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Long COVID – mehr Psyche als Virus

Foto: Envato

Long COVID – mehr Psyche als Virus

Mehr Psyche als Virus - Long COVID ist in den meisten Fällen reine Kopfsache. Zu dem überraschenden Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Klinik für Neurologie an der Uniklink Essen.

Es ist fast drei Jahre her, dass die ersten Fälle von COVID-19 aufgetreten sind: mittlerweile gehören regelmäßiges Händewaschen, Abstandhalten, Masken und Schnelltests zu unserem Alltag. Schutz vor einer Infektion und einem schweren Krankheitsverlauf bieten Impfungen. Seit dem Start der Impfkampagne im Dezember 2020 haben sich 76,3 Prozent der Deutschen (Stand: 28.09.2022 / Quelle: rki.de) vollständig gegen das Virus impfen lassen. 

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Wer sich müde und kraftlos fühlt, Husten oder Fieber hat und nicht richtig schmecken kann, könnte Symptome haben, die auf eine Corona-Infektion hindeuten; diese ersten Anzeichen sind oft schwer von einer Erkältung oder Grippe zu unterscheiden. 

Mittels Schnell- und PCR-Tests kann man sich auf das Virus testen lassen. Durch Letztere konnten so rund 33 Millionen Corona-Infektionen bestätigt werden. Rund 10 Prozent der Corona-Patienten entwickelten allerdings nach einer überstandenen Infektion Beschwerden, die über Wochen oder sogar Monate angehalten haben. 

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Long COVID äußert sich durch Brain Fog

Die Betroffenen berichten von sogenanntem Brain Fog, der sich durch Gedächtnisprobleme, Müdigkeit und Sprachprobleme äußert. Allesamt Prozesse, die sich in der Neurologie verorten lassen.

In ihrer Kohortenstudie mit 171 Patienten untersuchten die Wissenschaftler inwieweit sich Long COVID schädigend auf das Nervensystem auswirkt. Dafür wurden die Teilnehmer einer umfassenden neurologischen, neuropsychologischen, sowie psychosomatischen Diagnostik unterzogen.

Das Ergebnis: bei 85,8 Prozent der Personen war die neurologische Untersuchung komplett unauffällig. Lediglich in 2,3 Prozent der Fälle konnten die Mediziner eine Diagnose stellen, die mit einer vorhergegangenen Corona-Infektion zusammenzuhängen schien.

Alles reine Kopfsache

Die Forscher schlussfolgern aus ihren Ergebnissen, dass die anhaltenden Beschwerden bei den meisten Long COVID-Patienten darauf zurückzuführen sind, dass die Krankheitsverarbeitung im Gehirn nicht richtig funktioniert.

Vor allem Patienten die anfällig für Ängste oder Depressionen sind können das Risiko, das für sie durch eine Erkrankung entsteht, nicht richtig einschätzen. Dadurch fühlen sie sich langfristig schlapp, obwohl es körperlich keine Ursache dafür gibt.