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Ernährung der Zukunft

Foto: Envato

Maniok, Hirse, Seetang: So ernähren wir uns in Zukunft

In Zukunft werden wir uns anders ernähren. Grund dafür: der Klimawandel wird den globalen Nutzpflanzenbestand verändern. Ein Wissenschaftler rät, welche fünf Nahrungsquellen schon bald auf unserem Speiseplan Einzug halten werden.

Neue Nahrungsquellen – so ernähren wir uns in Zukunft

Gerade einmal drei Pflanzenarten – Weizen, Mais und Reis, bieten 42 Prozent der Nahrungsgrundlage für die wachsende Weltbevölkerung. Doch durch das zunehmende extreme Wetter drohen in Zukunft vermehrt Ernteausfälle und Hungersnöte. 

Ein Umdenken muss also her, so der Nutzpflanzenforscher Festo Massawe von der University of Nottingham in Malaysia

Um die Menschheit ausgewogen mit Proteinen, Kohlenhydrate, Omega-3, Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen, müsse die Landwirtschaft auf noch wenig genutzte Nahrungsquellen setzen.

Hirse

Das glutenfreie Getreide wurde schon vor über 10.000 Jahren in Asien kultiviert, ist nachhaltig und klimaresistent. Hirse benötigt im Gegensatz zu Weizen, Mais und Reis wenig Wasser und gedeiht in warmen und trockenen Gebieten. Sie enthält viele Kohlenhydrate, Proteine, Phosphor und Magnesium. 

In der Küche lässt sich Hirse vielfältig einsetzen, sie schmeckt nach dem Kochen mild und leicht nussig. Man findet sie oft in Rezepten für Salate, Müsli oder Bratlinge. Aufgrund ihrer hohen Menge an Eisen ist Hirse schon jetzt besonders bei Vegetariern und Veganern beliebt, da diese Ernährungsformen oft einen Eisenmangel aufgrund des Fleischverzichts aufweisen. 

Bambara-Erdnuss

Die Bambara-Erdnuss – auch Erderbse genannt, gehört zu den Hülsenfrüchten und ist südlich der Sahara beheimatet. Sie wächst bestens in nährstoffarmem und trockenem Boden und ist vollgepackt mit Proteinen, Ballaststoffen, Kalium und Eisen. Im getrockneten Zustand kann man die Samen frisch, gekocht, geröstet oder eingeweicht verzehren – oder sie zu Mehl zermahlen. 

In der afrikanischen Küche finden sie Verwendung in Gerichten wie Mutakura. In dem Gericht befinden sich außerdem noch Erdnüsse, Wasser und Salz. Nach dem Kochen wird das Ganze nach dem eigenen Geschmack gewürzt und als Beilage serviert. Wer das Ganze ausprobieren möchte, muss sich auf die Suche begeben – denn noch sind Bambara-Nüsse hierzulande nur schwer erhältlich.

Muscheln

Laut Berichten verschiedener Wissenschaftler, könnten Muscheln im Jahr 2050 rund 40% des gesamten Seafoods ausmachen. Muschelfarmen sind sehr ertragreich und kostengünstig, außerdem filtern die kleinen Weichtiere bis zu 2 Liter Wasser pro Stunde und halten die Meere sauber. Sie sind vielfältig genießbar, enthalten wertvolles Omega-3, Vitamin B12, Eisen, Magnesium und Zink.

Wer Muscheln genießen möchte, kann sie beispielsweise klassisch in Weißwein kochen, in einer Paella zubereiten oder nach italienischem Vorbild als Spaghetti alle vongole servieren.

Seetang

Diese Algenart ist besonders klimafreundlich. Seetang nimmt CO2 auf und wandeln es in Kohlenstoff um. Außerdem regulieren sie den pH-Wert des Wassers um sie herum. Deshalb werden sie von Meeresfarmen in Alaska gerne mit Muschelzucht kombiniert, da Muscheln und Algen voneinander profitieren. In Asien wird die Meerespflanze schon seit Jahrtausenden gegessen, sie ist reich an Antioxidantien, Vitaminen, Jod und Calcium.

Das Superfood der Meere schmeckt meist würzig-salzig und kann beispielsweise als Wakame – ein japanischer Algensalat gegessen werden. In Korea ist er Bestandteil der Seetang-Suppe Miyeok-guk mit Rindfleisch und als getrocknete Seetangblätter kommt er beim Nori-Maki-Sushi zum Einsatz.     

Maniok

Dieses stärkehaltige Knollengemüse ist vor allem in Südamerika beheimatet. Mittlerweile wird es in über hundert Ländern kultiviert. Die Pflanze hält Temperaturen von über 40 Grad stand und ist tolerant gegenüber salzigem und trockenem Boden. Aber aufgepasst; Maniok enthält Blausäure und muss vor dem Verzehr gewaschen, geschält, gewässert und wieder getrocknet werden.

Maniok hat einen neutralen bis leicht süßlichen Geschmack und lässt sich wie Kartoffeln verarbeiten – man kann ihn kochen, braten, backen und frittieren.

In Afrika ist er Teil der beliebten Beilage Fufu, diese besteht aus einem Brei von Kochbanane und Maniok. In Südamerika bereitet man ihn als Carimañola zu, einer mit Fleisch gefüllten, frittierten Maniokrolle. 

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