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Fake-Shops: Wie Sie sie erkennen und warum sie so gefährlich sind

Foto: Envato / twenty20photos

Fake-Shops: Wie Sie sie erkennen und warum sie so gefährlich sind

Fake-Shops versprechen begehrte Markenartikel zu extrem günstigen Preisen. Doch Kundinnen und Kunden, die dort bestellen, erhalten entweder überhaupt keine Ware oder billige Kopien. So erkennen Sie einen Fake-Shop und so gehen Sie als Opfer solcher Lockangebote vor.

Inhalt

Das sind die Merkmale eines Fake-Shops

  • Die Preise der angebotenen Waren sind auffällig niedrig.
  • Es sind angeblich Artikel vorrätig, die bei anderen Shops vergriffen sind.
  • Das Impressum fehlt komplett, ist unvollständig oder enthält falsche Informationen.
  • Es ist keine Telefonnummer hinterlegt oder die angegebene Telefonnummer ist nicht vergeben.
  • Der Shop akzeptiert nur Vorauszahlung.
  • Statt einer Telefonnummer für Kundenkontakt gibt es nur ein Kontaktformular.
  • Der Shop hat entweder gar keine oder nur sehr gute Bewertungen erhalten.
  • Der Domain-Name passt nicht zu den angebotenen Waren. Viele Fake-Shops kapern brachliegende Server oder Websites.

So gehen Sie vor, wenn Sie bereits Geld überwiesen haben

  • Informieren Sie sofort Ihre Bank oder Ihren Bezahldienst. In vielen Fällen lassen sich Zahlungen rückgängig machen, wenn Sie diese frühzeitig melden.
  • Haben Sie damit keinen Erfolg, kann es sich lohnen, einen Profi für Internetrecht einzuschalten.
  • Bewahren Sie alle Belege für Ihren Kauf auf, wie etwa Ihre Bestellbestätigung, den Kaufvertrag und den E-Mail-Verkehr.
  • Sichern Sie einige Bildschirmfotos des Shops für den Fall, dass er später gelöscht wird.
  • Haben Sie mit Kreditkarte bezahlt, lassen Sie diese sperren. Fordern Sie von Ihrem Kreditkartendienst eine Rückzahlung wegen Verdacht auf Betrug.
  • Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Etliche Fake-Shops missbrauchen Gütesiegel

Gütesiegel für sichere Shops, die Menschen vor unseriösen Angeboten schützen sollen, gibt es inzwischen einige. Doch auch unseriöse Angebote im Netz gehen mit der Zeit: Etliche Fake-Shops verwenden entweder frei erfundene Gütesiegel oder auch etablierte Siegel wie „Trusted Shops“ und „EHI-geprüfter Online Shop“, ohne jemals eine Zertifizierung erhalten zu haben.

Überprüfen Sie, ob die von dem vorliegenden Shop verwendeten Gütesiegel verlinkt sind oder weitere Informationen zeigen, wenn Sie darauf klicken. Ist das nicht der Fall, sollten Sie hellhörig werden. Üblicherweise listet die Website des betreffenden Gütesiegeldienstes alle Shops auf, auf denen sich das Gütesiegel befindet. Finden Sie den vorliegenden Shop dort nicht, ist das ein schlechtes Zeichen.

Fake-Shops werden immer professioneller – eine Online-Recherche hilft weiter

Allerdings sind nicht alle Fake-Shops eindeutig erkennbar. Etliche verwenden auch realistisch gefälschte Impressumsdaten, Allgemeine Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärungen, um potenzielle Käuferinnen und Käufer zu täuschen.

Stoßen Sie auf einen Shop, den Sie nicht kennen, sollten Sie sich daher über Suchmaschinen wie Google ausführlich über ihn informieren. Recherchieren Sie auch nach Erfahrungen anderer Kundinnen und Kunden. Achten Sie bei der Recherche auf folgende Warnsignale, die für einen unseriösen Shop sprechen:

  • Ist der Shop im Netz überwiegend schlecht bewertet worden, sollten Sie dort lieber nichts bestellen.
  • Finden Sie nur positive Bewertungen vor, könnten diese gefälscht sein.
  • Finden Sie überhaupt keine brauchbaren Informationen oder Erfahrungsberichte, spricht dies ebenso für einen Fake-Shop.

Haben Sie den vorliegenden Shop genau überprüft und sind sich trotzdem nicht sicher, ob Sie dort sicher einkaufen können, hilft eine Anfrage bei der Verbraucherzentrale weiter.

Fake-Shops auf Amazon

Im Amazon Marketplace, mit dem Dritte Waren über die Verkaufsplattform von Amazon verkaufen können, häufen sich Meldungen über Fake-Shops. Auch hier gibt es zahlreiche Lockangebote, vor allem aus den Bereichen Unterhaltungs- und Küchenelektronik. Wenn sich Interessierte bei solchen Shops melden, werden sie aufgefordert, den Kontakt per E-Mail weiterzuführen. Sie erhalten schnell die Aufforderung, das Geld für ihren Einkauf an eine Bankverbindung im Ausland zu überweisen.

Wer dieser Aufforderung nachkommt, hat schlechte Chancen, sein Geld zurückzubekommen. Da der Kontakt über externe Mails stattgefunden hat, ist auch Amazon in solchen Fällen machtlos. Entdecken Sie einen Amazon-Fake-Shop, sollten Sie diesen sofort an den Amazon-Kundendienst melden. 

Instagram hat ein zunehmendes Fake-Shop-Problem

Wegen seiner großen Popularität wird Instagram für unseriöse Angebote immer beliebter. Das soziale Netzwerk wird daher mit betrügerischen Werbeanzeigen überschwemmt. Wer darauf klickt, wird auf einen Fake-Shop weitergeleitet. Diese Shops sind meist sehr professionell gestaltet und auf den ersten Blick schwierig als Fake-Angebote zu erkennen.

Entdecken Sie einen betrügerischen Shop, melden Sie die Werbeanzeige, die auf diesen verlinkt hat, an Instagram.

Vorsicht vor Datenklau durch Fake-Shops

Viele Fake-Angebote zielen auch auf den schnellen Profit durch den Verkauf persönlicher Daten. Abgegriffene Daten werden oft zur Erschleichung von Leistungen oder für Fake-Profile missbraucht.

Haben Sie Hinweise darüber, dass Sie Opfer eines Datendiebstahls geworden sind, sollten Sie sofort Strafanzeige bei Ihrer Polizeidienststelle erstatten.

Fake-Shops in Zahlen und Fakten

  • Seit November 2021 ist die Zahl der neu angemeldeten Fake-Shops weltweit um 178 Prozent gestiegen.
  • Im Jahr 2020 gab es in Deutschland sechsmal so viele Beschwerden über Fake-Shops als im Vorjahr.
  • Gemäß einer Umfrage der Bitkom im Jahr 2020 sind 13 Prozent der Betroffenen auch Opfer von Datenklau geworden.
  • Laut einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Brandenburg lag die Anzahl der Fake-Shop-Opfer in Deutschland im Jahr 2018 bei 4,4 Millionen.
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