1. Stewarts Kindheit war von Armut und Gewalt geprägt
Patrick Stewart wurde am 13. Juli 1940 in Mirfield in der englischen Grafschaft Yorkshire geboren. Er wuchs mit zwei Brüdern in einfachen Verhältnissen auf. Die Familie lebte in einem kleinen Haus ohne fließend warmes Wasser.
Sein Vater Alfred war Kriegsveteran und arbeitete später als Handwerker. Er litt unter den Folgen seiner Kriegserlebnisse und wurde alkoholkrank. Stewart berichtete später öffentlich von der häuslichen Gewalt, die seine Kindheit überschattete. Die Schauspielerei wurde für ihn zu einem Rückzugsort. Auf der Bühne konnte er in andere Rollen schlüpfen und Abstand zu seinem tristen Alltag gewinnen. Erst im Erwachsenenalter begann er, offen über diese Erfahrungen zu sprechen.
2. Ein Lehrer weckte Stewarts Interesse für Shakespeare
Stewarts Interesse am Theater begann bereits während seiner Schulzeit. Ein Englischlehrer namens Cecil Dormand erkannte sein Talent und gab ihm eine entscheidende Rolle: Mit zwölf Jahren sollte er die Rolle des Shylock in William Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ spielen.
Diese Erfahrung veränderte seinen Lebensweg. Der Lehrer förderte ihn weiter und ermöglichte ihm später sogar die Teilnahme an einem Schauspielkurs. Mit 15 Jahren verließ Stewart die Schule. Anschließend arbeitete er zunächst als Lokalreporter und Möbelverkäufer. 1957 begann er seine Ausbildung an der Bristol Old Vic Theatre School. Seine professionelle Bühnenkarriere startete 1959.
3. Stewart war fast zwei Jahrzehnte lang Shakespeare-Darsteller
Bevor Patrick Stewart als Captain Jean-Luc Picard bekannt wurde, gehörte er zu den etablierten Schauspielern des britischen Theaters. 1966 trat er der Royal Shakespeare Company bei. Dort blieb er über viele Jahre und spielte zahlreiche Hauptrollen.
Zu seinem Repertoire gehörten unter anderem die Rollen des Macbeth, des Othello, des Prospero und des Mark Anton. Auch am Broadway war Stewart zu sehen. Für seine Theaterarbeit erhielt er zwei Laurence-Olivier-Awards, eine der wichtigsten Auszeichnungen der britischen Bühnenwelt.
Diese Ausbildung prägte später auch seine Fernsehrollen. Stewart sprach seine Dialoge mit großer Präzision und verstand es, komplexe Figuren durch sprachliche und körpersprachliche Mittel zu gestalten. Der britische Guardian hob nach seinem Tod besonders hervor, wie stark seine Shakespeare-Ausbildung seine Arbeit in Hollywood beeinflusste.
4. Captain Picard machte Stewart mit 47 Jahren berühmt
Als Patrick Stewart 1987 die Rolle des Jean-Luc Picard übernahm, hatte er bereits eine lange Theaterkarriere hinter sich. International bekannt war er zu diesem Zeitpunkt allerdings kaum.
Das änderte sich mit „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ (im Original: „Star Trek: The Next Generation“). Die von 1987 bis 1994 laufende Serie machte Stewart zu einem der bekanntesten Gesichter des Science-Fiction-Fernsehens.
Picard unterschied sich deutlich von seinem Vorgänger Captain Kirk, der von William Shatner gespielt wurde. Er setzte häufiger auf Diplomatie, Verhandlungen und strategisches Geschick. Seine Erfahrung mit Shakespeare half Stewart dabei, Captain Picard eine Mischung aus Autorität und Nachdenklichkeit zu verleihen. Insgesamt spielte Stewart Picard in sieben Staffeln, vier Kinofilmen und später erneut in der Serie „Star Trek: Picard“. Die letzte Serie lief von 2020 bis 2023.
