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Gerüchte

Wahr oder falsch: Mythen des Alltags – Teil 1

Wahr oder falsch: Mythen des Alltags - Teil 1

Delfine sind besonders schlau? Nasse Haare machen krank? Gefriert heißes Wasser schneller? Welt der Wunder testet hartnäckige Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt…
  • iStock/kruwt

    Es klingt ganz logisch: Der Fahrstuhl rauscht hinunter, doch ein Sprung ein paar Meter über dem Boden rettet einem das Leben, während der Fahrstuhl zerstört wird. Doch das ist eine Illusion: Erstens ist der richtige Moment schwer abzupassen. Zweitens hat eine Person im Fahrstuhl die gleiche Fallgeschwindigkeit wie der Fahrstuhl selbst, kein Mensch könnte das über einen Sprung ausgleichen. Rast der Fahrstuhl also beispielsweise mit 150 Kilometern pro Stunde herab, müsste ein Mensch mit Tempo 150 vom Boden abheben – er schafft aber maximal fünf. Der Aufprall würde also bei etwa Tempo 145 erfolgen – und das ist mit Sicherheit tödlich. Zum Glück sind moderne Lifte so gut gegen Abstürze geschützt, dass sie als das sicherste Transportmittel überhaupt gelten.

  • Delphin

    iStock/Musat

    Das große Gehirn und die komplexe Struktur der Hirnrinde veranlassten selbst Zoologen lange zu dem Glauben, dass Delfine hochintelligent sein müssen. Und tatsächlich können die zu den Zahnwalen gehörenden Tiere rasch Bewegungsfolgen lernen. Doch für viel mehr reicht es nicht: Beim Problemelösen oder dem Erinnern abstrakter Gegenstände werden sie sogar von Ratten oder Tauben übertroffen. Wissenschaftler vermuten, dass Delfine ihr großes Gehirn eher zur Wärmeregulation im Wasser als zum Denken benutzen. Der Grund: Es enthält relativ wenige Nervenzellen und stattdessen mehr Stützgewebe.

  • Sarg

    iStock / Pawel_Czaja

    Nein, der Tod beendet alle Lebensprozesse. Wenn frisch rasierte und hergerichtete Tote beim Aufbahren plötzlich wieder unrasiert wirken, liegt das allein am Wasser: Es verdunstet, die Haut schrumpelt, der Körper zieht sich zusammen. Daher treten vorher verborgene Fingernägel und Bartstoppeln stärker hervor – aber sie wachsen nicht weiter.

  • Tropfen

    iStock/GooDween123

    Nein! Die natürliche Form eines Wassertropfens ist die Kugel, da sie maximales Volumen mit geringstmöglicher Oberfläche kombiniert. Beim Herabfallen verbinden sich mehrere Tropfen zu größeren. Der Luftwiderstand flacht das Gebilde ab, es franst aus. Spätestens bei einer Größe von etwa fünf Millimetern bringt die Luft den Tropfen zum Platzen.

  • Kakerlake

    iStock/Aopsan

    Ja, aber sie werden dabei unfruchtbar. Das heißt, sie verlieren ihre Fähigkeit, Nachkommen zu zeugen. Wie gut ein Lebewesen radioaktive Strahlung aushält, hängt im Allgemeinem von der Geschwindigkeit seines Stoffwechsels ab: Je öfter sich die Zellen im Körper teilen, desto empfindlicher ist das Lebewesen – denn genau im Moment der Replikation sind die Zellen besonders anfällig. Bei Säugetieren läuft der Stoffwechsel relativ schnell, bei Kakerlaken dagegen langsam. Sie sind etwa sechs- bis 15-mal widerstandsfähiger als Menschen – und überlebten in Hiroshima ab einer Entfernung von etwa 300 Metern den Abwurf der Atombombe.

  • Abfluss

    iStock/Rkafoto

    Ja, aber nur theoretisch. Denn die Natur nimmt eigentlich immer den direkten Weg: Der Wind bläst von Gebieten mit hohem zu denen mit niedrigem Luftdruck. Kaltes und warmes oder salzreiches und salzarmes Meerwasser gleichen sich über Strömungen aus. Doch da sich der Untergrund wegen der Erdrotation bewegt – und zwar umso schneller, je näher er sich am Äquator befindet – werden diese Strömungen abgelenkt: Auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Diese sogenannte Corioliskraft wirkt aber nur auf sehr großen Flächen. Eine Badewanne ist viel zu klein, als dass sie das von dort abfließende Wasser wirklich beeinflussen könnte.

