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Kuriose Ängste

Hilfe, eine Karotte! – Die bizarrsten Phobien und was man dagegen tun kann

Hilfe, eine Karotte! - Die bizarrsten Phobien und was man dagegen tun kann

Wenn Ängste völlig unbegründet sind und den Betroffenen in seinem Alltag einschränken, spricht man von einer Phobie. Manche dieser Befürchtungen wirken auf Außenstehende geradezu absurd. Lustig machen sollte man sich darüber aber nicht, denn aus Sicht der Phobiker ist die Situation todernst.
  • Wir sind alle Angsthasen

    Imago/Imagebroker

    Jeder Mensch hat vor irgendetwas Angst. Das ist auch gut so, denn der Respekt vor manchen Situationen dient einem guten Zweck: Die natürliche Funktion der Angst ist es, uns vor Gefahren zu warnen. Bisweilen kann Furcht also sogar ein wichtiges Signal sein, das einen Menschen vor tödlichem Leichtsinn bewahrt. Wenn Ängste allerdings auf andere völlig unbegründet wirken, steckt möglicherweise eine Phobie dahinter.

  • Das Monster aus dem Kühlschrank

    Imago/Blickwinkel

    Ängste wie die Ophidiophobie, Arachnophobie, Klaustrophobie, Nyctophobie, Selachophobie, Hypsiphobie oder Aviotophobie kennen wir alle – nur unter einem anderen Namen. Doch immerhin können wir die erwähnte Furcht vor Schlangen (Ophidiophobie), Spinnen (Arachnophobie), Enge (Klaustrophobie), Dunkelheit (Nyctophobie), Haien (Selachophobie), Höhe (Hypsiphobie) und vor dem Fliegen (Aviotophobie) nachvollziehen. Bei anderen Ängsten hingegen fällt es uns mitunter schon etwas schwerer: Die Lachanophobie beispielsweise ist besonders ungünstig, wenn man Vegetarier sein will. Hinter dieser medizinisch klingenden Krankheit steckt die Angst vor Gemüse – und die beschränkt sich nicht auf die furchteinflößende Wirkung der Fratzen von Halloween-Kürbissen.

  • Aller Tage Abend?

    Imago/Blickwinkel

    Der Aberglaube, dass an einem Freitag, dem 13., überdurchschnittlich oft katastrophale Dinge geschehen, ist wissenschaftlich längst widerlegt. Dennoch hält sich diese Theorie hartnäckig im kollektiven Unterbewusstsein. Noch schlimmer dran allerdings sind Menschen, die unter Friggaphobie leiden. Während andere sich aufs Wochenende freuen, haben Betroffene Angst vor jedem Freitag.

  • Wasserscheu

    Imago/PaulvonStrohhelm

    Zu den Phobien, unter denen nicht nur die Betroffenen leiden, sondern auch alle, die ihnen nahe kommen, zählt die Ablutophobie. Diese bleibt über kurz oder lang den Nasen seinen Mitmenschen nicht verborgen – der Mensch hat Angst davor, sich zu waschen. Während der Waschzwang ein recht verbreitetes psychologisches Phänomen ist, zählt das Gegenteil davon zu den seltenen Phobien.

  • Psychische Tastensperre

    Imago/McPhoto

    Wir leben im Digitalen Zeitalter. Smartphones, Notebooks, Tablets und Co spielen sowohl in der Berufswelt als auch im Privatleben eine immer größere Rolle. Das ist besonders dramatisch für Menschen, die von Logiozomechanophobie betroffen sind. Sie haben Angst vor Computern.

