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Die berühmtesten Herrscherinnen der Geschichte

Die berühmtesten Herrscherinnen der Geschichte

Nie zuvor in der Geschichte gab es so viele weibliche Spitzenpolitiker wie in der heutigen Zeit. Doch bis es dazu kam, gingen viele Jahrhunderte ins Land. Lange galten Frauen als unfähig, Regierungsämter zu übernehmen; sie seien angeblich zu weich, zu wenig durchsetzungsstark, zu kompromissbereit.
  • Frau Merkel am Pult

    imago/Reiner Zensen

    Die amerikanische Wirtschaftsmagazin "Forbes" hat Angela Merkel viermal Mal in Folge zur mächtigsten Frau der Welt gekürt. Nie zuvor in der Geschichte gab es so viele weibliche Spitzenpolitiker wie in der heutigen Zeit. Doch bis es dazu kam, gingen viele Jahrhunderte ins Land. Lange galten Frauen als unfähig, Regierungsämter zu übernehmen; sie seien angeblich zu weich, zu wenig durchsetzungsstark, zu kompromissbereit. Und die, die sich mit Begabung und Intelligenz gegen die Widerstände durchsetzten, mussten sich als "Mannsweib" oder "Kampfemanze" belächeln lassen. Dabei gab es in den letzten Jahrtausenden zahlreiche berühmte und sehr erfolgreiche Herrscherinnen: Kleopatra, Katharina die Große oder Königin Elisabeth I.. In den Monarchien des Mittelalters war es oft sogar leichter für Frauen, eine Machtposition zu erlangen: Gab es nämlich keine männlichen Kandidaten für die Thronfolge, hatten sie ein Anrecht auf die Regentschaft. So wurden aus den unterschätzten Prinzessinnen mächtige Monarchinnen.

  • Angela Merkel

    imago/photo2000

    Als die CDU Angela Merkel als Kanzlerkandidatin aufstellt, glaubt kaum jemand an ihren Erfolg. Eine biedere Ostdeutsche mit unbeholfener Frisur an der Spitze des Landes? Doch Angela Merkel setzt sich durch - auf ihre eigene, zurückhaltende Art. Wie immer: in der Schule, im Studium, in der Partei. 2005 wird sie "Bundeskanzlerin" - und ihr Titel zum Wort des Jahres. Angela Merkel ist klug, gebildet, eine Naturwissenschaftlerin mit Leib und Seele, manchmal sogar witzig. Blass nennen Kritiker ihren Führungsstil. "Angie" biete kaum Angriffsfläche.

  • Gesicht von Margaret Thatcher

    imago/United Archives International

    Mit gängigen Klischeebildern von Frauen an der Spitze räumt sie bereits 25 Jahre zuvor auf: Margaret Thatcher, die erste Premierministerin Europas, ist alles andere als sensibel oder durchsetzungsschwach. Die "Eiserne Lady" regiert Großbritannien elf Jahre lang auf harte, strenge, unnachgiebige Weise. Margaret Thatcher ist jeglicher Kuschelkurs fremd: Von 1979 bis 1990 bekämpft sie den Wohlfahrtsstaat, kürzt Sozialleistungen, fördert die Marktwirtschaft und das Leistungsdenken - und als Argentinien die Falklandinseln besetzt, zieht sie sogar in den Krieg. Obwohl Margaret Thatcher alles andere als eine Feministin ist, steigt nach ihrer Amtszeit die Zahl weiblicher Regierungsoberhäupter in Europa stark an.

  • Gemälde von Königin Victoria

    imago/United Archives International

    Victoria ist gerade 18 Jahre alt, als sie den britischen Thon besteigt - um in den kommenden fast 64 Jahre ein Weltreich zu regieren, zum dem damals rund zwanzig Prozent der Erde zählen. Unerfahren, fast naiv geht sie ans Werk; auch während ihrer Regierungszeit fällt sie viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Diese Jahre von 1837 und 1901, die von blühendem Handel und Wohlstand gezeichnet sind, tragen bis heute ihren Namen: das viktorianische Zeitalter. Königin Victoria gilt als "Großmutter Europas": Sie hatte vierzig Engel und 88 Urenkel. Elisabeth II., Harald V. von Norwegen, Karl XVI. Gustav von Schweden und Juan Carlos von Spanien zählen zu ihren direkten Nachfahren.

