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Virtuelles Wasser: Wie viel verbrauchen wir tatsächlich?

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Virtuelles Wasser: Wie viel verbrauchen wir tatsächlich?

Etwa 120 Liter Trinkwasser verbraucht ein Deutscher im Durchschnitt pro Tag. Rechnet man aber das in Nahrungsmitteln oder Konsumgütern versteckte Wasser hinzu, liegt der tatsächliche Wert um ein Vielfaches höher – bei 4000 Liter oder mehr.
1 Kilo Rindfleisch – 15.500 Liter Wasser
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1 Kilo Rindfleisch – 15.500 Liter Wasser

Bei der Herstellung von Nahrungsmitteln – insbesondere in der Fleischproduktion – wird enorm viel Wasser verbraucht. Für die Produktion von einem einzigen Kilogramm Rindfleisch fallen tatsächlich rund 15.500 Liter virtuelles Wasser an, 15.300 Liter davon allein für Futter. Ein Rind erreicht erst nach drei Jahren sein Schlachtgewicht. Bis es so weit ist, vertilgt es an die 1300 Kilo Getreide- und Soja-Kraftfutter, außerdem 7200 Kilo Grünfutter, Heu und Silage. Um dieses Futter bereitzustellen, sind große Mengen Wasser erforderlich. Außerdem trinkt ein Rind in drei Jahren rund 24.000 Liter

1 Hamburger – 2400 Liter Wasser
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1 Hamburger – 2400 Liter Wasser

An die 2400 Liter virtuelles Wasser sind notwendig, um einen einzigen Hamburger herzustellen – ganz schön viel für den kleinen Hunger zwischendurch. Mit etwa 2200 Litern fällt ein Großteil des virtuellen Wassereinsatzes für das verwendete Rindfleisch an.
1 Liter Milch – 1000 Liter Wasser
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1 Liter Milch – 1000 Liter Wasser

1000 Liter Wasser für einen Liter Milch: Rechnet man den Wasserbedarf für die Futterpflanzen, für die Kuh selbst, für den landwirtschaftlichen Betrieb und die Weiterverarbeitung der Milch zusammen und teilt die Summe durch die durchschnittliche Milchleistung einer Kuh, kommt dieser erstaunliche Wert zusammen. Für ein Glas Milch fallen also rund 200 Liter virtuelles Wasser an.
1 Computer – 20.000 Liter Wasser
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1 Computer – 20.000 Liter Wasser

32 Liter virtuelles Wasser stecken allein in einem Mikrochip. Für die Herstellung der elektronischen Komponenten eines Computers sind zahlreiche wertvolle und seltene Rohstoffe erforderlich. Nur mit einem erheblichen Wasseraufwand – rund 20.000 Liter für ein einziges Gerät – können sie gewonnen und verarbeitet werden.
1 Liter Bier – 300 Liter Wasser
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1 Liter Bier – 300 Liter Wasser

Ein Liter Bier schlägt mit einem Wasseraufwand von 300 Litern zu Buche. Vor allem der Anbau der Braugerste treibt die virtuelle Wasserbilanz nach oben: Für ein Kilo Gerste fallen 1300 Liter an. Hinzu kommt noch der Wasseraufwand beim Hopfenanbau und beim Brauvorgang selbst.
1 Kilo Röstkaffee – 21.000 Liter Wasser
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1 Kilo Röstkaffee – 21.000 Liter Wasser

Um die weltweite Nachfrage nach Kaffee zu bedienen, sind jedes Jahr 120 Milliarden Kubikmeter Wasser notwendig. 21.000 Liter Wasser werden für die Herstellung von einem Kilo Röstkaffee gebraucht. Umgerechnet auf die einzelne Tasse sind das immer noch 140 Liter – und damit mehr als unser durchschnittlicher täglicher Trinkwasserverbrauch.
1 Jeans – 11.000 Liter Wasser
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1 Jeans – 11.000 Liter Wasser

