Die Ära der Apollo-Missionen
Die letzte bemannte Landung auf dem Mond erfolgte am 11. Dezember 1972 mit Apollo 17. Präsident Kennedy kündigte 1961 an, noch vor dem Jahresende 1969 Menschen auf den Mond zu bringen. Damit reagierten die USA direkt auf den Raumfahrtwettlauf mit der Sowjetunion.
Die UdSSR hatte 1957 mit „Sputnik“ den ersten Satelliten gestartet und 1961 Juri Gagarin als ersten Menschen in den Orbit gebracht. Dazu plante sie eigene Mondmissionen. Kennedy setzte sich das Ziel, die technologische und ideologische Überlegenheit der USA zu demonstrieren – der Kalte Krieg wurde zum Weltraumduell. Diese Vision wurde mit Apollo 11 am 20. Juli 1969 erfüllt.
Apollo 11 landete am 20. Juli 1969 mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin. Bis Apollo 17 folgten fünf weitere Landungen. Astronauten sammelten 382 Kilogramm Mondgestein und führten Experimente durch. Das Programm kostete rund 25 Milliarden US-Dollar, bereinigt um die Inflation 309 Milliarden. Laut einer Umfrage des amerikanischen Marktforschungs- und Analyseunternehmens The Harris Poll aus dem Jahr 1970 waren 56 Prozent der Amerikaner der Meinung, dass das Projekt Geldverschwendung war.
Die nahezu gescheiterte Apollo-13-Mission fand wieder mehr Beachtung
Die Welt verfolgte die Live-Übertragungen der Apollo-Missionen mit großer Spannung. Doch schon nach Apollo 11 sank das öffentliche Interesse. Eine Ausnahme war die Beinahe-Katastrophe bei der Apollo-13-Mission. Dabei kam es zu einer Explosion in einem Sauerstofftank, weshalb die Astronauten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise zur Erde zurückkehren mussten.
Tageszeitungen wie die „New York Times“ reduzierten ihre Berichterstattung von den täglichen Titelseiten auf kurze Artikel. Die Bürger wandten sich Themen wie dem Vietnamkrieg, der Ölkrise, der Inflation und den sozialen Unruhen in den USA zu, die ihren Alltag direkter betrafen. Auch die NASA bemerkte diesen Wandel: Die Zahl der Spenden und der eingesendeten Briefe halbierte sich. Dies verstärkte den Druck auf Politiker, die das Programm unterstützen. Apollo wurde schließlich eingestellt.
Die Raumfahrt auf Sparflamme nach dem Kalten Krieg
Nach dem Apollo-Programm verschob sich der Schwerpunkt der Raumfahrt: Die Regierung unter Richard Nixon kürzte die Budgets und priorisierte die Raumstation „Skylab“ sowie das Space-Shuttle-Programm. Letzteres lief von 1981 bis 2011 und setzte wiederverwendbare Raumfähren ein, um Astronauten und Fracht in den Orbit zu transportieren. Später kooperierten internationale Partner wie Russland bei der Raumstation ISS. Politiker verteilten die Gelder stattdessen auf Satelliten, Wetterforschung und Erdbeobachtung.
Der Mond blieb das Ziel unbemannter Sonden, darunter die chinesischen Chang’e-Missionen. Diese erforschen seit 2004 systematisch die Mondoberfläche. Aktuell bereitet sie sich auf Landungen auf dem Mond sowie den Aufbau einer Mondstation vor.
Die Raumfahrt arbeitet an neuen, effizienteren Technologien
Für eine Mondlandung sind präzise Planung und hochentwickelte Technik erforderlich. Während des Apollo-Programms setzte die NASA die Saturn-V-Rakete ein, die bis heute zu den stärksten je gebauten Trägerraketen zählt. Sie konnte rund 140 Tonnen Nutzlast in den Erdorbit befördern und brachte die Apollo-Kapsel samt Landefähre bis in die Mondumlaufbahn.
Der Hauptnachteil der Saturn V: Sie war kostenintensiv und nicht wiederverwertbar. Sie musste nach jedem Start vollständig ersetzt werden. Nach dem Ende der Mission Apollo 17 im Jahr 1972 wurde die Produktion der Saturn‑V eingestellt. Das Wissen über viele ihrer Komponenten ging danach verloren oder wurde technologisch überholt.