  • Gemälde von Katharina

    imago/United Archives International

    Katharina II. zeigt sich schon in jungen Jahren als äußerst gebildet, weltgewandt und zielstrebig. Während ihr Mann Peter III. lieber dem Alkohol frönt, schreibt sie sich Briefe mit Voltaire. 1762 ergreift sie schließlich die Macht: Unter einer Schar begeisterter Anhänger lässt sie sich selbst zur Zarin ernennen; Peter wird ermordet. Ihren Beinamen "die Große" erhält sie bereits zu Lebzeiten: Die äußerst aktive und ehrgeizige Regentin macht aus Russland ein Imperium. Sie führt mehrere erfolgreiche Kriege, unterstützt sozial Schwache und ebnet Wege für Kunst und Literatur.

  • Gemälde von Maria Theresia

    imago/United Archives International

    Auch in Österreich regiert zu dieser Zeit eine Monarchin: Maria Theresia, die - in Ermangelung eines männlichen Nachfolgers - den Thron von ihrem Vater Karl VI. erbt. Fühlte sich Maria Theresia anfangs noch von den zahlreichen politischen Aufgaben überfordert, regiert sie schließlich vierzig Jahre lang souverän über einen Vielvölkerstaat. Zu ihren größten Verdiensten gehören die Einführung einer allgemeinen Schulpflicht, eines einheitlichen Strafrechts und die Stärkung der Wirtschaft. Aus der Ehe mit dem römisch-deutschen Kaiser Franz I. Stephan gingen insgesamt 16 Kinder hervor, die Maria Theresia Zeit ihres Lebens strategisch klug in andere Königshäuser zu verheiraten versuchte.

  • Gemälde von Madame de Pompadour

    imago/Leemage

    Von ganz unten nach ganz oben: König Ludwig der XV. holt sich im Jahr 1745 ein bürgerliches Mädchen an seinen Hof. Der jungen Marquise de Pompadour ist der Regent derart verfallen, dass er sie sogar adelt und ihr große Macht zugesteht. Aus dem Hintergrund übt sie großen Einfluss auf den König und seine Politik aus. Der Ausspruch "Nach uns die Sintflut!" wird ihr zugesprochen. Die große Stärke der Marquise de Pompadour, geboren als Jeanne-Antoinette Poisson, ist ihr diplomatisches Geschick: Sie versteht es nicht nur, sich dem König zu nähern, sondern auch, sich ein Netz von Vertrauten und Verbündeten am Hof zu schaffen. Damit sichert die sonst eher schwache und kränkliche junge Frau ihren Status.

  • Bild von Christina von Schweden

    imago/imagebroker

    Christina von Schweden hat schon immer ihren eigenen Kopf. Schon als Kind geht sie lieber reiten und jagen, als sich in hübschen Kleidern am Hof verwöhnen zu lassen. Sie liebt Bücher, Kunst, Theater und Philosophie, interessiert sich für vieles, ist sexuell aufgeschlossen. Die Thronfolge übernimmt sie 1644 widerwillig - und nur, um sie nach nur zehn Jahren wieder abzugeben. Zum Entsetzen vieler konvertiert die streng protestantisch erzogene Christina zum Katholizismus und zieht nach Rom, wo sie sich ganz ihren persönlichen Interessen widmet. Eine Heirat lehnt sie Zeit ihres Lebens ab. Nach ihrem Tod wird sie im Petersdom beerdigt.

  • Gemälde von Elisabeth I.

    imago/United Archives International

    Elisabeths Vater, Heinrich der Achte, wünschte sich nichts sehnlicher als einen Sohn. Doch trotz zahlreicher Ehen bleibt am Ende nur seine Tochter Elisabeth als mögliche Thronfolgerin übrig. Die selbstbewusste und gebildete junge Frau schwankt zwischen den Extremen: Einerseits inszeniert sich als schillernde Dame, andererseits nennt sich selbst "Prince" und zieht mit in den Krieg. Fast 45 Jahre lang regiert Elisabeth I. schließlich als Königin von England. Bis zu ihrem Tod stellt sie sich als Jungfrau dar, die ihrem Land untertan ist: Sie heiratet nie und bekommt keine Kinder.

