Bio-Plastik und kompostierbare Kunststoffe
Ist Bio-Plastik das Material der Zukunft? Sogenannte „kompostierbare“ Verpackungen versprechen biologisch abbaubar zu sein. Die gute Nachricht: Dies ist kein leeres Versprechen, tatsächlich zersetzen sich die Kunststoffe mit der Zeit. Doch was von den Herstellern meist verschwiegen wird: Sie bauen sich nur unter optimalen Bedingungen vollständig ab, z.B. bei einer ganz bestimmten Temperatur und nach einem genau definierten Zeitraum. Diese Voraussetzungen bietet keine der Kompostierungsanlagen in Deutschland. Hinzu kommt die Ernüchterung, dass derzeitige Erkennungsmaschinen gar nicht zwischen herkömmlichem und Bio-Plastik unterscheiden können. Meistens wird es sogar als Störfaktor herausgefiltert. Außerhalb spezieller Kompostierungsanlagen bauen sich die Bio-Kunststoffe schon gar nicht ab, weswegen man bei dem Konzept eher von Greenwashing sprechen kann.
Plastik aus Hanf
Die Rede ist hier von einer der ältesten Nutzpflanzen der Menschheitsgeschichte. Die Cannabis-Sativa-Pflanze liefert wertvolle Zellulose – ein Bestandteil der Zellwände. Nicht nur Papier kann daraus hergestellt werden, auch Kunststoffe: zum Beispiel Cellophan (Zellglas), das Baumwoll-Substitut Viskose und Zelluloid (Zellhorn). Diese Materialien sind eigentlich biologisch kompostierbar. Oftmals wird bei Cellophan aber eine Beschichtung zugeführt, dann ist eine Kompostierung nicht mehr möglich. Ein weiterer Kritikpunkt sind die relativ hohen Herstellungskosten. Aus diesen Gründen wird Cellophan nur noch von wenigen Betrieben produziert. Auch Viskose lässt sich durch die Zugabe chemischer Stoffe im Nachhinein nicht mehr als Naturprodukt bezeichnen. Das Problem mit dem Zelluloid hingegen ist, dass es mit dem Älterwerden wahrlich als Sprengstoff fungieren kann. Es wird mit den Jahren nämlich stark entzündlich und stellt somit eine Gefahr dar.
Flüssiges Holz – die Innovation aus Deutschland
Das während des Baumwachstums in den Holzzellen eingelagerte Lignin ist das Wundermittel, von welchen hier die Rede ist. Da es als Nebenprodukt der Papierherstellung anfällt, steht einem Nachhaltigkeitssiegel eigentlich nichts im Wege, oder etwa doch? Unter dem Namen ARBOFORM® wird es hierzulande produziert. Da es leicht verformbar ist, kann es vielseitig Anwendung finden. Einige Alltagsgegenstände wie Lautsprecher oder High-Heels enthalten es schon heute. Die Kompostierung setzt sogar nur so viel Kohlenstoffdioxid frei, wie der Baum in seinem Wachstum aufgenommen hat. Doch gerade vom Naturschutzbund BUND kommen Einwände, denn wenn das Produkt in Massenproduktion ginge, so bestünde die Gefahr, dass es den Baumbestand der Wälder gefährde. Ob dieses Szenario eintritt bleibt fragwürdig.
Zucker-Kunststoff
Was ersetzt Plastiktüten, Frischhaltefolie und Co.?
Plastiktüten haben zurzeit einen schlechten Ruf. Die Bemühungen vieler Supermärkte, auf Papiertüten umzusteigen, sind aber auch nicht immer lobenswert. Da sie reißfest gemacht werden müssen, werden auch diesen allerhand Chemikalien beigemischt und außen Beschichtungen angebracht, welche die Kompostierbarkeit stark einschränken. Tüten aus recyceltem Material sind die beste Lösung. Wer also umweltbewusst einkaufen gehen möchte, sollte sich über die Bestandteile der Tüte informieren.