Moderne Raketen sollen effizienter und kostengünstiger werden
Heute arbeitet die NASA mit neuen Systemen wie der SLS-Rakete (Space Launch System). Diese Rakete setzt auf moderne Materialien, digitale Steuerungen und segmentierte Booster. Segmentierte Booster sind Antriebe, die in mehrere abtrennbare Abschnitte unterteilt sind. Dadurch wird die Effizienz gesteigert und das Trägerfahrzeug wird leichter. Genau diese Technik kommt im Rahmen des Artemis-Programms zum Einsatz.
Auch private Unternehmen wie SpaceX entwickeln alternative Systeme. Das „Starship“-System kombiniert wiederverwendbare Stufen mit einem vollständig integrierten Landemodul. Die Landetechniken werden zunächst auf der Erde und auf Seeplattformen erprobt, um eine kontrollierte Rückkehr zu perfektionieren.
Im Vergleich zur Apollo-Ära stehen heute moderne Computersysteme, leichtere Legierungen und präzisere Sensoren zur Verfügung. Eine Flugreise zum Mond dauert jedoch weiterhin etwa drei Tage.
Warum lohnt sich eine Rückkehr auf den Mond?
Der Mond birgt Ressourcen, von denen zukünftige Raumfahrtmissionen und eine dauerhafte Präsenz des Menschen im Weltall profitieren können. In den Kratern nahe der Mondpole befindet sich Wassereis. Dieses kann in Trinkwasser umgewandelt und durch Elektrolyse in Sauerstoff für die Atmung sowie in Wasserstoff für Raketentreibstoff aufgespalten werden. Die Nutzung solcher Ressourcen würde es ermöglichen, wichtige Materialien direkt vor Ort zu gewinnen, anstatt sie kostspielig von der Erde zu transportieren.
Daneben ist auch Helium-3 von Interesse. Dieses seltene Isotop kommt auf der Erde kaum vor, wurde jedoch über Jahrmilliarden durch den Sonnenwind auf dem Mond eingelagert. Als potenzieller Brennstoff für künftige Fusionsreaktoren könnte Helium 3 eine nahezu saubere und äußerst ergiebige Energiequelle darstellen, sofern seine technische Nutzung realisiert werden kann.
Ferner bietet der Mond eine ideale Umgebung für wissenschaftliche und technologische Erprobungen. Seine geringe Schwerkraft, die starke Strahlung und das nahezu vollständige Vakuum ähneln den Bedingungen auf dem Mars. Deshalb können Astronautinnen und Astronauten hier Missionsabläufe und Überlebenssysteme testen. Die Untersuchung von Mondgestein liefert zudem wertvolle Informationen über die frühe Geschichte des Sonnensystems, da die Oberfläche des Mondes seit Milliarden Jahren weitgehend unverändert geblieben ist.
Was ändert sich mit dem Artemis-Programm?
Das im Jahr 2019 offiziell gestartete Artemis-Programm bündelt die Kompetenzen mehrerer internationaler Partner, darunter die ESA (Europa), die JAXA (Japan) und die CSA (Kanada), sowie mehrerer privater Raumfahrtunternehmen. Die aktuelle Artemis-II-Mission ist zudem die Grundlage für den entscheidenden nächsten Schritt: Artemis 3, die für 2026 oder 2027 geplante Landung im südpolaren Mondgebiet.
Ein zentrales Element der Artemis-Strategie ist zudem die Lunar-Gateway-Station: eine kleine Raumstation in einer elliptischen Mondumlaufbahn. Sie dient als Zwischenstopp und Logistikzentrum für längere Missionen. Von dort aus sollen Lande- und Rückflüge gesteuert sowie Experimente durchgeführt werden. SpaceX entwickelt das Landegerät auf Basis des Starship-Systems und passt es speziell an die Mondumgebung an.