5. Stewart verlor bereits mit 18 Jahren seine Haare
Die Glatze von Captain Picard ist eine seiner markantesten Eigenschaften. Tatsächlich war diese jedoch keine bewusste Entscheidung für die Rolle. Aufgrund einer genetischen Veranlagung in seiner Familie bekam Stewart bereits im Alter von 18 Jahren eine Glatze. Als er für „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ verpflichtet wurde, gehörte sie deshalb längst zu seinem bekannten Erscheinungsbild.
Medienberichten zufolge gab es anfangs Zweifel, ob ein Kapitän mit Glatze bei einem Science-Fiction-Publikum gut ankommen würde. Die Produzenten entschieden sich schließlich dafür, Stewart so auftreten zu lassen, wie er tatsächlich aussah.
Rückblickend wurde die Glatze zu einem Markenzeichen der Figur. Picard prägte damit das Bild eines Science-Fiction-Kommandanten, der seine Autorität vor allem durch sein Auftreten und seine Sprechweise ausstrahlt.
6. Sir Patrick Stewart litt im hohen Alter an Alzheimer und Lewy-Körperchen-Demenz
Bei diesen beiden neurodegenerativen Krankheiten verlieren Nervenzellen im Gehirn nach und nach ihre Funktion und sterben ab. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Sie beginnt häufig mit Gedächtnisproblemen und beeinträchtigt im weiteren Verlauf das Denkvermögen, die Orientierung sowie die Fähigkeit, alltägliche Aufgaben selbstständig zu bewältigen.
Die Lewy-Körperchen-Demenz ist eine weitere Form dieser fortschreitenden Hirnerkrankung. Sie entsteht durch krankhafte Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein in den Nervenzellen. Neben Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen zählen auch Halluzinationen, Schlafstörungen und Bewegungsstörungen, die denen der Parkinson-Krankheit ähneln können, zu den typischen Symptomen. Beide Demenzformen können gleichzeitig auftreten und sich in ihren Auswirkungen gegenseitig verstärken.
7. In „Green Room“ spielte Stewart einen Neonazi
Wer Patrick Stewart vor allem als Captain Picard kennt, wird von seiner Rolle in „Green Room“ überrascht sein. In dem Horror-Thriller aus dem Jahr 2015 verkörperte er den Neonazi-Anführer Darcy Banker. Die Handlung dreht sich um die Punkband „Ain’t Rights“, die nach einem Auftritt in einem abgelegenen Club Zeuge eines Verbrechens wird. Daraufhin geraten die Musiker in die Gewalt der rechtsextremen Gruppe.
Diese für Stewart ungewöhnliche Rolle unterscheidet sich grundlegend von seinen sonstigen Rollen als moralische Autorität und Mentor. Sie zeigt, wie weitreichend Stewarts schauspielerisches Spektrum war.
8. Stewart gewann einen Grammy für ein Hörbuch für Kinder
Patrick Stewart erhielt im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen. Dazu gehört auch ein Grammy Award, den er 1996 für seine Mitwirkung an einer Aufnahme von Sergei Prokofjews „Peter und der Wolf” erhielt.
Die Auszeichnung beweist Stewarts Fähigkeit, allein mit seiner Stimme Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dabei kam ihm seine Ausbildung am Theater zugute. Später wurde seine Stimme auch für Hörbücher, Zeichentrickfilme und Videospiele eingesetzt.
9. Stewarts Film-Gegenspieler hielt seine Traurede
Im Jahr 2013 heiratete Patrick Stewart die amerikanische Musikerin Sunny Ozell. Die beiden hatten sich 2008 in einem Restaurant in Brooklyn kennengelernt, in dem Ozell als Kellnerin arbeitete.