  • Gemälde von Maria Stuart

    imago/Leemage

    Elisabeth I. hat Zeit ihres Lebens mit einer Kontrahentin zu kämpfen: Maria Stuart, der Königin von Schottland, die ebenfalls Anspruch auf den britischen Thron erhebt. Marias Leben ist kompliziert und wechselvoll. Sie wird mit nur sechs Tagen zur Königin von Schottland erklärt, und ihre Hochzeit wird schon früh geplant. Bereits mit fünf Jahren siedelt sie nach Frankreich über, um mit 16 den französischen Thronfolger Franz II. zu ehelichen. Insgesamt heiratet sie dreimal und ist in zahlreiche Liebschaften verwickelt. Sie regiert ein gespaltenes Volk, ihr eigener Halbbruder kämpft auf der Seite der Protestanten. Insgesamt 18 Jahre lässt Elisabeth Maria in Gefangenschaft halten, schließlich sogar hinrichten. Ihre Sorge ist nicht ohne Grund: Die streng katholische Maria ist allerlei Verschwörungen verwickelt und weigert sich Zeit ihres Lebens, den Vertrag von Edinburgh zu unterzeichnen, nach dem Frankreich Elisabeth als Königin von England anerkennt.

  • Statue von Agrippina die Jüngere

    imago/Leemage

    Im römischen Senat haben Frauen keinen Zutritt - doch Agrippina lässt sich davon nicht beirren: Sie lauscht hinter einem Vorhang den Sitzungen, um anschließend ihren Sohn, den Kaiser Nero, zu ihr gefälligen Entscheidungen zu überreden. Agrippina hatte früher darunter gelitten, sich Männern gegenüber nicht durchsetzen zu können: Ihr Bruder, der herrschsüchtige Caligula, hatte sie in die Verbannung geschickt. Ihre Mutter, die überaus selbständige Agrippina die Ältere, brachte sich dort um. Das will sie nicht auf sich sitzen lassen. Agrippina kehrt nach vier Jahren zurück, vergiftet ihren Mann und sichert ihrem beeinflussbaren Sohn Nero den Thron. Agrippina erlangt enormen Einfluss. So gilt sie beispielsweise als Gründerin Kölns. Nero, der die mächtige Mutter neben sich schließlich nicht mehr erträgt, lässt sie 59 nach Christus ermorden.

  • Gemälde von Kleopatra

    imago/Leemage

    Sie ist der letzte weibliche Pharao - und zugleich die berühmteste Königin Ägyptens: Kleopatra VII. sichert ihr Land über zwanzig Jahre hinweg mit den Waffen einer Frau. Sie verführt mächtige Männer, um sich gute Beziehungen zum Römischen Reich zu sichern; nicht nur Cäsar, sondern auch Marcus Antonius verfallen ihr. Ihr Amt muss sie aber auch vor ihrer eigenen Familie, in der viele Anspruch auf eine Mitregentschaft erheben, verteidigen. Kleopatra ist äußerst gebildet, spricht sieben Sprachen und erhält von ihrem geliebten Vater schon früh Einblick in die politischen Geschicke. Sie regiert strategisch klug, schreckt aber auch vor Intrigen nicht zurück. Bis heute sind die Umstände ihres Todes im Jahr 30 v. Chr. nicht geklärt: Brachte sie sich um oder wurde sie ermordet? Im Frühjahr entdeckten Archäologen ein geheimnisvolles Grab. Gerüchte, es handele sich um eine gemeinsame Ruhestätte von Kleopatra und Marcus Antonius, konnten bisher allerdings nicht bestätigt werden.

  • Tempel der Hatschepsut

    imago/Werner Otto

    Sie ist eine der frühesten bekannten großen Herrscherinnen: Die Pharaonin Hatschepsut regiert von 1479 bis 1458 v. Chr. in Ägypten. Es ist eine Zeit der Blüte und des Wohlstandes; Hatschepsut lässt eine Vielzahl von Bauprojekten realisieren. Am Nil ist bis heute ein ungewöhnlich gestalteter Totentempel zu besichtigen, den Hatschepsut von ihrem geliebten Architekten Senenmut errichten ließ. Hatschepsut ist eine selbstbewusste Regentin und lässt sich auf Denkmälern sogar in Männerkleidung abbilden. Lange gerät die Pharaonin in Vergessenheit. Im Sommer 2007 jedoch können Archäologen eine Mumie im Tal der Könige von Luxor als Leiche Hatschepsuts identifizieren - eine Sensation für die Forschung.

Nie zuvor in der Geschichte gab es so viele weibliche Spitzenpolitiker wie in der heutigen Zeit. Doch bis es dazu kam, gingen viele Jahrhunderte ins Land. Lange galten Frauen als unfähig, Regierungsämter zu übernehmen; sie seien angeblich zu weich, zu wenig durchsetzungsstark, zu kompromissbereit.

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