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Gesundheitsrisiko Kunststoffgranulat

Plastik im Bier: ein Gesundheitsrisiko?

Wie viel Plastik steckt in Bier?

Hopfen, Malz, Hefe und Wasser – aus diesen Zutaten besteht das Lieblingsgetränk der Deutschen. Doch einige Brauereien fügen dem Bier bewusst Plastik hinzu. Warum machen sie das und wieso bricht diese Methode nicht das Reinheitsgebot?

Menschen stoßen mit Biergläsern an.
lucigerma/ Envato

Hopfen und Malz – Gott erhalt's! Doch wie viel Mikroplastik steckt im Lieblingsgetränk der Deutschen?

Mikroplastik aus Zahnpasta oder Duschgel gelangt über unser Waschbecken in Flüsse, Seen und Meere, durch Reifenabrieb sogar in unsere Luft. Letztendlich landet das Plastik sogar im Boden und in unserem Trinkwasser. Die unsichtbare Gefahr in Form von kleinen Kunststoffteilchen – der Durchmesser liegt bei unter fünf Millimetern – soll auch in unserem Bier stecken. Dabei gelangt es nicht zufällig über das Trinkwasser in den goldenen Gerstensaft. Die großen Brauereien fügen dem Bier ganz bewusst Plastik, genauer gesagt Kunststoffgranulat Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP), hinzu.

Haltbarkeit und Klärung durch PVPP

Es gibt unterschiedliche Methoden der Bierklärung. Bei der effektivsten Maßnahme läuft das Bier durch einen Filter. Der allein reicht jedoch nicht, um das gewünschte klare Ergebnis zu erzielen. Deshalb kommen Hilfsmittel zum Einsatz, zum Beispiel Cellulose, Kieselgur, Aktivkohle, Perlite oder eben Polymere Kunststoffe wie PVPP. Kieselgur etwa bindet die Stoffe, die im Filter hängen bleiben. Es macht den sogenannten Filterkuchen so fest, dass auch die letzten und kleinsten Weichteile nicht mehr durchkommen. PVPP bindet die Gerbstoffe im Bier und sorgt dafür, dass es klar bleibt und nicht eintrübt. Der positive Nebeneffekt: Das Bier ist länger haltbar. 

Da sich der Stoff in Flüssigkeiten nicht auflösen kann und ebenfalls im Filter hängen bleibt, beeinträchtigt er weder den Geschmack noch die Qualität des Bieres. Der Kunststoff wird also aus dem Bier entfernt und muss daher weder auf dem Flaschenetikett genannt werden, noch belangt er das Reinheitsgebot. Kritische Stimmen vermuten allerdings, dass Reste in der Flüssigkeit zurückbleiben. 

Mögliches Gesundheitsrisiko

Geht man von Rückständen in unserem Bier aus – wie schädlich wäre dann der Zusatzstoff für unsere Gesundheit? PVPP wird unter der europäischen Zulassungsnummer E1202 auch als Zutat von Lebensmitteln eingesetzt. Hier dient er als Trägerstoff von Vitaminen und Aromen. Die Lebensmittelhersteller dürfen nur genau die Menge verwenden, die notwendig ist, um die erzielte Wirkung zu erreichen. Allerdings gibt es keinen Tagesdosis-Höchstwert, da der Stoff als unbedenklich gilt. Wer zumindest in seinem Bier auf PVPP verzichten will, kann sich naturtrübes Bier kaufen, denn dieses ist ungefiltert.

Alternativen der Bierklärung

Natürlich gibt es auch alternative Methoden, das Bier zu klären. Bei der Sedimentation kommt die Schwerkraft zum Einsatz: Die Braumeisterinnen und Braumeister warten, bis sich die Feststoffe am Boden absetzen. Danach wird das Bier aus dem Tank abgelassen. Diese Methode kostet zwar nichts, aber der Prozess ist langwierig und der Bierverlust relativ hoch.

Die Separation ist eine Methode, bei der das Bier auf mehrere sich drehende Teller trifft. Dabei werden die Feststoffe von den Fliehkräften nach außen gedrückt, wo sie dann rausgeschleust werden. Das klare Bier bleibt in der Mitte. Der Nachteil hierbei ist der enorm hohe Energieaufwand und die damit verbundenen Kosten. Das Ergebnis ist allerdings schneller und gründlicher als bei der Sedimentation.

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