Für die Trauung engagierte Stewart seinen langjährigen Freund Ian McKellen. Der Schauspieler, der auf der Leinwand Professor Xaviers Gegenspieler Magneto in „X‑Men“ verkörperte, übernahm die Rolle des Trauredners. Die Zeremonie am Lake Tahoe sorgte später für eine kuriose Geschichte: McKellen war eigenen Aussagen zufolge rechtlich nicht befugt, die Ehe in Nevada zu schließen. Deshalb folgte eine weitere formelle Trauung in Los Angeles.
10. Stewart blieb seiner Lieblingsfußballmannschaft aus seiner Heimat treu
Trotz seiner internationalen Karriere verlor Patrick Stewart seine Wurzeln nicht aus den Augen. Seit seiner Kindheit unterstützt er den englischen Fußballverein Huddersfield Town.
Dieser stammt aus seiner Heimatregion Yorkshire. Auch nach seinem Durchbruch in Hollywood zeigte sich Stewart regelmäßig als Anhänger der Mannschaft. Noch im Jahr 2024 wurde er bei einem Spiel seines Lieblingsvereins gesehen. Nach seinem Tod würdigte Huddersfield Town ihn als bedeutende Persönlichkeit und Unterstützer des Clubs.
Begriffserklärungen rund um Sir Patrick Stewart alias Captain Jean-Luc Picard
Royal Shakespeare Company (RSC)
Eine der bedeutendsten britischen Theatergesellschaften. Sie wurde 1961 gegründet und widmet sich besonders den Werken William Shakespeares.
Captain Jean-Luc Picard
Der von Patrick Stewart gespielte Kapitän der USS Enterprise-D und später der USS Enterprise-E. Er gehört zu den Hauptfiguren von „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“.
Lewy-Körper-Demenz
Eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Sie kann unter anderem Gedächtnisprobleme, Halluzinationen, Bewegungsstörungen und Veränderungen der Aufmerksamkeit verursachen.
Drei Kurzantworten rund um Sir Patrick Stewart
Wer war Patrick Stewart?
Patrick Stewart war ein britischer Schauspieler, der als Captain Picard in „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ und als Charles Xavier alias Professor X in „X-Men“ weltberühmt wurde.
Wann starb Patrick Stewart?
Er starb am 29. Oktober 2026 im Alter von 86 Jahren in Los Angeles.
Welche Ausbildung hatte Patrick Stewart?
Er absolvierte eine Schauspielausbildung an der Bristol Old Vic Theatre School und war ab 1966 Mitglied der Royal Shakespeare Company.
Häufig gestellte Fragen zu Sir Patrick Stewart
Wie alt wurde Patrick Stewart?
Patrick Stewart wurde am 13. Juli 1940 geboren und starb im Alter von 86 Jahren am 29. Oktober 2026.
Wie heißt Patrick Stewarts bekannteste Rolle?
Stewarts bekannteste Rolle ist die des Captain Jean-Luc Picard in „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“. Er verkörperte die Figur von 1987 bis 1994 und kehrte später in mehreren Kinofilmen sowie in der Serie „Star Trek: Picard“ zurück.
War Patrick Stewart mit Ian McKellen befreundet?
Die beiden britischen Schauspieler waren langjährige Freunde. Sie standen gemeinsam auf der Theaterbühne und spielten in den „X-Men“-Filmen erbitterte Gegner.
Welche Auszeichnungen erhielt Patrick Stewart?
Stewart erhielt unter anderem zwei Laurence-Olivier-Awards und einen Grammy. 2010 wurde er zudem von Königin Elizabeth II. für seine Verdienste um das Theater zum Ritter geschlagen.
In welchen Filmen spielte Patrick Stewart außer der Star-Trek-Filmreihe?
Zu Stewarts bekanntesten Filmen gehören „X-Men“, „Excalibur – Das Schwert des Königs“, „Der Wüstenplanet“ (im Original „Dune“) und „Green Room“. Darüber hinaus wirkte er in zahlreichen Fernsehproduktionen, Hörspielen und Animationsfilmen mit.