dadurch lässt sich nur schwer nachvollziehen, von welchem Ort oder von welcher Person eine E-Mail tatsächlich stammt.

All dies erschwert die Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden und macht Ermittlungen zeitaufwendig. Selbst wenn einzelne Server abgeschaltet werden, können die Betrüger ihre Infrastruktur oft innerhalb kurzer Zeit ersetzen und ihre Betrugsmaschen unter neuen E-Mail-Adressen oder Internetseiten fortsetzen.

Definitionen und Begriffserklärungen zu Phishing-Mails der Sparkasse

Phishing

Der Versuch, über gefälschte E-Mails, Nachrichten oder Webseiten an persönliche Zugangsdaten zu gelangen. Die Täter geben sich dabei als vertrauenswürdige Absender wie Banken aus.

TAN-Verfahren

Das TAN-Verfahren ist ein Sicherheitsmechanismus im Online-Banking, bei dem jede Transaktion durch eine einmalige Transaktionsnummer bestätigt wird. Ohne diese Bestätigung lässt sich keine Überweisung ausführen.

Spoofing der Absenderadresse

Beim sogenannten Spoofing täuschen Betrüger eine vertrauenswürdige Absenderadresse vor oder nutzen eine fremde Domain, die auf den ersten Blick echt wirkt. Ein genauerer Blick auf die vollständige Adresse deckt die Täuschung jedoch meist auf.

Häufig gestellte Fragen zu Phishing-Mails der Sparkasse

Sind die Sparkassen-Mails mit angekündigter Kontosperre echt?

Nein, die verschickten Nachrichten sind Phishing-Mails. Die Sparkasse fordert niemals per E-Mail-Link zur Bestätigung von Zugangsdaten auf.

Verschickt die Sparkasse tatsächlich Sicherheitsupdates per E-Mail?

Nein. Sicherheitsupdates betreffen grundsätzlich Betriebssysteme für Computer und Smartphones, wie etwa Windows und iOS. Sicherheitsupdates für Ihr Online-Banking, die über einen Link in einer E-Mail ausgelöst werden, sind technisch kaum möglich.

Was passiert, wenn ich auf den Link in einer Fake-Mail klicke?

Oft werden Sie auf einer gefälschten Seite mit einer vorgetäuschten Sicherheitsprüfung weitergeleitet. Dort werden Sie aufgefordert, Zugangsdaten sowie Angaben wie BIC und Bankleitzahl einzugeben. Diese Daten werden direkt an die Betrüger weitergegeben.

Woran erkenne ich Phishing bei Sparkassen-Mails?

Unter anderem an einer fremden Absenderadresse, einer allgemeinen Anrede für den Empfänger und angedrohtem Zeitdruck durch eine angebliche Kontosperre.

Was tue ich, wenn ich auf einer verlinkten Fake-Seite Daten eingegeben habe?

Informieren Sie die Sparkasse sofort, lassen Sie den Online-Banking-Zugang sperren und prüfen Sie das Konto auf unbekannte Buchungeg.

Ich habe den Link geklickt, aber keine Daten eingegeben. Was mache ich jetzt?

Schließen Sie die Seite. Öffnen Sie Ihr Online-Banking anschließend über die offizielle App oder die offizielle Webadresse, um Ihr Konto zu prüfen.

Ich habe bereits Zugangsdaten oder eine TAN eingegeben. Was muss ich tun?

Informieren Sie umgehend Ihre Sparkasse über die offiziellen Kontaktwege, lassen Sie den Online-Banking-Zugang sperren und kontrollieren Sie Ihr Konto auf unbekannte Buchungen.

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