Durchschnittlich 11.000 Liter virtuelles Wasser fallen bei der Herstellung von einem Kilo Kleidung aus Baumwolle an – etwa Jeans oder Sweatshirts. 85 Prozent davon sind für die Herstellung der Baumwolle erforderlich, die restlichen 15 Prozent für alle weiteren Produktionsschritte. Baumwollfelder müssen intensiv bewässert werden: Deshalb verbraucht die Baumwollproduktion pro Jahr rund 50 Milliarden Kubikmeter virtuelles Wasser.
1 Kilo Kartoffeln – 255 Liter Wasser
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1 Kilo Kartoffeln – 255 Liter Wasser

255 Liter virtuelles Wasser sind nötig, um ein Kilo Kartoffeln zu produzieren. Eine Tüte Kartoffelchips hat einen Wasserfußabdruck von 185 Litern. Weil die Weltbevölkerung immer weiter wächst, steigt auch der Bedarf an Grundnahrungsmitteln ständig an – was zu höherem Wasserbedarf führt.
1 Kilo Reis – 3400 Liter Wasser
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1 Kilo Reis – 3400 Liter Wasser

Der Anbau von Reis ist besonders bewässerungsintensiv: 3400 Liter virtuelles Wasser werden durchschnittlich für ein einziges Kilo Reis verbraucht. 1350 Milliarden Kubikmeter Wasser fallen weltweit pro Jahr beim Reisanbau an. Das sind 21 Prozent des gesamten Wassers, das zum Anbau von Feldfrüchten benötigt wird.
1 Kilo Tomaten – 184 Liter Wasser
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1 Kilo Tomaten – 184 Liter Wasser

Rund 22 Kilo Tomaten verzehrt der Durchschnittsdeutsche pro Jahr. Pro Tomate fallen rund 13 Liter virtuelles Wasser an; macht durchschnittlich 184 Liter pro Kilo – und insgesamt aufs gesamte Jahr gerechnet etwa 4000 Liter. Nur sechs Prozent der hierzulande verzehrten Tomaten werden auch in Deutschland produziert. Ein Großteil wird aus dem Ausland importiert, etwa aus dem wasserarmen Südspanien. Dort werden sie wasserintensiv mittels künstlicher Bewässerungssysteme angebaut.
1 Kilo Bananen – 859 Liter Wasser
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1 Kilo Bananen – 859 Liter Wasser

Bananenstauden gedeihen vor allem in tropischen Regionen – und benötigen große Mengen Wasser. Unter den Früchten sind Bananen weltweit das wichtigste Handelsgut. Sie werden grün geerntet und erst am Bestimmungsort kontrolliert zur Reife gebracht. 859 Liter Wasser fallen für die Produktion von einem Kilo Bananen an.
1 Kilo Kakao – 27.000 Liter Wasser
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1 Kilo Kakao – 27.000 Liter Wasser

Durchschnittlich 27.000 Liter virtuelles Wasser sind nötig, um ein Kilo Kakaobohnen zu produzieren. Der Kakaobaum gedeiht am besten unter naturnahen Bedingungen im Regenwald. Ein Großteil der weltweiten Kakaoplantagen steht jedoch auf gerodetem Land in praller Sonne. Hier sind umfassende Pflanzenschutzmaßnahmen und intensive Bewässerung erforderlich, die die Bilanz nach oben treiben.
1 Pkw – 400.000 Liter Wasser
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1 Pkw – 400.000 Liter Wasser

Um ein einziges Auto herzustellen, sind ungeheure Wassermengen erforderlich: Von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Endmontage fallen rund 400.000 Liter virtuelles Wasser an. Die Zahl schwankt allerdings beträchtlich, je nach Fahrzeuggröße und -ausstattung.
Den eigenen Wasserfußabdruck verkleinern
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Den eigenen Wasserfußabdruck verkleinern

Auch in naher Zukunft wird der weltweite Wasserverbrauch weiter dramatisch steigen. Regierungen und Volkswirtschaften sind gefordert, um in ein verbessertes und nachhaltigeres Wassermanagement zu investieren. Doch um den globalen Wasser-Fußabdruck zu verkleinern, kommt es auch auf jeden Einzelnen an. Deshalb: Umweltbewusst einkaufen – und Wasser sparen, wo immer möglich.
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