Was ist MAGPIE?
MAGPIE steht für „Mission for Advanced Geophysics and Polar Ice Exploration“. Das so benannte Fahrzeug ist der erste Mondrover, den die ESA jemals gebaut hat. MAGPIE soll etwa zehn Erdtage lang auf der Mondoberfläche arbeiten und dabei den Untergrund untersuchen.
Vier Instrumente an Bord des Rovers liefern Messdaten
Der Rover ist mit einem Bohrer, einem Analysator für flüchtige Stoffe, einem bodendurchdringenden Radar und einem Neutronendetektor ausgestattet. Mithilfe dieser Ausrüstung untersucht MAGPIE die Geologie des Untergrunds und weist Wasser sowie andere flüchtige Substanzen nach. Mithilfe dieser Daten können Fachleute die Ressourcen des Mondes besser einschätzen.
Warum interessiert sich die Forschung für den Südpol des Mondes?
Der Südpol des Mondes gilt als vielversprechender Ort für künftige Missionen. Fachleute vermuten dort größere Mengen an gefrorenem Wasser in dauerhaft beschatteten Kratern. Dieses Wasser ließe sich potenziell zu Trinkwasser, Atemluft oder sogar Raketentreibstoff verarbeiten.
Ressourcen auf dem Mond sollen künftig Transportkosten sparen
Wer Wasser direkt auf dem Mond gewinnt, muss es nicht aufwendig von der Erde importieren. Auf dem Mond bereitstehendes Wasser würde daher die Kosten zukünftiger bemannter und robotischer Missionen erheblich senken. MAGPIE soll die Grundlage für spätere Missionen liefern, indem es die Vorkommen und die Verteilung der auf dem Mond vorhandenen Ressourcen kartiert.
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Wie die Mission abläuft
Die ESA hat sich für die europäische Niederlassung des japanischen Unternehmens ispace als Hauptauftragnehmer entschieden. Das Unternehmen ist für den Bau, die Entwicklung und den Betrieb des Rovers verantwortlich. Der Start ist für das Jahr 2029 vorgesehen.
Ein japanischer Lander bringt den Rover zum Mond
MAGPIE wird an Bord der vierten Mondlandemission von ispace fliegen. Diese Kooperation erfolgt in Zusammenarbeit mit der japanischen Raumfahrtagentur JAXA. Auf diese Weise verbindet die Mission europäische Wissenschaft mit internationaler Logistik.
Was bedeutet MAGPIE für die europäische Raumfahrt?
MAGPIE ist die erste Mondmission der ESA und Teil der neuen Initiative „Moon Explore“. Das Ziel dieser Initiative ist es, Fähigkeiten für die Monderkundung schneller und kostengünstiger aufzubauen. Künftig sollen kleinere aber häufigere Missionen den Fortschritt beschleunigen.
Schnell und kosteneffizient ins Weltall
Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für bemannte und robotische Exploration, beschreibt MAGPIE als Beleg für ein neues Missionsmodell. Ambitionierte wissenschaftliche Ziele treffen dabei auf eine schnellere Entwicklung. Julien-Alexandre Lamamy, CEO von ispace-Europe, betont zudem den Aufbau einer langfristigen europäischen Präsenz auf der Mondoberfläche.
Definitionen und Begriffserklärungen
Flüchtige Stoffe (Volatiles)
Substanzen, die bei Erwärmung leicht verdampfen, etwa Wasser, Kohlendioxid oder Stickstoff. Auf dem Mond können solche Stoffe in schattigen Kraterregionen als Eis vorliegen.
Bodendurchdringendes Radar
Dieses Instrument sendet Radarwellen in den Untergrund und misst deren Reflexion. So entsteht ein Bild der Schichten unter der Oberfläche, ohne dass gegraben werden muss.
Moon Explore
Die ESA-Initiative für kleinere, agile Mondmissionen. Sie soll europäische Fähigkeiten für die Monderkundung in kürzeren Zeiträumen und mit geringerem Budget aufbauen.
Häufig gestellte Fragen zur MAGPIE-Mondmission
Wann startet MAGPIE?
Der Start ist für das Jahr 2029 gemeinsam mit der vierten Mondlandemission von ispace geplant.
Wie lange arbeitet der Rover auf dem Mond?
MAGPIE ist für einen etwa zehn Erdtage langen Einsatz auf der Mondoberfläche ausgelegt.
Welche Region des Mondes untersucht der Rover?
Der Rover erkundet den Südpol des Mondes. Hier vermuten Fachleute größere Wasservorkommen.
Wer baut den Rover?
Das Unternehmen ispace-Europe entwickelt und baut MAGPIE als Hauptauftragnehmer für die ESA.
Welche Rolle spielt Japan bei der MAGPIE-Mission?
Der Rover fliegt mit einem Lander des japanischen Unternehmens ispace. Die Zusammenarbeit erfolgt über die japanische Raumfahrtagentur JAXA.