  • Nasse Haare

    iStock/oleg66

    Rhinoviren sind es, die in der Regel eine Erkältung verursachen – und denen ist es ziemlich egal, wie kalt oder warm wir uns fühlen. Doch mit nassen Haaren kühlt unser Körper schneller aus, was die Durchblutung der Schleimhäute verringert, des Angriffspunkts der Viren. Dennoch konnten Experimente keinen Zusammenhang zwischen Temperatur und Erkrankung beweisen.

  • Eiswürfel

    iStock/JanPietruszka

    Es klingt unglaublich, und doch gefriert ein Glas heißes Wasser schneller als kaltes. Um es gleich vorweg zu sagen: Bis heute gibt es keine allgemein akzeptierte Erklärung für den sogenannten Mpemba-Effekt, da er auch nicht unter allen Umständen auftritt. Er hat unter anderem damit zu tun, dass heißes Wasser mehr strömt, also in Bewegung ist, und so an den Außenwänden des Gefäßes mehr Wärme verliert. Zudem verdunstet am Anfang aus dem heißen Wasser mehr, sodass seine Menge kleiner wird und dann schneller abkühlt. Nicht zuletzt haben im Wasser gelöste Salze einen Einfluss, die den Gefrierpunkt von Wasser verringern. In heißem Wasser fallen sie aus und verringern ihn demzufolge nicht.

  • Mobiltelefon

    iStock/Milindri

    Ein Mobiltelefon birgt tatsächlich ein gewisses Risiko: Denn meist sind in den Geräten Lithium-Ionen-Akkumulatoren verbaut. Oft trennt dort nur ein 20 Mikrometer feiner Separator Minus und Pluspol. Wird der bei der Herstellung mit Fremdpartikeln verunreinigt, kann das für eine Kettenreaktion sorgen: Ein Mikro-Kurzschluss sorgt dafür, dass sich die gesamte Energie auf einmal entlädt. Steigt die Temperatur dabei über 150 Grad Celsius, kommt es zum Brand oder sogar zur Explosion. Laden sollte man sein Handy daher nicht während man schläft oder außer Haus ist.

  • Lemming

    iStock/pum_eva

    Ganze Horden von Lemmingen stürzen sich kollektiv über die Klippen in den Tod – dieser Mythos geht auf die Disney-Dokumentation „White Wilderness“ zurück. Doch das Drehteam hatte nachgeholfen, um eine angebliche Todessehnsucht der Wühlmausart zu inszenieren: Es stimmt zwar, dass die Größe der Population von Jahr zu Jahr manchmal extrem schwankt, was zu Massenwanderungen führt. Und dabei kommen auch Tiere zu Tode – aber in keinem Fall freiwillig. Die Tierfilmer setzten die Lemminge auf einen beweglichen Untergrund und wählten einen geschickten Winkel zum Drehen. Und dann wurden einige Lemminge tatsächlich über die Klippen in den Tod getrieben …

  • Korallen

    iStock/stephankerkhofs

    Etwa 6.000 verschiedene Korallenarten gibt es auf der Erde – und 20 davon kommen auch an deutschen Küsten vor. Doch diese sogenannten Kaltwasserkorallen sind viel weniger erforscht als ihre tropischen Verwandten, die sich „taucherfreundlich“ wenige Meter unter der Wasseroberfläche erstrecken. Daher ist es wenig verwunderlich, dass „Darwin Mounds“ erst 1998 entdeckt wurde. Dabei handelt es sich um einen Gürtel aus Korallenriffen, der sich in etwa einem Kilometer Tiefe von Norwegen bis nach Portugal erstreckt. In der Nordsee liegen die Korallenbänke in etwa 100 Metern Wassertiefe. Die zusammenhängenden Gebilde können Dutzende Kilometer lang über 40 Meter in die Höhe wachsen. Diese Korallen brauchen kein Licht und trotzen einstelligen Wassertemperaturen.

Delfine sind besonders schlau? Nasse Haare machen krank? Gefriert heißes Wasser schneller? Welt der Wunder testet hartnäckige Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt…

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