  • Wenn es schwer fällt, Dinge leicht zu nehmen

    Imago/Blickwinkel

    Man kann sich das Leben auch selbst schwer machen. Das gilt insbesondere für Leute, die unter der Angststörung Barophobie leiden – der Furcht vor der Schwerkraft . Ein Physiker, der ihnen die Vorzüge der Gravitation veranschaulicht, wird diesen und anderen Phobikern wenig helfen können, denn Phobien sind ihrem Wesen nach immer irrational. Daher meiden Barophobiker alles, was die Schwerkraft spürbaren Druck auf den Körper ausüben lässt – von Karussels über Achterbahnen bis zu Autofahrten.

  • No news is good news?

    Imago/Imagebroker

    Wer unter Euphobie leidet, muss sich keine Sorgen machen, wenn er Nachrichten im Fernsehen schaut. Diese beinhalten schließlich nur in den seltensten Fällen gute Neuigkeiten. Traurig für die Allgemeinheit, gut für den Euphobiker, denn der hat Angst vor guten Nachrichten. Wer von dieser Angststörung betroffen ist, empfindet das instabile Chaos der Welt als Normalzustand. Überraschende gute Nachrichten wirken daher wie ein bedrohlicher Kontrollverlust, weil sie die pessimistische Weltordnung im Kopf der Phobiker durcheinander bringen. Darunter leidet auch das Privatleben der Betroffenen, denn sie beschränken ihre sozialen Kontakte gern auf Menschen, die ihre negative Grundeinstellung teilen.

  • Hochsaison für Ängste

    Imago/MichaelWeber

    Fragt man Menschen nach ihrer Lieblingsjahreszeit, antworten die meisten: Sommer. Zu den Ausnahmen zählen die Gymnogasterphobiker, denn ihre Angst hat in der heißen Jahreszeit Hochsaison. Wenn die Temperaturen die Menschen dazu bewegen, sich obenrum frei zu machen, müssen Gymnogasterphobiker das sehen, vor was sie sich am meisten fürchten: Bäuche.

  • Ganz Ihrer Meinung, Chef!

    Imago/Westend61

    Böse Zungen würden behaupten, Allodoxaphobiker sind der Traum autoritärer Chefs und machthungriger Diktatoren. Egal, was gesagt wird, ein Allodoxaphobiker wird zustimmen. Betroffene sind die geborenen „Ja-Sager“, denn sie haben Angst vor einer eigenen Meinung.

  • Kinderkrankheiten

    Imago/Westend61

    Ein auf Krawall gebürsteter Teenager kann seine Eltern schon mal ordentlich terrorisieren. Auch eine Truppe gruselig verkleideter Kinder an Halloween ist für Zartbesaitete ein verstörender Anblick. Nichts davon jedoch ist annähernd so beklemmend wie das Gefühl, welches Paedophobiker angesichts von jungen Menschen verspüren. Betroffene haben Angst vor Kindern und meiden deren Nähe. Bereits der Gedanke an Kinder kann bei dieser Angststörung Panik auslösen.

  • Himmelskörper-Alarm!

    Imago/Blickwinkel

    Romantische Spaziergänge im Mondschein? Für Menschen, die unter Selenophobie leiden, ein wahrgewordener Albtraum! Sie fürchten sich vor dem Mond.

  • Wenn Gelb zum roten Tuch wird

    Imago/Westend61

    Eine alte Telefonzelle, die Zeichentrickserie „Die Simpsons“ oder ein Quietscheentchen in der Badewanne – vor all diesen harmlosen Dingen würde sich ein Xanthophobiker zu Tode erschrecken. Wer unter dieser Angststörung leidet, meidet die Farbe Gelb. Manche Betroffene fürchten sich sogar bereits vor Aussprechen des Wortes.

  • Mut zur Schönheit?

    Imago/Westend61

    Eine hübsche Frau anzusprechen, die den flirtenden Blick nicht erwidert, kann selbst für selbsternannte Machos zur Mutprobe werden. Für Leute, die von Caligynephobie betroffen sind, wäre ein solches Unterfangen gänzlich jenseits des Vorstellbaren. Patienten haben irrationale Ängste vor schönen Damen. Das kann so weit gehen, dass Betroffene nicht nur angesichts realer attraktiver Frauen nervös werden, sondern sogar den Anblick von anziehenden Schauspielerinnen oder Models in Zeitschriften oder im Fernsehen nicht ertragen.

