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So viel Wasser steckt in unseren Lebensmitteln

So viel Wasser steckt in unseren Lebensmitteln

Duschen, waschen, kochen, trinken oder essen – jeder Deutsche verbraucht im Durchschnitt 120 Liter Wasser täglich. Doch der indirekte Verbrauch ist weitaus höher. Rechnet man die Menge an Wasser hinzu, die sich hinter der Herstellung von Konsumgütern verbirgt, steigt der tägliche Verbrauch auf 4.000 Liter Wasser.
  • Wasserfußabdruck

    iStock/AlexStar

    Nach Angaben des Umweltbundesamts liegt in Deutschland der tägliche Wasserfußabdruck pro Person bei mehr als 3.900 Litern – direktes und indirektes Wasser zusammengenommen. Davon verwenden die Menschen aber nur drei Prozent bewusst und direkt bei sich zu Hause, indem sie kochen, duschen oder Wäsche waschen. Der Rest davon steckt in Lebensmitteln oder Textilien, die aus landwirtschaftlicher oder industrieller Produktion auf der ganzen Welt stammen, auch virtuelles Wasser genannt. So fällt etwa bei der Erzeugung von Rindfleisch nicht nur der Verbrauch von Trinkwasser für die Tiere an, sondern auch der natürliche Niederschlag und die Bewässerung von den Feldern und Wiesen, welche das Futter liefern. Experten unterscheiden zwischen „grünem Wasser“ (Niederschlag und natürliche Bodenfeuchte), „blauem Wasser“ (künstliche Bewässerung) und „grauem Wasser“ (verunreinigtes Wasser). Welt der Wunder zeigt, wie viel verdeckte Wassermenge (weltweiter Durchschnittswert; Quelle: www.waterfootprint.org) in Fleisch, Gemüse und Obst steckt.

  • Schwein, Rind

    iStock/Jevtic

    Im Großen und Ganzen verbrauchen tierische Produkte deutlich mehr Wasser als pflanzliche Nahrungsmittel: Ein Kilogramm Schweinefleisch erfordert 5.990 Liter Wasser, Rindfleisch sogar 15.415 Liter. Der hohe Wasserverbrauch ist vor allem auf die Fütterung der Tiere zurückzuführen – der Anteil liegt bei 99 Prozent. Nur ein Prozent fällt auf die direkte Wasserversorgung der Tiere (Trink- und Betriebswasserversorgung).

  • Huhn, Ziege, Lamm

    iStock/michal-rojek, Jevtic

    Der Wasserfußabdruck von Hühnerfleisch kann sich da schon eher sehen lassen: Er liegt bei 4.330 Liter pro Kilogramm. In einem Kilogramm Ziegenfleisch stecken 5.500 Liter und in einem Kilo Lammfleisch 10.400 Liter Wasser.

  • Reisfeld

    iStock/ szefei

    Ein Kilogramm Reis verbraucht 2.500 Liter Wasser. Ganz schön viel, wenn man berücksichtigt, dass nur 290 Liter Wasser auf ein Kilogramm Kartoffeln fallen. Das gilt natürlich nicht für alle Kartoffelprodukte: In Chips verstecken sich z.B. 1.040 Liter Wasser pro Kilogramm. Der Grund: Nicht nur, dass die Kartoffeln bewässert werden müssen, auch das Fett benötigt bei seiner Herstellung Wasser. Berücksichtigt man die Rohstoffe, die in die Herstellung der Verpackung fließen, kommen noch 180 Liter Wasser für die Chipstüte hinzu.

  • Weizenfeld

    iStock/ venturecx

    1.827 Liter Wasser enthält ein Kilogramm Weizenbrot. Im Vergleich: Ein Kaiserbrötchen enthält 40 Liter, ein französisches Baguette 155 Liter Wasser. 80 Prozent des Verbrauchs ist auf die Produktion des Weizenmehls zurückzuführen. Aber warum schluckt Weizenmehl so viel Wasser? 70 Prozent davon stammen aus Niederschlägen, 19 Prozent stammen aus zusätzlicher Bewässerung und elf Prozent sind graues Wasser, also der Anteil, der beim Anbau von Weizen durch Dünger und Pestizide verschmutzt wird.

  • Pizza

    iStock/ Saaster

    Die Produktion einer Pizza Margherita (circa 725 Gramm) verbraucht 1.260 Liter Wasser. Mozzarella hat dabei mit 50 Prozent des Wasserverbrauchs den größten Anteil. Der Weizenboden ist mit einem Anteil von 44 Prozent dabei, die Tomatensoße mit sechs Prozent.

