Woher kommt die Asiatische Tigermücke?
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) stammt ursprünglich aus Südostasien. Sie ist kleiner als andere heimische Stechmücken und schwarz-weiß gefärbt. Sie ist tagaktiv und sticht im Gegensatz zu vielen Stechmücken nicht nur in der Dämmerung. In den letzten Jahrzehnten hat sie sich weltweit verbreitet – auch in Deutschland.
Die Mücke bevorzugt stehende Gewässer, um ihre Eier abzulegen. Gartentöpfe, Reifenspuren oder Pfützen reichen aus. Ihre Larven entwickeln sich schnell: Innerhalb einer Woche können aus Eiern flugfähige Mücken werden. Die asiatische Tigermücke sticht bevorzugt Säugetiere – insbesondere Menschen. Allerdings saugt sie auch das Blut von Vögeln, Amphibien und Reptilien.
Warum breitet sich die Asiatische Tigermücke auch in Europa aus?
Besonders der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke. Höhere Temperaturen ermöglichen ihr Überleben in gemäßigten Zonen. Zudem kann sie über Container, Züge und Autos unbemerkt in neue Gebiete gelangen. In Deutschland wurde die Asiatische Tigermücke erstmals 2007 nachgewiesen. Seitdem steigt die Zahl der Fundorte. Besonders betroffen sind Baden-Württemberg, Bayern und Hessen.
Kann der Stich der Asiatischen Tigermücke tödlich sein?
Die Asiatische Tigermücke ist vor allem deshalb gefährlich, weil sie Krankheitserreger übertragen kann. Diese können in seltenen Fällen schwere oder sogar lebensbedrohliche Verläufe nehmen, vornehmlich bei älteren Menschen, Personen mit Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem.
Welche Krankheiten überträgt die Asiatische Tigermücke?
Dengue-Fieber
Hohe Körpertemperatur, Gliederschmerzen und Hautausschlag sind typisch für Dengue-Fieber. In schweren Fällen führt es zu inneren Blutungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich 390 Millionen Menschen infiziert werden.
Zika-Virus
Vor allem für Schwangere gefährlich. Das Zika-Virus kann zu Fehlbildungen beim Ungeborenen führen. 2015/2016 gab es einen großen Ausbruch in Brasilien.
Chikungunya-Fieber
Verursacht starke Gelenkschmerzen. Die Beschwerden können monatelang anhalten. In Italien gab es 2007 den ersten europäischen Ausbruch.
Wie hoch ist das Risiko in Deutschland?
Bisher gab es in Deutschland keine bekannten Übertragungen von Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber oder des Zika-Virus. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommen könnte, ist aktuell gering. Doch Experten warnen: Mit steigenden Temperaturen und weiterer Ausbreitung könnte sich dies ändern.
Was können Sie gegen die Asiatische Tigermücke tun?
In Haus und Garten
Bringen Sie Moskitonetze an Fenstern und Türen an. Entfernen Sie stehende Gewässer aus dem Garten. Leeren Sie Blumentöpfe, Eimer oder Gefäße. Decken Sie Regentonnen ab. Schon kleine Wassermengen genügen der Asiatischen Tigermücke, um ihre Eier abzulegen.
Unterwegs und auf Reisen
Tragen Sie lange Kleidung und verwenden Sie Insektenschutzmittel mit den Inhaltsstoffen DEET oder Icaridin. Diese wirken mehrere Stunden.
Was tun bei einem Stich?
Kühlen Sie die Stichstelle. Vermeiden Sie Kratzen, um Entzündungen zu verhindern. Bei starken Schwellungen, Fieber oder Übelkeit sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Was unternehmen Behörden gegen die Asiatische Tigermücke?
In Deutschland überwachen die Behörden die Ausbreitung der Tigermücke. Dazu setzen das RKI und lokale Gesundheitsämter spezielle Stechmückenfallen ein. Sie analysieren die Population und ergreifen bei Bedarf Maßnahmen zur Bekämpfung. In einigen Regionen gibt es gezielte Bekämpfungsprogramme. Dazu gehört etwa die Behandlung von Brutstätten mit Larviziden oder die Aufklärung der Bevölkerung.
Was bringt die Zukunft für die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke?
Die Asiatische Tigermücke wird sich weiter ausbreiten, weil der Klimawandel dafür günstige Bedingungen schafft. Experten erwarten, dass sie in den nächsten Jahrzehnten in weiten Teilen Europas heimisch wird.
Forschung arbeitet an neuen Bekämpfungsmethoden. Dazu gehören genetisch veränderte Mücken, deren Nachkommen nicht lebensfähig sind, oder biologische Kontrollmethoden. Doch bis dahin bleibt Aufklärung der beste Schutz.
Definitionen und Begriffserklärungen
Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)
Eine ursprünglich aus Südostasien stammende Stechmückenart, die sich durch den globalen Handel und den Klimawandel weltweit ausbreitet. Sie überträgt Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber sowie das Zika-Virus.
Dengue-Fieber
Eine virale Infektionskrankheit, die durch Mücken übertragen wird. Symptome sind hohes Fieber, Gliederschmerzen und Hautausschlag. In schweren Fällen kann es zu inneren Blutungen kommen.
Larvizide
Chemische oder biologische Mittel, die zur Bekämpfung von Mückenlarven in stehenden Gewässern eingesetzt werden. Sie verhindern, dass sich Larven zu ausgewachsenen Mücken entwickeln.
Häufig gestellte Fragen zur Asiatischen Tigermücke?
Wie schützen Sie sich vor der Asiatischen Tigermücke?
Moskitonetze anbringen und Insektenschutzmittel anwenden, stehende Gewässer aus Garten und Balkon entfernen.
Gibt es die Asiatische Tigermücke auch in Deutschland?
Ja, sie wurde erstmals 2007 nachgewiesen und breitet sich seither aus.
Kann die Asiatische Tigermücke in Deutschland Krankheiten übertragen?
Bisher gab es in Deutschland keine lokalen Übertragungen von Dengue-Fieber, Zika-Virus oder Chikungunya-Fieber. Mit der Ausbreitung der Mücke steigt jedoch das Risiko.
Wie erkenne ich die Asiatische Tigermücke?
Sie ist kleiner als einheimische Mücken, schwarz-weiß gefärbt und hat auffällige Streifen an Beinen und Körper. Im Gegensatz zu einheimischen Mücken ist sie tagaktiv und sticht nicht nur in der Dämmerung.
Was soll ich tun, wenn ich eine Asiatische Tigermücke sehe?
Antwort: Melden Sie den Fund dem lokalen Gesundheitsamt oder über Plattformen wie TIGER: https://tiger-platform.eu/de/stechmuecke-melden/
Gibt es Impfungen gegen die von der Tigermücke übertragenen Krankheiten?
Impfstoffe gegen Dengue-Fieber und Chikungunya-Fieber sind bereits erhältlich, aber nicht gegen das Zika-Virus. Der beste Schutz ist die Vermeidung von Mückenstichen.