  • Gefangen in der eigenen Angst

    Imago/Westend61

    Wer abstruse Ängste als lachhaft empfindet, sollte dies auf keinen Fall einen Phobiker spüren lassen. Für ihn ist die Situation nämlich unerträglich. Seine massiven Angststörungen machen ihn zum Gefangenen seiner inneren Scheu. Wer so stark unter seiner Angstneurose leidet, dass er Schwierigkeiten hat, das alltägliche Leben zu meistern, braucht dringend Hilfe. „Betroffene lassen sich oft nicht behandeln“, berichtet Prof. Dr. Borwin Bandelow. Er arbeitet an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Göttingen. „Sie befürchten, ihnen könne nicht geholfen werden oder sie würden ausgelacht. Beides ist nicht der Fall.“

  • Feuer mit Feuer bekämpfen?

    Privatarchiv

    Die hier beschriebenen Phobien stellen selbst für einen Experten wie Prof. Dr. Borwin Bandelow extrem seltene Ausnahmefälle dar. „Die meisten Patienten wenden sich eher mit sozialen Phobien an Therapeuten“, so Bandelow. „Oder mit einer Agoraphobie“. So bezeichnet man Ängste, die es dem Betroffenen unmöglich machen, bestimmte Orte aufzusuchen. Phobien ähneln sich in dem Aspekt, dass sie unbegründete Ängste sind. Daher kann man sie allesamt auf die gleiche Weise behandeln - durch Überflutung mit dem auslösenden Reiz. „Eine Hundephobie bekämpft man am besten, indem man mit Hunden spazieren geht“, ist Bandelow überzeugt. „Nicht etwa mit einem Schoßhündchen beginnen und sich langsam steigern, sondern gleich in die Vollen -– mit mehreren Dobermännern auf einmal.“

  • Erlernte Angst, angeborene Phobie?

    Imago/Steinach

    Während umgangssprachlich Phobien und Ängste in einen Topf geworfen werden, kann Bandelow den Unterschied veranschaulichen: „Jemand, der an einer Steckdose einen Stromschlag bekommen hat, wird das nicht nochmal versuchen. Das ist keine Phobie, sondern Respekt.“ Eine Steckdosenphobie wäre es allenfalls, wenn jemand sich weigern würde, auch nur einen Raum zu betreten, weil sich irgendwo darin eine Steckdose befinden könnte.

  • Die Altersschwäche der Angst

    Imago/Imagebroker

    Das Durchschnittsalter, in dem Phobien sich manifestieren, liegt bei 36 Jahren. „Es ist allerdings nicht so, dass diese nun plötzlich auftauchen“, erklärt Prof. Dr. Borwin Bandelow. „Im Gegenteil: Viele Phobien sind seit der Geburt da, wie die Angst vor Höhen. Sie werden aber durch den Neugiertrieb überlagert.“ Das sei gut für die kindliche Entwicklung, denn sie sollen ihren Körper kennenlernen und die Welt erkunden. Der Neugiertrieb als Gegenspieler der Phobie lässt bei jungen Erwachsenen allerdings zunehmend nach. So können sich Phobien manifestieren. Allerdings klingen auch Phobien und Ängste im zunehmenden Alter ab. Eine gute Nachricht. Zumindest für alle, die nicht unter Euphobie leiden.

Wenn Ängste völlig unbegründet sind und den Betroffenen und den Betroffenen in seinem Alltag einschränken, spricht man von einer Phobie. Manche dieser Befürchtungen wirken auf Außenstehende geradezu absurd. Lustig machen sollte man sich darüber aber nicht, denn aus Sicht der Phobiker ist die Situation todernst.

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