Frage der Woche

Warum werden wir immer dann krank, wenn wir Urlaub haben?

Endlich Urlaub! Wenn die lang ersehnte Erholung vor der Tür steht, ist der Stress der vergangenen Wochen schnell vergessen. Doch wer hat es nicht schon einmal erlebt: Kaum am Urlaubsziel angekommen, kratzt der Hals und die Nase beginnt zu laufen. Warum ist das so?

Urlauber am Strand

© iStock/EpicStockMedia

Warum wird man häufig ausgerechnet in den schönsten Wochen des Jahres krank? Die Wissenschaft spricht bei diesem Phänomen von „Leisure Sickness“, oder „Freizeitkrankheit“. Etwa drei Prozent aller Urlauber leiden in den ersten freien Tagen an Müdigkeit, Immunschwäche, Migräne, Gliederschmerzen, grippalem Infekt oder gar Depressionen. Auch Herzinfarkte treten gehäuft in den ersten Ferientagen auf, wenn auch nur bei Personen mit ohnehin erhöhtem Infarktrisiko.

Fehlreaktion im Körper

Besonders betroffen sind Menschen, denen es schwerfällt, abzuschalten und loszulassen. Wenn Menschen in einem – meist durch Arbeit bedingten – Zustand der Daueranspannung leben, gewöhnt sich der Körper daran und empfindet das hohe Stressniveau als normal. Der Urlaubsbeginn löst dann eine Fehlreaktion aus: Wenn die Anspannung nachlässt, reagiert der Körper genau umgekehrt und empfindet die Ruhephase als Stress.

Das Immunsystem des Betroffenen wird geschwächt – und er wird krank. Auch Menschen, die sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellen und sich für alles verantwortlich fühlen, sind durch die Freizeitkrankheit gefährdet. In Ruhephasen kommen dann alle seelischen Probleme hervor, die wochenlang unterdrückt wurden, und die große Leere macht sich breit. Deshalb ist der Ausgleich zwischen Stress und Entspannung im Alltag so wichtig: Wer seine Akkus regelmäßig wieder auflädt und nach Feierabend Energie tankt, den können der Ferienbeginn und die verdiente Erholung nicht umhauen.

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