Alpinismus

Mythos Mount Everest

Der Mount Everest ist mit 8.848 Metern der höchste Berg der Welt. Er liegt im Himalaya Gebirge in der Region Khumbu in Nepal, welche sich an der Grenze zu China befindet. Er zieht Extrembergsteiger auf der ganzen Welt in seinen Bann und fordert Jahr für Jahr Todesopfer durch gescheiterte Expeditionen, dennen meist das unberechenbare Wetter zum Verhängnis wird.

© Andrea_Sauer

In der Region um den Mount Everest ist das Volk der Sherpa ansässig. In ihrem Glauben bildet der Buddhismus die Grundlage, jedoch besitzt er auch Züge von ursprünglicheren Religionen. Für die Sherpa ist er Mount Everest heilig. Sie glauben, dass Geister und Dämonen die Quellen, Bäume und auch den Gipfel des Berges besetzen. Um Unheil abzuwenden, führen die Sherpas vor einer Besteigung des Berges eine Puja durch. Diese sogenannte Puja ist eine Opferzeremonie, an welcher auch die westlichen Expeditionsteilnehmer teilnehmen. Im Glauben der Sherpa würden die Götter ansonsten zornig werden, und zwar nicht nur gegenüber den Touristen, sondern besonders gegenüber den ansässigen Sherpas.

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Der Mount Everest ist zwar der höchste Berg der Welt, doch er wächst immer weiter. Entstanden ist er durch die Kollision der indischen mit der eurasischen Platte. Da sich die indische Platte immer weiterbewegt, wächst der Mount Everest jedes Jahr um ein paar Zentimeter.
Durch die gewaltige Höhe herrschen auf dem Berg extreme klimatische Bedingungen. Im Januar ist der kälteste Monat, hier liegen die Temperaturen auf dem Gipfel circa bei nur -36°C bis -60°C. Der wärmste Monat ist der Juli. Hier steigen die Temperaturen etwas, auf im Durchschnitt circa 19°C. Die Höhe hat natürlich nicht nur Auswirkungen auf die Temperaturen, sondern auch auf den Sauerstoffgehalt in der Luft. Der Körper braucht Wochen, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen. Aufgrund dieser Akklimationszeit dauert ein Aufstieg im Durchschnitt 60 Tage. Das Basiscamp liegt auf 5.300 Metern Höhe, wo der Sauerstoffpartialdruck bereits nur noch bei der Hälfte der vorhandenen Menge auf Meereshöhe ist. Der Körper braucht hier also doppelt so viele Atemzüge. 

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Ab 7.500 Metern spricht man von der Todeszone, da ein dauerhafter Aufenthalt hier unweigerlich zum Tod führen würde. Deshalb verwenden die meisten Bergsteiger ab dieser Höhe unterstützend Flaschensauerstoff.
Am Gipfel angelangt, sinkt der Sauerstoffpartikeldruck sogar nochmal, auf ein Drittel des Levels verglichen zu dem auf Meeresspiegelhöhe. Jede Bewegung ist sehr kräftezehrend.
Der Abstieg ist noch einmal genauso anstrengend wie der Aufstieg, was viele unterschätzen. Seit der ersten Besteigung in den 1920er Jahren gab es circa 300 Todesfälle aufgrund von Erfrierung, Lawinen und Abstürzen. Es kann bei der letzten Etappe zum Gipfel sogar zu längeren Wartezeiten kommen, da der Andrang plötzlich sehr hoch ist, wenn die sogenannten „Fenstertage“ im Frühling auftreten. Nur an diesen Tagen, wenn überhaupt, kann der Gipfel erreicht werden.

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Auch der Luftdruck verändert sich in dieser Gegend enorm. Er ist so niedrig, dass der Siedepunkt des Wassers von 100°C auf nur 70°C fällt. Unter diesen extremen Bedingungen konnten sich nur einige wenige Tiere anpassen und dort ihren Lebensraum finden. Blütenpflanzen sind in dem ewigen Eis nicht mehr zu finden.
Wer keine Wanderung nach oben machen möchte, kann auch zu verschiedenen Aussichtspunkten fahren und den Mount Everest von dort aus bestaunen.

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Eine Besteigung des höchsten Gipfels der Welt ist nicht nur sehr anstrengend, sondern auch sehr teuer. Die Preise beginnen im mittleren fünfstelligen Bereich und nach oben gibt es eigentlich keine Grenze. Weitere Informationen zu Reisen nach Nepal.

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