  • Erdnüsse

    iStock/ vladm

    Unbehandelte Erdnüsse schlagen mit einem Wasserverbrauch von 2.780 Liter Wasser pro Kilogramm zu Buche. 89 Prozent davon sind grünes Wasser, also der Anteil der durch natürliche Bewässerung entsteht.

  • Obst

    iStock/ loooby

    Während Nektarinen bei 910 Liter Wasser pro Kilogramm liegen, hat eine 150 Gramm-Orange einen Wasserfußabdruck von 140 Litern. Das sind umgerechnet 200 Liter für ein Glas Orangensaft. Eine durchschnittlich große Banane (circa 200 Gramm) enthält mit 160 Litern ähnlich viel, genauso wie ein Apfel mit 125 Litern virtuelles Wasser.

  • Milch

    iStock/ fotoedu

    Bei einem Liter Milch liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch bei 1.020 Liter Wasser, in einem Glas Milch stecken somit 255 Liter. Diese Wassermenge errechnet sich aus dem Wasserbedarf für die Futterpflanzen, für die Kuh selbst, für den landwirtschaftlichen Betrieb und für die Weiterverarbeitung der Milch.

  • Kaffee

    iStock/Shaiith

    In einer Tasse Kaffee stecken etwa 130 Liter Wasser. Rechnungsgrundlage sind sieben Gramm gerösteter Kaffee für eine 125 Milliliter-Tasse bei einem Wasserverbrauch von 18.900 Liter pro Kilogramm. Zum Vergleich: In einer Tasse Tee, die etwa drei Gramm schwarzen Tee enthält, verbirgt sich nur relativ wenig virtuelles Wasser: 30 Liter.

  • Rotwein, Weiswein

    iStock/ TSchon

    In dem Fall dann doch lieber zum Wein greifen? Der globale Wasserfußabdruck von Trauben liegt bei 610 Liter pro Kilogramm. Da etwa ein Kilogramm Trauben in die Herstellung von 0,7 Liter Wein fließen, liegt der Wasserfußabdruck bei 870 Litern pro Liter Wein. Gut zu wissen: Hierbei handelt es sich ebenfalls um globale Durchschnittswerte. Weine aus Deutschland, Österreich oder Frankreich verbrauchen nicht so viel blaues virtuelles Wasser, da die Rebstöcke in diesen Regionen nicht künstlich bewässert werden.

  • Schokolade

    iStock/ joannawnuk

    Ein Kilogramm Kakaobohnen enthalten einen versteckten Wasserverbrauch in Höhe von 20.000 Liter. Um Schokolade herzustellen, werden die Bohnen zu einer Paste verarbeitet, die wiederum als Grundlage für die Kakaobutter (34.000 Liter/kg) und das -pulver (15.600 Liter/kg) ist. Nimmt man an, dass Schokolade zu 40 Prozent aus dieser Kakaopaste, 20 Prozent aus Kakaobutter und 40 Prozent aus Rohrzucker besteht, ergibt sich ein gesamter Wasserfußabdruck einer 100-Gramm-Tafel Schokolade von 1.700 Liter Wasser.

  • Eier

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    Bei Eiern darf auch mal der zugreifen, der Wasser sparen möchte: In einem Ei sind mit 20 Litern vergleichsweise wenig Wasser versteckt. Butter und Käse kommen da weniger gut weg: Ein 500 Gramm-Stück Butter enthält indirekt 2.775 Liter Wasser – ähnlich wie 500 Gramm Käse mit 2.530 Litern Wasser.

  • Baumwollfelder

    iStock/casadaphoto

    Nicht nur in Lebensmitteln versteckt sich Wasser. Bei Baumwolle beläuft sich der durchschnittliche Wasserverbrauch auf 10.000 Liter pro Kilogramm. Umgerechnet auf ein T-Shirt (etwa 250 Gramm) sind das 2.500 Liter Wasser. Eine Jeans (800 Gramm Baumwolle) enthält damit 8.000 Liter Wasser. Im Vergleich zum Baumwollanbau ist der Wasserverbrauch in den weiteren Herstellungsschritten, wie der Färbeprozess, deutlich niedriger: Der liegt pro T-Shirt etwa 200 Litern.

Duschen, waschen, kochen, trinken oder essen – jeder Deutsche verbraucht im Durchschnitt 120 Liter Wasser täglich. Doch der indirekte Verbrauch ist weitaus höher. Rechnet man die Menge an Wasser hinzu, die sich hinter der Herstellung von Konsumgütern verbirgt, steigt der tägliche Verbrauch auf 4.000 Liter Wasser.

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