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Der große Müdigkeits-Selbstcheck – Stress

Foto: iStock / Tigger1th

Der große Müdigkeits-Selbstcheck – Stress

Stress ist eine häufige Ursache dafür, dass wir uns müde und erschöpft fühlen. Das liegt daran, dass unser Cortisolspiegel aus dem Gleichgewicht gerät. Anhaltender Stress kann die Funktion der Nebennierenrinde beeinträchtigen, die Hormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet. Hier können Sie unseren Selbstcheck Punkt für Punkt durchgehen – und entscheiden, was auf Sie zutrifft.

„Stress ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass wir uns müde und abgeschlagen fühlen“, erklärt die Psychologin und Bestsellerautorin Dr. Ilona Bürgel. Grund dafür ist, dass unser Cortisolspiegel aus dem Gleichgewicht gerät. Bei anhaltendem Dauerstress kann das so weit gehen, dass die Leistungsfähigkeit der Nebennierenrinde, die die Hormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin freisetzt, vollkommen erschöpft ist.

Sie kann nicht mehr genug Hormone freisetzen, die Betroffenen fühlen sich ständig ausgebrannt, müde, kraft-, lust- und antriebslos. Man nennt diesen Zusammenbruch der Nebennierenfunktion auch Adrenal-Fatigue-Syndrom. Nachzuweisen ist es durch Tests, die den Cortisolgehalt im Speichel messen – meist über einen ganzen Tag verteilt. Damit es gar nicht erst so weit kommt: Identifizieren Sie Ihre Stressfallen und räumen sie aus dem Weg.

1. Wie gestresst sind Sie?

  • „Ich kann mich öfter schlecht konzentrieren und verliere den Faden“.
  • „Wenn etwas nicht so klappt, wie es geplant wurde, reagiere ich gereizt“.
  • „Geräusche nerven mich – das kann schon ein Telefonklingeln sein“.
  • „Ich habe oft Probleme damit, Entscheidungen zu treffen, und fühle mich überfordert“.
  • „Ich vergesse öfter mal etwas oder verlege Dinge in meiner Wohnung“.

Auflösung

Mehr als eine Antwortmöglichkeit trifft auf Sie zu? Dann sollten Sie in den nächsten Tests prüfen, woran es liegt: Lassen Sie sich vom Stress anderer anstecken? Sie sollten aktiv etwas dafür tun, Stress und die negativen Gefühle, die damit zusammenhängen, zu minimieren. Schaffen Sie einen positiven Ausgleich.

2. Lassen Sie sich vom Stress anderer anstecken?

  • „Ich unterstütze oft andere und kenne selbst kaum Menschen, die mir den Rücken freihalten.“
  • „Es ist mir sehr wichtig, dass alle mich mögen und zufrieden sind.“
  • „Mein ganzer Tag ist verdorben, wenn jemand mich oder Menschen, die ich gern habe, ungerecht oder schlecht behandelt.“
  • „Meinen Frust bespreche ich mit Freunden oder Kollegen.“
  • „Ich habe gern alles, was um mich herum geschieht, unter Kontrolle.“

Auflösung

Drei oder mehr Antwortmöglichkeiten treffen auf Sie zu? Dann brauchen Sie dringend Erholung von all dem Stress in Ihrer Umgebung. Misten Sie aus in Ihrem Leben: Worüber sprechen Sie beim Abendessen? Ab jetzt nur noch über die schönen Dinge, die Sie tagsüber erlebt haben. Was läuft im Fernsehen? Ab jetzt keine Dokumentation über Burn-out und die Überlastung unserer Gesellschaft mehr – denn das steckt an. Begrenzen Sie die Zeit, in der Sie sich schlimme Erfahrungen von Freunden und Familie anhören. Gehen Sie Ihren Freundes- und Kollegenkreis durch: Wer tut Ihnen gut? Auf diese Menschen konzentrieren Sie sich. Und meiden Sie die Anstrengenden.

3. Können Sie sich entspannen?

  • „Tagsüber mache ich oft keine Pause – wenn, dann nur schnell zum Essen oder um etwas zu erledigen.“
  • „Ich nehme oft Arbeit mit nach Hause. Für meine Hobbys habe ich schon lange viel zu wenig Zeit.“
  • „Abends und am Wochenende kann ich oft sehr schlecht abschalten.“
  • „Ich trinke öfter Alkohol als früher, um herunterzukommen.“
  • „Wenn ich mal frei habe, weiß ich oft gar nicht mehr, wozu ich eigentlich Lust habe und was ich tun möchte.“
  • „Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal so entspannt war, dass ich die Zeit vergessen habe.“

Auflösung

Drei oder mehr Antwortmöglichkeiten treffen auf Sie zu? Höchste Zeit, dass Sie wieder lernen, sich zu entspannen.

Das hilft in akuten Stress-Situationen:

  • Gehen Sie zehn Minuten zügig um den Block, wenn Sie sich geärgert haben. Wenn das nicht geht, reagieren Sie sich ab – so gut es gerade geht (möglichst unbeobachtet): Hauen Sie auf den Tisch, brüllen Sie Ihren Bildschirm an oder stampfen Sie auf den Boden.
  • Schalten Sie alles – Handy, Computer etc. – ab, was Sie stören könnte. Dann fixieren Sie etwas im Raum und versuchen, die Gedanken schweifen zu lassen. Schon fünf Minuten beruhigen.

Das hilft auf lange Sicht

  • Planen Sie gezielt in Ihren Tagesablauf ein, sich nach der Arbeit zu bewegen. Minimum: Fahren Sie mit dem Rad nach Hause oder steigen Sie eine Station eher aus und gehen den Rest zu Fuß.
  • Bauen Sie nach der Arbeit erst einmal Stress ab – und zwar allein! Machen Sie Sport, hören Sie Musik oder schreiben Sie sich den Frust von der Seele.
  • Probieren Sie spezielle Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Meditation aus – das hat einen nachhaltig positiven Effekt auf Ihre Gesundheit.

„Auch wenn es unbequem ist: Glück und Gesundheit brauchen geistige Disziplin“, sagt Dr. Bürgel. „Auf jedes schlechte Gefühl sollten mindestens drei positive kommen.“

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