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Mythos Seeungeheuer

Seeungeheuer: Sind paarungswillige Wale die Erklärung für Nessie?

Ist das Monster von Loch Ness ein Walpenis?

Eine Zeichung von Hans Egede aus dem Jahr 1734 zeigt ein schlangeähnliches Seeungeheuer wie Loch Ness auf dem offenen Meer mit einem Schiff.

Seeungeheuer wie das von Loch Ness sind Jahrhunderte alte Legenden. Ein Professor aus England gab nun eine mögliche Erklärung, wie der Mythos entstehen konnte.

Eine Zeichung von Hans Egede aus dem Jahr 1734 zeigt ein schlangeähnliches Seeungeheuer wie Loch Ness auf dem offenen Meer mit einem Schiff.
Lizenzfrei via Wikimedia Commons

Der Missionar Hans Egede will im 18. Jahrhundert ein schlangenähnliches Ungeheuer im Meer gesehen haben. Er fertigte im Jahr 1734 diese Zeichnung an.

Seeungeheuer sind nichts weiter als gesponnenes Seemannsgarn – oder etwa nicht? Die Legenden um riesige Monster, die in den Tiefen der Weltmeere leben, hielten sich über Jahrhunderte. Seefahrer berichteten von ihren Abenteuern in fernen Ländern und auf hoher See – und so manches Ungeheuer schmückte die Erzählungen aus.

Einige Beschreibungen können heute bekannten Meerestieren zugeschrieben werden: Riesenkalmare und Wale entsprechen so mancher Schilderung eines Seeungeheuers. Für andere Mythen konnte bislang noch keine Erklärung gefunden werden. Sogenannte Seeschlangen zählen unter anderem dazu. Dennoch hält sich der Mythos bis heute. Eines der bekanntesten ist Nessie. Das schlangenähnliche Ungeheuer soll im Loch Ness, einem rund 230 Meter tiefen See, bei der schottischen Ortschaft Inverness leben.

Loch Ness ist die Heimat des berühmten Ungeheuers Nessie

Die Geschichten um das Wesen gehen bis ins 6. Jahrhundert nach Christus zurück. Es lebe demnach in den unzähligen Höhlen unter Wasser. Ab und an käme es an die Wasseroberfläche, wo es angeblich immer wieder gesichtet wurde. In den 1930er-Jahren entstand ein wahrer Hype um Nessie. Ein Fabrikarbeiter will Nessie 1933 zufällig fotografiert haben. Die Aufnahme machte Schlagzeilen. Später entpuppte sich der Schnappschuss jedoch als schwimmender Hund mit einem Stöckchen im Maul.

Eine der berühmtesten Aufnahmen wurde ein Jahr später, 1934, aufgenommen. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt einen langen Hals, der aus dem Wasser herausragt. Der schemenhafte Kopf erinnert in der Form an eine Schlange. Der Körper selbst ist unter Wasser und nicht erkennbar. Diese Fotografie galt vielen Fans der Legende Jahrzehnte als Beweis. In den 1990er-Jahren wurde sie von der Zeitung „Sunday Telegraph“ jedoch als Fälschung entlarvt: Ein Schwimmspielzeug mit herangebasteltem Kopf soll für das Foto Modell gewesen sein.

Seeungeheuer: die mögliche Wahrheit hinter dem Mythos

Dem Mythos um schlangenähnliche Ungeheuer aus dem Wasser tut das keinen Abbruch. Ein Meeresforscher aus England postete im April 2022 eine Erklärung für die Sichtungen auf Twitter:

Professor Michael Sweet teilte seine Überlegung, dass überlieferte Sichtungen dieser Seeungeheuer auch Walpenisse sein könnten. Die frühesten Erwähnungen basieren auf Erzählungen und Beschreibungen von Seeleuten. Erigierte Geschlechtsteile männlicher Wale ähneln dieser Schilderung und könnten somit eine Erklärung für die Sichtung sein.

Prof. Sweet erklärt weiter: Einige Walarten paaren sich in Gruppen. Während ein Männchen das Weibchen begattet, lauern andere auf ihre Gelegenheit. Die wartenden Walmännchen schwimmen um das fruchtbare Weibchen herum. Dabei ragen ihre Penisse immer wieder über die Wasseroberfläche. Solche Beobachtungen könnten Seefahrer vor Jahrhunderten als schlangenähnliches Ungeheuer gedeutet haben. Zum Vergleich postet er Bilder von Walgeschlechtsteilen und setzt die berühmte Aufnahme von Nessie daneben. Tatsächlich: eine Ähnlichkeit ist erkennbar.

Das Ungeheuer von Loch Ness bleibt ein Rätsel

Allerdings kann diese Erklärung lediglich für Berichte herhalten, die von Fahrten über die Weltmeere erzählen. Der schottische See besteht aus Süßwasser und bietet daher keinen Lebensraum für die schwimmenden Säugetiere. Die vermeintlichen Sichtungen des berühmten Ungeheuers von Loch Ness sind also nicht mit paarungswilligen Walen zu erklären. Was hinter der Legende steckt und ob es in dem tiefen See möglicherweise eine noch unbekannte Spezies gibt, bleibt vorerst ein Rätsel.