Woher kommt Kälte?
Wärme entsteht, wenn Wärme fehlt. Wärme dagegen entsteht durch die Bewegung von Teilchen wie Atomen und Molekülen. Je stärker diese sich bewegen, desto höher ist die Temperatur. Sinkt die Bewegung der Teilchen, nimmt die Wärme ab.
Der menschliche Körper erzeugt ständig Wärme. Damit diese erhalten bleibt, spielen die Luft um uns, unsere Haut und unsere Kleidung eine zentrale Rolle.
Wie hält sich der Körper warm?
Der Körper reguliert seine Temperatur vor allem über die Haut. Blutgefäße weiten oder verengen sich, um die Durchblutung zu regulieren. Zwischen Haut und Kleidung befindet sich meist eine dünne Luftschicht. Diese wirkt wie eine einfache Isolierung und hilft, Wärme zu speichern, denn Luft leitet Wärme nur langsam.
Warum Wasser sich so kalt anfühlt
Wasser leitet Wärme deutlich besser als Luft. Trifft Wasser auf Kleidung oder Haut, verdrängt es die isolierende Luft. Die gespeicherte Körperwärme wird schneller nach außen abgegeben. Schon feuchte Kleidung reicht aus, um diesen Effekt spürbar zu machen. Der Körper verliert Wärme, ohne dass die Umgebungstemperatur stark sinken muss.
Was passiert, wenn unsere Kleidung nass wird?
Nasse Kleidung liegt dichter auf der Haut. Die isolierende Wirkung nimmt dadurch ab. Gleichzeitig beginnt Wasser zu verdunsten. Für diese Verdunstung wird darüber hinaus Energie benötigt. Diese Energie liefert die Körperwärme, wodurch der Körper immer weiter auskühlt.
Warum Wind ein Kältegefühl erzeugt
Wind entfernt die erwärmte Luftschicht an der Haut, indem sie diese wegbläst. Neue, kühlere Luft kommt nach. Dieser Prozess heißt Konvektion.
In Kombination mit Nässe wirkt Wind somit besonders stark. Wasser und Luft arbeiten zusammen und beschleunigen den Wärmeverlust. Deshalb fühlt sich Kälte bei Wind und Nässe oft deutlich unangenehmer an.
Deshalb fühlt sich trockene Kälte oft angenehmer an
Bei trockener Kälte fehlt einer der größten Störfaktoren: Feuchtigkeit auf unserer Kleidung. Die Luftschicht zwischen Haut und Stoff bleibt also erhalten und der Wärmeverlust vollzieht sich langsamer. Der Körper verliert somit auch langsamer Wärme. Auch bei niedrigen Temperaturen kann sich so ein stabiles Wärmegefühl einstellen, vor allem bei Bewegung und passender Kleidung.
Welche Rolle die Luftfeuchtigkeit spielt
Hohe Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass Materialien langsamer trocknen. Dadurch bleibt die Feuchtigkeit länger auf Haut und Kleidung. Der Wärmeaustausch mit der Umgebung nimmt zu und Körperwärme fließt kontinuierlich nach außen. Uns wird daher schnell kalt, selbst bei moderaten Temperaturen. Ein weiterer Nachteil hoher Luftfeuchtigkeit: Sie verringert die Verdunstung von Schweiß. Deshalb wirken auch hohe Temperaturen sehr unangenehm, weil sich unser Körper nur noch schlecht durch Schwitzen kühlen kann.
Tipps für Kleidung bei hoher Luftfeuchtigkeit
Mehrere Schichten aus dünneren Kleidungsstücken regulieren die Körperwärme besser als ein einzelnes dickes Kleidungsstück.
Materialien wie Wolle und Polypropylen, die Feuchtigkeit nach außen leiten, sind am effektivsten.
Wasserabweisende Beschichtung auf der Außenschicht – etwa durch eine DWR-Imprägnierung – hält leichten Regen und Schneefall ab.
Kleidung aus synthetischer Daune isoliert auch, wenn sie feucht wird. Natürliche Daune verliert dagegen schnell an Wärme verliert.
Die wichtigsten Fakten
- Nasse Kälte wirkt unangenehmer, weil Wasser Wärme schneller ableitet als Luft.
- Feuchte Kleidung zerstört die isolierende Luftschicht am Körper.
- Verdunstung entzieht dem Körper zusätzlich Wärme.
FAQ: Häufige Fragen zu Kälte und Feuchtigkeit
Warum friert man bei Regen schneller?
Es ist bei Regen kaum zu vermeiden, dass unsere Kleidung nass wird. Wasser leitet Wärme besser als Luft und beschleunigt den Wärmeverlust.
Fühlt sich Wind oder Nässe kälter an?
Beides verstärkt sich gegenseitig. Nässe erhöht die Wärmeleitung, Wind entfernt erwärmte Luft.
Was ist Verdunstungskälte?
Verdunstungskälte entsteht, wenn Wasser verdampft und dabei Wärme entzieht. Dieser Effekt kühlt die Haut spürbar ab.
Warum hilft Bewegung bei Kälte?
Bewegung erwärmt die Muskeln. Sie kann den Wärmeverlust dadurch teilweise ausgleichen.