Parallel dazu arbeiten internationale Teams an Konzepten für Habitate, mobile Labore und robotische Systeme, die den Betrieb auf der Mondoberfläche unterstützen und langfristig auch den Aufbau einer dauerhaften Forschungsbasis ermöglichen sollen. Artemis markiert somit den Übergang von kurzfristigen Erkundungsflügen zu einer neuen Ära nachhaltiger menschlicher Präsenz im erdnahen Weltraum
Artemis 2 hat Technologie aus Deutschland an Bord
Bei der Artemis-II-Mission liefert Deutschland entscheidende Technologien, vor allem über das Europäische Servicemodul (ESM), das von Airbus in Bremen gebaut wurde und der Orion-Crewkapsel Antrieb, Energieversorgung sowie Lebenserhaltung bereitstellt. Zudem messen deutsche Strahlungsdetektoren des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) während des Fluges die Weltraumstrahlung.
Ergänzt wird dies durch die Unterstützung der Mission durch das DLR-Bodenstationsnetzwerk, etwa in Weilheim. Damit trägt Deutschland sowohl zur Steuerung und Sicherheit der Mission als auch zur Gewinnung wichtiger wissenschaftlicher Daten bei.
Warum sind in den letzten Jahren so viele Raketenstarts gescheitert?
In den vergangenen Jahren wird auffällig häufig über gescheiterte Raketenstarts berichtet. Einzelne spektakuläre Fehlstarts, wie der von SpaceX im Juli 2024 durch einen Riss in einem Drucksensor oder der Testflug der deutschen Spectrum-Rakete von Isar Aerospace im März 2026 aufgrund von Kraftstofftemperaturproblemen, ziehen dabei viel Aufmerksamkeit auf sich.
Diese wahrgenommene Häufung entsteht durch den rapiden Anstieg der Startfrequenz – 2025 gab es weltweit über 300 Starts. Viele davon sind erfolgreiche Falcon-9-Missionen von SpaceX, die hauptsächlich Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen bringen oder die Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) versorgen.
Zu der stark gestiegenen Startfrequenz kommen die hohe Komplexität neuer Technologien und strenge Regulierungen wie Startverbote durch die US-amerikanische Luftbehörde Federal Aviation Administration (FAA). Neueinsteiger in Europa und Asien kämpfen zudem mit zahlreichen Reifefehlern ihrer Technologien.
Begriffserklärungen
Apollo-Programm
Ein US-Projekt von 1961 bis 1972 mit 17 Missionen. Sechs davon landeten auf dem Mond. Die Astronauten brachten insgesamt 382 kg Mondgestein zurück.
Das Artemis-Programm
Ein NASA-Vorhaben seit 2019 mit internationalen Partnern. Es soll eine dauerhafte Mondpräsenz aufbauen. Zudem sollen Technologien und Infrastrukturen entwickelt werden, um langfristige Aufenthalte auf dem Mond zu ermöglichen.
Helium-3
Ein seltenes Helium-Isotop, das auf der Erde kaum vorhanden ist, wurde auf der Mondoberfläche entdeckt. Es wird durch Solarwinde angelagert. In einem Fusionsreaktor könnte Helium-3 zur Erzeugung sauberer Energie genutzt werden, da bei seiner Reaktion praktisch keine radioaktiven Abfälle entstehen.
Häufig gestellte Fragen
Warum gab es seit 1972 keine Mondlandung mehr?
Die USA hatten die ursprünglichen politischen Ziele des Wettlaufs zum Mond erreicht. Hinzu kamen die enormen Kosten der Apollo-Missionen. Stattdessen verlagerte sich der Fokus der Raumfahrtprogramme auf den Aufbau der Internationalen Raumstation und die Entwicklung wiederverwendbarer Space-Shuttles.
Was bringt die Rückkehr auf den Mond?
Sie bietet die Chance, Wassereis für die Lebenserhaltung und als Treibstoff zu nutzen sowie Helium-3 als potenzielle Energiequelle zu gewinnen. Darüber hinaus ermöglicht sie die Etablierung einer dauerhaften Präsenz auf dem Mond. Zudem erlauben die Bedingungen auf dem Mond das Training für zukünftige Mars-Missionen.
Wann landete Apollo 17?
Die Apollo-17-Kommandokapsel namens „America“ landete im Dezember 1972 und war damit die letzte bemannte Mission zum Mond.
Was ist der Lunar Gateway?
Der Lunar Gateway ist eine geplante Raumstation im Mondorbit, die als Basis für bemannte Landungen und wissenschaftliche Forschung dienen soll.
