Was geschieht im Gehirn beim Verzehr von Schokolade?
Wenn Schokolade auf der Zunge zergeht, aktivieren Geschmacks- und Geruchssinn Nervenbahnen, die das Signal direkt ans Gehirn weiterleiten. Dort wird das Belohnungssystem in Gang gesetzt – ein Netzwerk aus Hirnarealen im Mittel- und Vorderhirn, das uns durch die Ausschüttung von Dopamin motiviert, lebenswichtige oder angenehme Handlungen zu wiederholen. Dazu gehört auch die Nahrungsaufnahme, die unser Überleben sichert.
Da Schokolade knapp unter unserer Körpertemperatur schmilzt, entsteht zudem ein sehr angenehmes Mundgefühl. Gleichzeitig entfalten sich die Aromen der Schokolade sehr gleichmäßig. Schokolade fördert nicht nur die Dopaminausschüttung, sondern kann auch die Produktion von Serotonin anregen – einem Neurotransmitter, der Stimmung und Entspannung reguliert.
Zucker in Schokolade liefert rasch Energie
Schokolade enthält zudem Zucker. Zucker erhöht den Blutzuckerspiegel und stellt dem Gehirn schnell Energie bereit. Eine gleichmäßige Versorgung mit Zucker unterstützt unsere Konzentration und macht uns aufmerksam. Dies trägt ebenso zu einer besseren Stimmung bei.
Diese Rolle spielt Kakao für das Glücksgefühl
Kakao ist der Kernbestandteil von Schokolade. Er enthält zahlreiche Pflanzenstoffe, darunter Flavanole. Das sind natürliche Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, die auch in Tee, Äpfeln, Beeren und einigen anderen Lebensmitteln vorkommen. Sie wirken antioxidativ. Solche Wirkstoffe können Zellen vor schädlichen Stoffen schützen und die Durchblutung fördern. Außerdem werden ihnen positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und die Gehirnfunktion zugeschrieben.
Zudem enthält Kakao den Stoff Theobromin, der ebenso anregend wirkt. Viele Menschen erleben dadurch ein bewussteres und wacheres Empfinden.
Dunkle Schokolade wirkt besonders stark
Dunkle Schokolade enthält mehr Kakao und weniger Zucker. Dadurch ist der Anteil an Flavanolen höher. Ein höherer Kakaoanteil kann die positiven Auswirkungen von Schokolade somit unterstützen.
Entscheidend bleibt jedoch bewusster Genuss von Schokolade. Essen wir zu viel davon, kann die Wirkung von Theobromin als unangenehm wahrgenommen werden oder der Blutzuckerspiegel kann stark schwanken. Dazu kommt, dass Schokolade generell sehr kalorienreich ist
Wer bewusst kleine Portionen isst, kann die positiven Effekte – wie gesteigerte Aufmerksamkeit und höheres Wohlbefinden – am besten wahrnehmen.
Weiße Schokolade enthält keinen Kakao, sondern nur Kakaobutter, Zucker und Milch. Deshalb aktiviert sie das Belohnungssystem im Gehirn ausschließlich über Fett und Zucker – nicht durch die stimulierenden Inhaltsstoffe des Kakaos wie Theobromin oder Flavanole.
Auch Vorfreude auf Schokolade bringt Glücksgefühle
Diese positiven Erfahrungen beim Verzehr von Schokolade werden in unserem Gedächtnis gespeichert. Schokolade wird daher vom menschlichen Gehirn mit ihnen verknüpft. Bereits der Anblick oder Geruch von Schokolade kann daher positive Erwartungen wecken. Das Gehirn reagiert somit schon vor dem ersten Bissen auf die mit positiven Erfahrungen assoziierte Süßigkeit. Die Vorfreude aktiviert ebenfalls das Belohnungssystem. So entsteht ein positiv besetzter Kreislauf aus Erwartung und Erleben.
Zudem wird Schokolade oft mit positiven Erinnerungen, etwa aus der Kindheit, assoziiert. Durch diese klassische Konditionierung wird die psychologische Wirkung verstärkt – selbst der Geruch oder die Verpackung können Glücksgefühle auslösen.
Schokolade mir 100 Prozent Kakao – die Super-Schokolade?
Schokolade mit 100 Prozent Kakao, oft auch als 100-Prozent-Schokolade bezeichnet, gilt als die reinste Schokolade, da sie ohne Zucker und Milch hergestellt wird. Sie enthält ausschließlich pure Kakaomasse. Dadurch ist ihr Geschmack intensiv, herb und vielschichtig. Je nach Herkunft der Bohnen entfalten sich dabei fruchtige, nussige oder erdige Aromen. So schmecken beispielsweise Kakaobohnen aus Ländern wie Ecuador, Madagaskar oder Ghana sehr unterschiedlich.
Aufgrund der hohen Konzentration von Kakao enthält 100-prozentige Schokolade besonders viele gesunde Flavonole. Zudem bleibt der Blutzuckerspiegel durch den Verzicht auf zugesetzten Zucker stabiler als bei herkömmlichen Süßigkeiten. Allerdings ist sie weiterhin fettreich und kalorienhaltig. Übrigens konsumierten die Azteken bereits Schokolade aus 100-prozentigem Kakao, allerdings in Form von „Cacahuatl“, einem ungezuckerten, herb schmeckenden Kakaogetränk. Erst als die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert Kakao nach Europa brachten, wurde es üblich, ihn mit Zucker zu kombinieren.
Häufig gestellte Fragen
- Warum verbessert Schokolade unser Stimmung?
Schokolade aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn. Zucker, Fett und Kakao fördern die Ausschüttung von Dopamin und verbessern unsere Stimmung. - Welche Stoffe in Schokolade sind dafür verantwortlich?
Kakao enthält Flavanole und Theobromin. Zudem unterstützt Schokolade Prozesse, die mit der Bildung von Serotonin verbunden sind. - Was ist besonders an dunkler Schokolade?
Dunkle Schokolade enthält mehr Kakao und weniger Zucker. Dadurch bietet sie mehr positiv wirkende Pflanzenstoffe. - Wie viel Schokolade ist gesund?
Eine kleine Portion pro Tag ist empfehlenswert, vorausgesetzt, dass die Ernährung insgesamt ausgewogen bleibt. - Macht Schokolade süchtig?
Das Belohnungssystem ist nicht nur für natürliche Belohnungen zuständig, sondern spielt auch eine Rolle bei Suchtverhalten. Drogen oder bestimmte Verhaltensmuster können das Belohnungssystem überaktivieren und so Abhängigkeiten begünstigen. Bei maßvollem Konsum von Schokolade stellt sich in der Regel kein Gewöhnungseffekt ein.
