Welt der Wunder

Nicht glauben, sondern wissen

Am 1. April ist Narrentag. Ein Aprilscherz mit einem Post-it.

Am 1. April werden Streiche gespielt! 1957 berichtete die BBC von einem Spaghetti-Baum. Daraufhin wollten hunderte Anrufende wissen, wie man ihn anbaut.

Warum scherzen wir am 1. April?

Austricksen, hinters Licht führen, schwindeln: Am 1. April ist all das erlaubt. Die scherzhaften Lügen sind an diesem Datum nicht nur in Deutschland beliebt. Doch woher kommt der Brauch der Aprilscherze?

Am 1. April ist Narrentag. Ein Aprilscherz mit einem Post-it.

LightFieldStudios/ Envato

Am 1. April werden Streiche gespielt! 1957 berichtete die BBC von einem Spaghetti-Baum. Daraufhin wollten hunderte Anrufende wissen, wie man ihn anbaut.

Der 1. April gilt als Narrentag. Es wird geflunkert und Schabernack getrieben. Freundinnen und Freunde, Familienmitglieder, Kolleginnen und Kollegen und sogar Fremde legen sich gegenseitig mit erfundenen Geschichten herein. Der witzige Brauch hat eine lange Tradition.

Warum wir andere in den April schicken

Der Brauch des Aprilscherzes ist bereits seit über 400 Jahren bekannt. In Bayern wurde er erstmals 1618 erwähnt, doch es wird vermutet, dass dieses kulturelle Gut schon viel länger besteht. Mit den europäischen Auswanderern gelangte diese Tradition dann nach Nordamerika. Der Begriff Aprilscherz bürgerte sich jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein, als in Grimms Deutschem Wörterbuch der „Aprillsnarr“ vermerkt wurde. Wie genau es dazu kam, dass ausgerechnet der 1. April zum Tag für lustige Scherze wurde, ist bislang unbekannt.

Unglückstag zu Monatsbeginn

Der erste Tag im April ist nicht nur zum Lachen – er wird unter anderem auch als Unglückstag gesehen. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen gilt dieses Datum als Geburts- und Todestag des Judas Ischariot, der als der Verräter von Jesus bekannt ist. Zudem soll Luzifer an einem 1. April in die Hölle eingezogen sein, weshalb man sich an diesem Tag besonders vorsehen sollte.

Gerüchten zufolge bat ein junges Mädchen an einem 1. April den französischen König Heinrich IV. um ein geheimes Rendezvous. Als Heinrich IV. an dem vereinbarten Treffpunkt erschien, erwartete ihn dort jedoch der gesamte Hofstaat mitsamt seiner Ehefrau. Sie soll ihm dafür gedankt haben, zum „Narrenball“ erschienen zu sein.

Als weiteres negatives Ereignis in der Geschichte des 1. Aprils gilt der Augsburger Reichstag im Jahr 1530. Dieser Tag wurde damals als Münztag festgelegt, um Ordnung in das Finanzwesen zu bringen. Die zahlreichen Spekulanten, die auf diesen Tag gesetzt hatten, wurden verspottet und ausgelacht, nachdem dieses Ereignis nie stattfand und viel Geld verloren wurde.

Der französische König Karl IX. führte 1564 eine umfangreiche Kalenderreform durch und verlegte den offiziellen Jahresanfang vom 1. April auf den 1. Januar. Zum Teil aus Unwissenheit feierten die Menschen in einigen Regionen Frankreichs aber weiterhin am altbekannten Datum und wurden als „Aprilnarren“ verspottet.

Zudem wird das typisch durchwachsene und trügerische Aprilwetter als ein Erklärungsansatz für den Unglückstag angegeben.

Lustiges Brauchtum weltweit

Auch in anderen Ländern spielt man sich am 1. April Streiche und führt sich gegenseitig in die Irre. Allerdings bringen sich die Menschen auf unterschiedliche Art und Weise zum Lachen.

Menschen verschiedener Ethnien scherzen gemeinsam.

Mirko Vitali/ Envato

Die Scherz-Traditionen unterscheiden sich weltweit nicht nur im Brauch sondern auch im Tag.

In Italien (il pesce d´aprile) und Frankreich (poisson d´Avril) veralbern sich Spaßvögel mit den sogenannten April-Fischen. Sie basteln die Tiere aus Papier und kleben sie einander heimlich auf den Rücken. Fische gelten als dumme Tiere, die den Köder am Haken schlucken. Im Zuge der Einwanderung hat sich der Aprilscherz als „April Fools‘ Day“ auch in den USA etabliert. In Spanien und Lateinamerika wird nicht am 1. April, sondern am 28. Dezember gescherzt, dem Día de los Santos Inocentes.

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